Uni Bayreuth wächst im Ausland

Ihnen gegenüber stehen knapp 1400 wissenschaftliche Mitarbeiter, davon exakt 241 Professoren. Aus diesen Zahlen lässt sich ein „hervorragendes Betreuungsverhältnis“ errechnen. Uni-Präsident Stefan Leible sagte bei der Jahrespressekonferenz auf dem Campus, Bayreuth sei sehr attraktiv für jene, die nicht an einer Massenuni studieren möchten“. Rund ein Drittel der Studenten kommt aus Oberfranken und der Oberpfalz, etwa 24 Prozent aus dem übrigen Bayern und ein gutes Drittel aus dem restlichen Bundesgebiet. In verschiedenen Ranglisten, die Forschung und Lehre der Hochschulen vergleichen, steht Bayreuth sehr gut da: In der Liste der jungen Unis unter 50 Jahren hat Bayreuth den 29. von 200 Plätzen, im Humboldt-Ranking liegt Bayreuth auf Platz neun im bundesdeutschen Vergleich.

Aus sieben Prozent sollen zehn Prozent werden

Diese Ranglisten seien umso wichtiger, als besonders im Ausland der Studienplatz danach ausgewählt wird. Etwa sieben Prozent der Bayreuther Studenten kommen aus anderen Ländern – diesen Anteil wollen wir noch ein wenig steigern. Zehn Prozent peilen wir an,“ sagte Prof. Thomas Scheibel, Vizepräsident für internationale Angelegenheiten. Die größte Gruppe der ausländischen Studenten kommt aus China. Vor einem Jahr hat die Uni Bayreuth in Shanghai ein Gateway Office eröffnet, das sich als Serviceeinrichtung für Studenten und Wissenschaftler versteht. Laut Scheibel ist das nächste Auslandsbüro in Melbourne geplant.

Prof. Christian Laforsch, Vizepräsident für Forschung, wies auf die Forschungserfolge der Bayreuther Wissenschaftler hin: „Ab Beginn nächsten Jahres müssen wir Daumen drücken.“ Denn die Afrika- und die Polymerforschung seien eingeladen worden, für die Exzellenzinitiative sogenannte Vollanträge einzureichen. Für diese Initiative stellt die Bundesregierung 380 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung.

Sanierungsbedürftige Gebäude

Als „Finanzminister“ der Universität berichtete Kanzler Markus Zanner, dass das Studentenwerk knapp 1400 Wohnplätze anbietet, von denen 244 auf dem Zapf-Gelände erst Anfang des Monats eingeweiht wurden. Für die nächsten Jahre sind weitere Baumaßnahmen geplant: Die Gebäude der Geo-Wissenschaften – sie gehören zu den ältesten auf dem Campus – sind sanierungsbedürftig. Dafür sind bis 2027 insgesamt 66,5 Millionen Euro veranschlagt. Auch die Mensa muss renoviert werden, Baubeginn ist 2019, die Kosten werden auf 28,5 Millionen geschätzt. Eine aktuelle Baustelle dagegen nähert sich ihrem Ende: Das Gebäude der Technologie-Allianz Oberfranken im Süden hat rund 44 Millionen gekostet.

In Kürze beginnt eine Art Probebetrieb in den Labors. Auch die Pläne für den in Kulmbach angesiedelten Gesundheits-Campus werden konkreter. Spätestens 2020 sollen die ersten von insgesamt 1000 Studenten nach Kulmbach kommen.

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Kommentare

Massenuni ist wohl auch ein dehnbarer Begriff. Ich pers. sehe da jetzt keinen großen Unterschied ob da nun 30 000 oder 13 000 Studenten studieren. Klein und beschaulich ist für mich was anderes!
Wann geht es mit dem zweiten Bauabschnitt der "Technologie-Allianz Oberfranken" südlich des ökologisch-botanischen Gartens los? Dann soll doch auch der Bauernhof zur Mensazweigstelle werden und der Nutzpflanzengarten zumindest teilweise verlegt werden.
Montag, 13. November 2017 - 11:06