Uni-Anwohner beklagen laute Musik und grölende Studenten

„Noch nach zwei Uhr nachts sind die Bässe zu hören. Das ist wie Folter“, beklagt sich eine Anwohnerin aus dem Emil-Warburg-Weg und bezieht sich auf Partys auf dem nahe gelegenen Unigelände. „Da bebt es hier richtig“, fügt sie hinzu. Auf dem Heimweg von den Partys in die Stadt grölten mehrere Hundert betrunkene Studenten am frühen Morgen im Warburg-Weg. Dies geschehe bis vier Uhr früh, manchmal auch bis sechs Uhr. Zurückbleiben nach Angaben der Anwohnerin zerbrochene Flaschen und Exkremente. „Sogar Schlüpfer liegen rum“, berichtet die Frau, die namentlich nicht genannt werden will, da sie Racheaktionen fürchtet. Auch Kanaldeckel seien im Bereich der Universität schon abgedeckt worden. Über Studenten, die im Warburg-Weg wohnen, gebe es keine Beschwerden, betont die Frau.

Ein Mieter fand die Zustände so unerträglich, dass er im September 2013 aus Bayreuth weggezogen ist. „Wir haben jahrelang gelitten“, sagt er. Der Lärm ging vor allem von Gästen einer Studentenkneipe im Warburg-Weg aus, die inzwischen schließen musste. „Jeden Tag war Rambazamba“, erinnert sich der Mann.

Die beiden Anwohner versichern, dass sie bei nächtlichen Lärmproblemen mehrmals die Polizei in Bayreuth angerufen hatten, es aber kaum Reaktionen gegeben habe. Den Vorwurf, die Polizei ignoriere lärmende Studenten, weist der Pressesprecher der Inspektion Bayreuth-Stadt, Alexander Kollroß, zurück. Bei Einsätzen gebe es eine Prioritätenliste, sagt Kollroß. „Es ist nicht auszuschließen, dass eine Streife wegen Ruhestörung relativ spät kommt. Dass wir überhaupt nicht kommen, stimmt nicht.“ 2012 und 2013 habe es keinen Einsatz im Warburg-Weg gegeben, der mit einem Aktenzeichen erfasst worden sei. „Wenn eine Streife bei einem Einsatz nichts feststellt, dann gibt es auch kein Aktenzeichen“, erläutert Kollroß.

Manuel Kraus von der „motion Kommunikationsgesellschaft“ veranstaltet dreimal im Jahr in der Mensa der Universität Studentenpartys, zu denen durchschnittlich 1000 bis 1500 Gäste kommen. „Es gibt noch weitere zehn bis 15 Veranstaltungen pro Jahr an der Uni“, berichtet er. Auf seinen Partys darf laut behördlicher Genehmigung bis maximal früh um 3.30 Uhr Musik gemacht werden. „Wir achten seit Jahren darauf, dass die Bässe so eingestellt werden, dass nichts nach draußen dringt“, versichert Kraus. In den vergangenen Jahren habe es keine Beschwerden mehr gegeben. Falls Probleme da sind, sei er gerne bereit, mit den Anwohnern zu reden.

Beschwerden über Lärmbelästigungen gebe es immer wieder, ihnen werde nachgegangen, sagt Pressesprecher Joachim Oppold von der Stadtverwaltung. Über zurückgelassenen Müll im Warburg-Weg lägen dem Ordnungsamt hingegen keine Beschwerden vor. Oppold sieht einen Konflikt zwischen „den Ansprüchen an eine lebendige Studentenstadt und dem berechtigten Ruhebedürfnis der Anwohner“.

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Kommentare

Immer diese Studenten! Wir mussten uns ja schon immer ärgern. Ich erinnere an 1742. Damals wurde von Markgraf Friedrich in Bayreuth eine Akademie gegründet und zur Universität erhoben. Natürlich machten die nur Rabatz. Nach Streitigkeiten zwischen den Studenten und der Stadtbevölkerung wurde die Uni aber schon 1743 nach Erlangen verlagert. Sollen die sich doch mit der unnutzen Uni rumschlagen.

Nur gelernt haben wir nichts und 1975 einen zweiten Versuch gestartet. Diesmal besser. Auf der grünen Wiese. Konnte ja niemand ahnen, dass sich diese Studenten dann auch trotz der Bayreuther in die Stadt wagen! Nichtakademisches Partyvolk ist viel gesitteter, kann trinken und hört nur leise Musik.

