Uni will Studiengebühren behalten

Professoren, Tutoren, Bibliothekskräfte - rund vier Millionen Euro jährlich seien allein in eine verbesserte Personalausstattung an der Universität geflossen, sagte Zanner, der in Absprache mit den Vizepräsidenten derzeit die Geschäfte für den verstorbenen Uni-Präsidenten Rüdiger Bormann führt.

Er halte Studienbeiträge für eine sozialverträgliche Form der Finanzierung, es habe auch viele positive Stummen aus der Studentenschaft gegeben. "Die Studenten kommen gern nach Bayreuth", sagte Zanner, der aber deutlich machte, dass er das demokratische Verfahren des Volksbegehrens keinesfalls ablehnt. Sollten die Studiengebühren tatsächlich wegfallen, worauf Meinungsumfragen und der Stimmungsumschwung in der CSU hindeuten, brauche die Universität Bayreuth mindestens eine Kompensation für die fehlenden Gelder  und sogar mehr Mittel, wenn die Universität weiter wachsen solle. Der Wegfall der Gebühren dürfe auf keinen Fall zu Qualitätseinbußen bei Forschung und Lehre führen.


Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (17. Januar) des Kuriers.

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Was man dabei vergisst sind natürlich die Fälle in denen die Studiengebühren die Studienbedingungen verschlechtert haben. Auslandssemester, Miete, Bücher, Laptop, das alles kostet Geld und in manchen bayerischen Hochschulstandorten gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Wer nebenbei noch 2-3 Nebenjobs machen muss, dem fehlt wiederum die Zeit. Und dabei sind doch unsere Studenten eine wichtige Ressource unseres Landes! Warum Steine in den Weg legen?
Ich bin seit jeher aus Prinzip gegen Studiengebühren, da diese Menschen aus finanziell schwächeren Familien von einem Studium abhalten.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich mit der Idee von nachgelagerten Gebühren anfreunden könnte, da somit die gutverdienenden Absolventen etwas an die Gesellschaft zurückgeben könnten.
Dass Studiengebühren finanziell "Schwächere" vom Studieren abhalten, ist eine These, aber letztendlich nicht belegbar. Ferner ist im Betrag der Studiengebühren von 500 € / Monat das Semesterticket enthalten. Von echten Gebühren, kann man imho letztenldich nicht unbedingt sprechen. Interessant bei den Studiengeühren das "australische Modell HECS: Hier werden (zinslose) Studienkredite vergeben, die erst ab einem bestimmten später erzieltem Jahreseinkommen zurückbezahlt werden müssen. Warum sollte der Staat und damit letztendlich der Steuerzahler gerade jene voll finanzieren, deren Einkommen danach (in der Regel) ohnehin über dem Druchschnitt liegen? Fraglich sicherlich die Verwendung der so eingenommenen Mittel.
"Dass Studiengebühren finanziell "Schwächere" vom Studieren abhalten, ist eine These, aber letztendlich nicht belegbar."

Das ist ihre These, und die ist noch viel weniger belegbar. Betrachtet man die aktuelle Sozialstudie des Deutschen Studentenwerks, wird deutlich, wie sehr der Hochschulzugang auch wegen der Studiengebühren vom Geldbeutel der Eltern abhängt (relativ leicht auf studentenwerke.de zu finden).

Ferner ist es doch nicht so, dass nach dem Wegfall der "großen Gebühr" nichts mehr zu zahlen wäre. In vielen Bundesländern, in denen es keine Studiengebühren mehr gibt, existiert ein Beitrag von rund 100 Euro, der z.B. Verwaltungsgebühren und Beiträge ans Studentenwerk enthält. Das wäre ja schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Abgesehen davon finde ich es besser, es den Studenten freizustellen, ob sie ein Semesterticket erwerben möchten. Wie weit reicht eigentlich das aktuelle "Bayreuther" Semesterticket?

Und: Mit dem "Steuerzahler-Argument" beißt sich die Katz' doch selber in den Schwanz. Wenn Hochschulabsolventen tatsächlich alle besser verdienen - dann zahlen doch auch sie die meisten Steuern, oder?
Zum Semesterticket: Es ist im Landkreis Bayreuth und auf der Bahn zusätzlich bis Neuenmarkt-Wirsberg gültig. Eine ähnliche Regelung gibt es auch für Besucher von Konzert- und Theaterveranstaltungen im Großen Huas der Stadthalle. Im Kartenpreis sind 0.50 Euro für den Stadtbus (BVB) enthalten, der vor und nach der Veranstaltung kostenlos benutzt werden darf. Wer mir dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß und sogar mit einem Regionalbus kommt muss auch bezahlen.
@260507 Bei der Frage Studium spielen auch kulturelle Aspekte eine große Rolle: In vielen "Arbeiterfamilien" schickt sich das Studieren einfach nicht. Insofern wollte ich damit sagen, dass ein "nicht studieren", nicht zwangsläufig monetäre Gründe hat. Danke für den Hinweis auf die HP: Hier ist übrigens auch eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten. Ich halte es für überaus problematisch Bildung, die über die Schule hinaus geht, kostenlos anzubieten: Es geht hier auch um Wertigkeit und das Bewusstsein, dass (gute) Bildung eben kostet. Abgesehen davon: 1.000 € p.a. sind viel Geld, aber doch nicht wirklich ein Grund ein Studium nicht aufzunehmen, noch dazu bei den Finanzierungsmöglichkeiten, oder?