Verkehrsbüro im Eisenbahnwaggon

Die Stadt Bayreuth beschäftigte sich damals mit dem Neubau des Rathauses. Der Bauausschuss genehmigte damals die Detailpläne zur Fortsetzung der Bauarbeiten am Luitpoldplatz.

Zunächst sollte das städtische Verwaltungsgebäude umgebaut werden. Dafür waren 500.000 Mark veranschlagt worden. Oberbürgermeister Hans Walter Wild erklärte, dass mit diesem Bauabschnitt der Übergang zum eigentlichen Rathausneubau geschaffen werden sollte.

Doch die Umbauarbeiten brachten selbstverständlich eine Reihe von Organisationsproblemen für den gesamten Verwaltungsapparat mit sich. Am stärksten wurde davon das Verkehrsbüro betroffen. Das sollte vorübergehend in einen alten Eisenbahnwaggon einziehen, den man auf dem Luitpoldplatz aufstellen wollte. „Das ist eine sehr werbewirksame Lösung“, freute sich Stadtoberhaupt Wild.

Gleichzeitig liefen auch die Bauarbeiten an der Tiefgarage unterhalb des Sparkassengebäudes auf Hochtouren. Die Stadt plante, die Tiefgarage bereits im darauffolgenden Vierteljahr eröffnen zu können.

In derselben Ausgabe druckte der Kurier einen Reisebericht einer Bayreuther Fotografin. Barbara Lombard-Fohrbeck befand sich damals in Südafrika und berichtete für ihre Heimatzeitung exklusiv von ihren Erfahrungen dort. Die 24-Jährige war beeindruckt von der Schönheit und Vielfalt des Landes.

Gleichzeitig hatte die Apartheid überall sichtbare Spuren hinterlassen und das Land gespalten. Die Bayreuther Fotografin interessierte sich vor allem für die abgelegenen Winkel des Landes und die Menschen, wie sie dort lebten. In der damaligen Ausgabe berichtete sie etwa von einem Ausflug in das Naturreservat der Tausend Hügel. Dort lebten Teile der indigenen Zulu-Bevölkerung in malerischer Landschaft. Die Bewohner versuchten, Profit aus den Besuchen der zahlreichen Touristen zu schlagen, die täglich mit Bussen herangefahren kamen.

Lombard-Fohrbeck berichtete von traditionellen Tänzen, bunter Tracht und einem Medizinmann, der sich um die Erkrankungen der Dorfbewohner kümmerte.

Des Weiteren berichtete der Kurier vom Landfrauentag, der damals im Bayreuther Kolpinghaus stattfand. Dazu waren Bauern und vor allem Bäuerinnen aus ganz Oberfranken gekommen, um über aktuelle Probleme in der Landwirtschaft zu beraten. Hauptproblem war, dass die Landwirtschaft ihren Platz im Industriestaat noch nicht gefunden hatte, wie der Präsident des oberfränkischen Bauernverbandes, Gustav Sühler, erklärte. Daran wollte man in Zukunft mit vereinten Kräften arbeiten, um die Zukunft der regionalen Landwirtschaft zu sichern.

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