Vollkommen richtig! Und dann wird dort auch noch nutzloses Zeug wie Juristerei oder Afrikanologie gelehrt, die überhaupt nichts zum Allgemeinwohl beiträgt. Wir haben diesen unhaltbaren Zustand schon viel zu lange ertragen. Werft dieses Pack endlich raus aus dieser beschaulichen Beamtenstadt.
Die Studdenten haben sich 1743 nicht mit der Stdtbevölkerung, sondern mit den Soldaten der ortsansässigen Garnision gestritten!
Korrektur: Stadtbevölkerung
Waren Sie da auch schon eingeschrieben?
Wie sagte schon Karl Julius Weber (1767 - 1832), deutscher Jurist, Privatgelehrter und Schriftsteller, Zitat:
"Ich habe mich schon oft gewundert, daß nicht durch ganz Europa das Sprichwort läuft: Grob, flegelhaft wie ein deutscher Student"
Naja, also so viele Partys sind das wirklich nicht in der Mensa auf dem Uni-Gelände (steht ja auch im Artikel). Es gibt noch das Glashaus, da gibt ein paar Veranstaltungen mehr. Aber das ist ja eher klein. Die Leute sollten mal ein paar Wochen lang in der Innenstadt wohnen, dann kann man sich vlt. über Lärm beschweren ;)
Man wählt seinen Wortort ja meist auch selbst. In Grunau ist es ruhiger als in der Innenstadt. Überraschend? Ich habe einmal für ein paar Semester über einer Kneipe gewohnt und war nicht erstaunt über die Begleiterscheinungen.
Wenn es zu übel wird, gibt es ja klare Regelungen, aber ich bin sehr sehr froh über unsere Studenten und die Uni.
Gäbe es die Studenten (die mit Recht auch mal den Semesterabschluß feiern dürfen) nicht, würden Gäste der Jugendherberge als störend empfunden oder gar die Kinder vom nahegelegenen Kinderhort. Eine Gaststätte mußte bereits geschlossen werden, obwohl sie im Bebauungsplan berücksichtigt war. Mit all dieser empfindlichen Mentalität der sich belästigt fühlenden Anwohner, wird Bayreuth immer weniger attraktiv für Absolventen!
Die Gasstätte war von der Genehmigung von vorneherein als reines Tag-Cafe berücksichtigt. Allein der Betreiber war da anderer Meinung.
Offenbar auch die Sparkasse als Hauseigentümer.
Die Studenten sind leider in der Tat oft sehr laut und rücksichtslos. Endlich wird dieses Problem thematisiert.
Die Verfasser der beiden vorstehenden Kommentare zeigen
eindrucksvoll, dass sie nicht den blassesten Dunst von der Materie haben. Es soll übrigens etliche Anwohner geben, die dorthin zu einer Zeit gezogen sind, wo die Uni nur einige hundert Studenten zählte. Auch die
Feiergewohnheiten (und damit auch die Unvernunft) haben sich erheblich gesteigert. Es ist auch nicht sehr
verantwortungsbewusst von dem Redakteur sich nicht von dem jetzigen Zustand zu überzeugen. Der NK muss sich fragen lassen, warum er zum Füllen von Zeitungsseiten Vorfälle aus dem letzten Jahr ohne aktuellen Anlass aufwärmt. Übrigens war die Kneipe nicht im Bebauungsplan vorgesehen und ohne Zustimmung der Eigentümer illegal (nach dem WEG) betrieben. Das Etablissement wurde auch
nicht wegen des Lärms geschlossen, sondern weil sich der Betreiber wahrscheinlich finanziell verkalkuliert hatte (auch die Erweiterung der Mensa war ein Grund). Im Bebauungsplan war sinnigerweise eine Sparkassenfiliale
bis 2007 vorhanden.
Keinen blassen Dunst? Na ja, die meisten Wohnhäuser im Emil-Warburg-Weg wurden im Zuge der Unigründung gebaut. Wer im Glauben an eine Kurzone direkt neben die im Aufbau befindliche Uni zieht, hat ziemliches Gottvertrauen. Dass die Uni wächst und nicht nur ein paar hundert Studenten haben würde, war ja wohl klar.
Trotzdem: Unter den tausenden Studenten gibt es, wie in jeder Gruppe dieser Größe, schwarze Schafe. Den Problemen sollte man im Sinne der Anwohner begegnen, nur nicht gleich alles Studenten in Sippenhaft nehmen. Eine Kurzone wird es aber so oder so nicht. Ziehen Sie ins schöne Grunau, da ist es in den meisten Straßen ruhig, auch wenn es noch Aufreger gibt. Wie überall. Wir sind ja in Bayreuth.
Das finde ich ein bisschen sehr schwammig. Heißt das, bloß weil es Studenten sind, dürfen sie ruhig die Sau rauslassen ohne Rücksicht auf Nachbarn? Das hört sich für mich nach typischem Gerede von 68er Eltern mit bitte nicht nein sagen oder irgend was verbieten an. Die armen Kinderchen könnten ja einen Schaden fürs Leben abkriegen, wenn sie sich mal an was halten sollen, lieber alles durchgehen lassen. Dann, wenn die Eltern merken, was sie haben, so früh wie möglich raus ausm Haus, damit sie die anderen nerven können. Früher ging man nicht um ein Uhr nachts los, weil es dann keinen Eintritt mehr zu zahlen gibt. Dagegen sollten die mal was machen, weil das das Ausgehen nach hinten verlegt hat. Bei Grunau wird sehr oft geblitzt. Könnte es sei, dass Leute, die ruhig wohnen vielleicht selber lärmempfindlich sind, aber wenig Verständnis für Leute mit echten Lärmproblemen haben? Mir hat jemand, der in einer Tempo 7 Zone wohnt, gesagt, nichts schlimmer als die tütteligen alten Leutchen da, die jeden Stein umdrehen, weil sie den ganzen Tag nichts zu tun haben. Auch aus dem ersten Uni-Jahrgang gab es Pfarrer, Stadtvogt, Geheimer Rat,... Wer aber als aggressiv beschuldigt wurde, da weiß keiner mehr so richtig, was aus dem wurde. Das fehlt heute, das Grenzen setzen.
Die Verfasser der beiden vorstehenden Kommentare zeigen
eindrucksvoll, dass sie nicht den blassesten Dunst von der Materie haben. Es soll übrigens etliche Anwohner geben, die dorthin zu einer Zeit gezogen sind, wo die Uni nur einige hundert Studenten zählte. Auch die
Feiergewohnheiten (und damit auch die Unvernunft) haben sich erheblich gesteigert. Es ist auch nicht sehr
verantwortungsbewusst von dem Redakteur sich nicht von dem jetzigen Zustand zu überzeugen. Der NK muss sich fragen lassen, warum er zum Füllen von Zeitungsseiten Vorfälle aus dem letzten Jahr ohne aktuellen Anlass aufwärmt. Übrigens war die Kneipe nicht im Bebauungsplan vorgesehen und ohne Zustimmung der Eigentümer illegal (nach dem WEG) betrieben. Das Etablissement wurde auch
nicht wegen des Lärms geschlossen, sondern weil sich der Betreiber wahrscheinlich finanziell verkalkuliert hatte (auch die Erweiterung der Mensa war ein Grund). Im Bebauungsplan war sinnigerweise eine Sparkassenfiliale
bis 2007 vorhanden.
Es gibt halt leider viele Problemstudenten mit einem nicht minder problematischen Trinkverhalten. Leider.
"Problemstudenten"? Viele? Der Anteil der "Problemstudenten" dürfte mit dem der "Problembayreuther" und "Problembären! vergleichbar sein....
"Problemstudenten"? Viele? Der Anteil der "Problemstudenten" dürfte mit dem der "Problembayreuther" und "Problembären! vergleichbar sein....
Genauso ist es, werter trabi2!

