Viele Ärzte auf einem Haufen

Zentral gelegen, am Angerparkplatz, wächst sich das ehemalige Schulhaus zu einem Gesundheitszentrum aus. Ab Juli finden sich weitere Arztpraxen in den Räumen, die erst als Schule, später als Seniorenheim genutzt wurden.

Die Geschichte des Hauses

Das Haus wurde 1913/1914 als Schulhaus gebaut, 1926 und 1984 erweitert. Mitte der 1970er Jahre wurde das jetzige Schulhaus am Klang gebaut, bis dahin waren die Kinder im heutigen Rathaus und eben in dem Gebäude am Angerparkplatz unterrichtet worden. Als das neue Schulhaus stand, verkaufte die Stadt dieses Haus, sagt Christian Hohlweg, Geschäftsleiter der Stadt. Von 1976 bis 2006 wurde es als Seniorenheim genutzt. Als ein Umbau des Seniorenheims anstand, weil sich auch im Bereich der Altenpflege viel geändert habe, entschieden sich die Besitzer für einen Neubau. Der nämlich kam genauso teuer, wie eine Sanierung des bisherigen Gebäudes, sagt Marion Wolff, Leiterin des Seniorenheimes. Das Haus am Angerparkplatz gehört ihrem Mann, Detlef Wolff. „Weil wir selbst im Gesundheitssektor tätig sind, hatten wir natürlich Verbindungen“, sagt Marion Wolff. Und so kam es, dass immer mehr Ärzte und Praxen als Mieter einzogen. Ein Sanitätshaus, eine Praxis für Physiotherapie, eine Massagepraxis, Ergo- und Lerntherapie und Logopädie, eine hausärztliche Praxisgemeinschaft. Ab Juli erweitert sich das Angebot um eine weitere Hausärztin und eine nephrologische Praxis. Ein Mieter ist nicht aus dem Gesundheitswesen: „Zwischendrin sitzt unser Kinderhort“, sagt Verwaltungsleiter Christian Hohlweg.

Das sind die neuen Mieter

Zu denen, die ab Juli ins Gesundheitszentrum ziehen, gehört die nephrologische Praxis Hägel, Hild, Reihl. Die Ärzte boten bisher einmal wöchentlich eine Sprechstunde in der Praxis von Gertrud Gloßner-Kleiser an. Diese zieht nun ins Gesundheitszentrum am Angerparkplatz - und die Nephrologen mit ihr. Praxisleiterin Petra Hertrich sieht die Vorteile im Vergleich zu den bisherigen Räumen: Es ist ein Aufzug vorhanden, genügend Parkplätze außerdem.

Den Bürgern fehlt ein Arzt

„Selbstverständlich begrüßen wir eine Konzentration in größeren Orten im Landkreis“, so die Reaktion aus dem Landratsamt. „So ist auch für die betroffenen Bürger, die nicht in diesen Orten wohnen, der Weg meist nicht weit und sie können bei Bedarf mehrere Leistungen in Anspruch nehmen.“ Dass sich in der Mitte der Stadt - zwischen Oberstadt und Blumenau - ein gut zugänglicher medizinischer Versorgungspunkt entwickelt, freut auch Hausbesitzer wie Stadtverwaltung gleichermaßen. „Wir haben wirklich ein vergleichsweise gutes Angebot“, so Hohlweg. Er verweist aber auch darauf, dass mit der Aufgabe der Praxis Roßkopf ein Allgemeinarzt in Bad Berneck fehle. Teilweise mussten Bad Bernecker zu Ärzten in anderen Orten ausweichen. Was die kassenärztliche Vereinigung eben nicht so sieht. Ein neuer Allgemeinarzt bekomme daher in der Stadt keine Zulassung. Eine bestehende Praxis könne jedoch nachbesetzt werden, da der Sitz ja schon einmal vorhanden ist, sagt Birgit Grain, Sprecherin der kassenärztlichen Vereinigung. Die Befürchtung Hohlwegs, dass der Stadt mittelfristig ein weiterer Arzt fehle, muss demnach nicht eintreten. Vorausgesetzt dass der, der aufhört, einen Nachfolger findet.

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