Veganes Brot: „Ein cleverer Schachzug“

Doch was soll am Brot nicht vegan sein? Zwar gibt es Sorten, die zum Beispiel mit Quark gebacken werden, aber grundsätzlich wird solch eine Butterunterlage nun einmal aus Wasser, Mehl, Sauerteig gebacken. Ein paar Gewürze kommen auch noch dazu – alles ohne tierische Stoffe.

Wolfgang Rippl ist der Bäcker, der damit wirbt. „Okay – Brot ist von Grund auf vegan. Wir haben lediglich ein Brot, in dem wir Kefir verarbeiten. Aber wir haben von Kunden immer mehr Fragen bekommen, ob die Brote auch vegan sind. Das hat zugenommen. Das ist der Grund dafür“, erklärt Rippl.

Keine tierische Produkte

Früher sei niemand auf die Idee gekommen nach Backwaren ohne tierische Produkte zu fragen. Das hat sich inzwischen geändert. Bei Innungen unterhalten sich die Bäcker über solche Trends. Und man versucht mitzuhalten. Rippl hat überlegt, ob er nicht auch auch veganes Süßgebäck im Angebot hat. Er hat: Die Plunderhörnchen bestehen nur aus Margarine, Salz, Mehl und Hefe. Und Hefe ist tatsächlich vegan. Auch wenn die aus Bakterienkulturen besteht. „Wenn jemand das als nicht-vegan sieht, dann dürfte er auch keine Luft einatmen“.

Veganer Nougat

Rippl kommt jetzt auch eine neue Idee: Nougathörnchen und Nussschnecken mit veganem Nougat – den gibt es. „Das probier ich aus“. Seine Pegnitzer Bäckerkollegen sehen die Werbung mit dem veganen Brot mit einem Schulterzucken, mit Sarkasmus oder unverständlichem Kopfschütteln. Etwa, wie ein Bäcker zynisch sagt: „Ja schon klar. Veganes Brot. Wenn im Mehlsilo Maden drin sind, dann ist es das natürlich nicht mehr.“

15 verschiedene Brotsorten

Dagmar Schorner, Inhaberin der Bäckerei Schorner reagiert mit einem Lachen: „Das ist schon ein cleverer Schachzug unseres Kollegen. Das muss ich zugeben. Wir haben 15 verschiedene Brotsorten. Und nur eines davon ist mit Quark gemacht.“ Aber sie fügt auch hinzu, dass Fragen nach veganem Gebäck tatsächlich zugenommen haben – sogar nach veganen Semmeln, die es ja auch von Haus aus sind. Vegan sind dort Florentiner und Mandelhörnchen. Kein Ei, keine Milch – kein Quark. Anette Grill, Inhaberin der Buchauer Holzofenbäckerei: „Ich habe diese Werbung auch schon gesehen. Aber wir brauchen so was nicht. Denn wenn wir ein Brot verkaufen, das nicht vegan ist, dann heißt es Buttermilchbrot. Und wenn es Brötchen sind, dann heißen die Milchbrötchen. Da braucht es dann keine Erklärungen mehr.

Heinrich Pflaum, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei: „Es ist doch inzwischen zur Methode geworden alles was von Natur aus sowieso vegan ist, als vegan verkaufen zu wollen. Das hat sich zu einem großen Geschäft entwickelt.“ Er fügt aber auch hinzu, dass man sich dennoch entwickelt hat. Wo früher hier etwa Laugenbrezeln mit Schweinefett gemacht wurden, weil die dann knackiger wurden, werden die eben nun mit Pflanzenfett gemacht. Zum veganen Brot meint er nur: „Das ist doch nur Mache.“

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