Das "oberfränkische BILDzeitungsplagiat" verfällt immer mehr in das Niveau der "gala, freizeit-revue, bunte" u.v.m. - das ist eigentlich sehr schade!

Und wie schon in älteren Beiträgen von mir geschrieben: auch Studierende haben sich Regeln der Gesellschaft zu unterwerfen, ob sie wollen oder nicht! Oder gilt für die zukünftige "Elite" (hüstel...) wirklich ein rechtsfreier Raum?
Was für eine Diskussion über Studenten und unsere Universität mal wieder.

Bei 12.000 Studenten gibt es solche und solche. Das ist bei einer solchen Zahl ganz normal. Ich vermiete seit Langem an Studenten und habe bis auf sehr wenige Ausnahmen über die Jahre sehr nette, bescheidene, ja mitunter fast schon langweilige Personen kennengelernt. Studentenbashing ist höchst primitiv.

Den "Regeln der Gesellschaft unterwerfen" - welch Ausdruck! An Gesetze halten und die Regeln eines zivilisierten Zusammenlebens beachten, das sollte für jeden eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es leider nicht. Nicht hier und nicht anderswo. Es gibt sie, die schwarzen Schafe. Unter Akademikern, Nachwuchsakademikern und in jeder anderen Gruppe. Die abwertende Bemerkung über eine "zukünftige Elite" und "rechtsfreien Raum ist auch nur diskriminierende Stimmungsmache zu werten. Vermutlich von jemdandem, der keine Akademiker kennt. Fragen Sie einmal, wer unter den 12.000 sich als "Elite" sieht. Sie werden feststellen: Das sind ganz normale junge Menschen mit ganz normalen positiven und negativen Seiten. Wie jeder Mitbürger. Auch wie jeder Bayreuther Nichtstudent.
Werter Fernbayreuther;

da sie meinen, ihre Meinung grundsätzlich zu jedem Thema abgeben zu müssen und dabei Behauptungen in den Raum stellen, die vor Arroganz und Unwissenheit nur so triefen wie z. B., Zitat: "Vermutlich von jemdandem, der keine Akademiker kennt" zeigt, wie sie eigentlich ticken - ein Besserwisser halt!

