Uni: Dem Ursprung des Lebens auf der Spur

Normalerweise gehen die Preise des „International Board on the Applications of the Mössbauer Effect“ an Physiker und Chemiker. Manchmal auch an Materialwissenschaftler. Bei Forschungen rund um den Mößbauer-Effekt geht es schließlich um die Frage, was mit einem Atomkern passiert, wenn man ihm Energie zuführt. Eher seltener werden die Versuche mit Gesteinsproben gemacht. Nicht so bei Catherine McCammon. Seit 40 Jahren tut sie genau das.

Feinste Partikel in Diamanten

Am Bayerischen Geoinstitut der Uni Bayreuth hat sie jetzt den Mößbauer-Effekt in der Geologie nachgewiesen. Indem sie Millimeter kleine Diamanten untersucht hat, genauer: die noch viel kleineren Gesteinspartikel, die seit Jahrmillionen in Diamanten wie in einem Safe eingeschlossen sind. Und die die vielen Prozesse, allen voran die Hitze im Erdinneren, deshalb unverändert überdauert haben. McCammon beschreibt die Schwierigkeiten dieser Arbeit so: „Das zu untersuchen ist, wie mit einem Teleskop herauszufinden, ob sich auf dem Mond ein Astronaut auch nur um eines Haares Breite bewegt.“

Wo die Meteoriten herkamen

McCammons Arbeit könnte jetzt Aufschluss darüber geben, aus welchem Material die winzigen Erdpartikel innerhalb der Diamanten sind. Und folglich darüber, wo aus dem Weltall die Meteoriten hergekommen sind, die das Leben auf die Erde gebracht haben. Diese Meteoriten, sagt McCammon, könnten diese Frage schließlich nicht mehr selbst beantworten. Anders als die sicher in den Diamanten eingeschlossenen Relikte, seien sie längst mit der Erde verschmolzen.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06