Von der Außenwelt abgeschnitten

Vergangenen Freitag wurden die Kabel geflickt. Doch noch immer sind einzelne Haushalte ohne Verbindung. Besonders schlimm ist für die Tüchersfelder, dass sie nicht aufs Handy ausweichen können, weil es keinen Empfang gibt. „Tüchersfeld, einer der schönsten Geotope Bayerns und der meist fotografierte Ort in der Fränkischen Schweiz, ist sozusagen von der Außenwelt abgeschnitten“, sagt Sebald. Der Stadtrat spricht von „Aufruhr“ in der Ortschaft.

Aus dem Tal auf die Höhe

Wer mit dem Handy telefonieren möchte, muss erst aus dem Tal auf die Höhe. „Es ist eine Zumutung für unsere Bewohner, bei wichtigen Telefonaten mit dem Handy erst nach Rackersberg zu fahren, um anrufen zu können“, so Sebald. Die Außenwirkung für den Tourismus in der Fränkischen Schweiz sei gerade jetzt in der Urlaubszeit verheerend. Besucher des Fränkische-Schweiz-Museums, Schulklassen in der Jugendherberge oder Gäste des Campingplatzes hätten keine Chance, sich mit Angehörigen zu verständigen.

„Im Jahr 2017 ist das unvorstellbar"

Es bestehe zum Beispiel keine Möglichkeit, Busunternehmen anzurufen, damit sie Schulklassen im Museum abholen oder ein Taxi zu rufen. Die Urlauber auf dem Campingplatz müssten erst 500 Meter gehen, um telefonieren zu können. „Im Jahr 2017 ist das unvorstellbar. Die Leute erwarten heutzutage einfach, dass sie telefonieren können.“ Nicht einmal die Polizei können die Tüchersfelder mit dem Handy unter der Notrufnummer 110 erreichen. Sebald hat es selbst in Absprache mit der Pegnitzer Polizei getestet. Sein Fazit: „Du kannst keinen Notruf absetzen.“

Gestrandete Autofahrer

Ein Problem ist dies auch für gestrandete Autofahrer, die in ihrer Not nachts die Bewohner der Ortschaft aus den Betten klingeln müssen. Als Sebald probehalber die 112 wählte, die Notrufnummer der Rettungsdienste und Feuerwehr, klappte es hingegen. „Es hat nur ein bisschen gerauscht.“ Der umtriebige CSU-Stadtrat meint dennoch halb resigniert: „Wie es aussieht, sind wir Menschen dritter Klasse.“

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