Und dazu fällt mir ein Zitat von Ernst Ferstl, einem österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker ein:
"Leute, die glauben, alles besser zu wissen, sind meist vielseitig eingebildet."

Wie recht er doch hat...!

Na Hauptsache, Sie blicken immer durch und lassen allzeit Fakten ihre immer sachlichen Kommentare bereichern.
Es sei noch angemerkt, dass ich einen Kommentar bei einem, in der aktuellen Kommentarleiste befindlichen Thema abgegeben habe - nicht zu jedem Thema. Und ich denke, auch halbwegs ausbalanciert. Ich finde es nur unsäglich, alle Studenten (oder irgendeine Gruppe) in einen Topf zu werfen und zu beschimpfen.
Lesen Sie es einfach nochmal...

Auch habe ich mir keine Zitate zurechtgegoogelt, um wenigstens eine smarte Zeile zu bringen ;-)

Schönen sonnigen Abend noch.
Diese - ihre - Arroganz ist unfassbar...!

Thema erledigt!
Danke. Da Sie Zitate zu schätzen scheinen: "Besserwisser kritisieren immer Bessermacher". (Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker). Auch gegoogelt...

Thema erledigt.
Es gibt eben Menschen, die hören sich gerne reden bzw. lesen sich selbst gerne. In diese Kategorie gehört auch die Spezies derer, deren Namen wir alle 14 Tage bei den Leserbriefen finden, wohlwissend, dass sie sich überall in Bayreuth zum Gespött machen mit ihrer Geltungssucht.

Woanders im Leben (Beruf, Familie usw.) hört ihnen kaum jemand zu, dann suchen sie eben hier ihre Projektionsfläche.
Da ist Ihnen mal recht zu geben. Nur meinen Sie ja mit Ihrer Kritik ausschließlich diejenigen, die nicht Ihrer Meinung sind, nicht wahr?
Die meisten werden doch Versicherungsvertreter, Taxifahrer oder allenfalls VHS-Dozent.
Sie müssen's ja wissen. Eindrucksvolle Karriere...

Man kann niemanden vorwerfen, an der eigenen Bildung interessiert zu sein. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist immer noch die niedrigste.
Gejagt durchs G8, gestresst im Studium, muss es halt einfach raus. Genauso wie es wenige Grünflächen gibt, hat man auch bei der Stadtplanung nicht an ausreichende Feiermöglichkeiten für Studenten gedacht, die eben die Anwohner nicht stören. Stattdessen wurden Altenheime in Uninähe gebaut. Die Eskalation ist also vorprogrammiert, denn auch junge Menschen brauchen einen passenden Lebensraum. Das Glashaus, eine alte Uni-Baracke, kann nicht die Qualität liefern, die junge Menschen heute suchen. Dann eben lieber daheim die Bude rocken.
Das Glashaus ist ein Teil der früheren Notmensa!
Kurzum: Manche bayreuther Stadtbewohner und Mitmenschen zeichnen sich durch Intoleranz gegenüber Kindern, Jugendlichen und hier inbesondere gegenüber Studenten aus. Ob es am Alter, Gesinnung oder an Dummheit liegt, kann hier nicht beantwortet werden. Feststeht, daß sich wohl die hier belästigt Fühlende durch hohe Renditeversprechen und hohen Wiederverkaufswert zum Kauf ihrer Wohnung haben verleiten lassen. Ein Uni Campus ist aber keine Ruheoase.
Es gibt überall Kleinkarierte, nicht nur in Bayreuth.
Die Bayreuther, die ich kenne, sehen die Uni sehr positiv. Wenn man das Thema hier im Kurier schon etwas länger verfolgt - es wird ja diesbezüglich alle paar Monate eine neue Sau durchs Dorf getrieben - stellt man fest, dass es immer die selbe Handvoll Leute ist, die hier studentenfeindliche Ansichten auf Stammtischniveau absondern. Vielleicht schwingen bei manch einem/r ja eigene Negativerlebnisse aus dem eigenen Lebensweg / der beruflichen Karriene mit - ansonsten kann man sich solch hartnäckiges Bashing fast nicht erklären.
Für den typischen Bayreuther sprechen sie meiner Erfahrung nach nicht. Der sitzt eher etwas daab in seinem Sessel und schüttelt den Kopf über manche Kommentare, ohne gleich beunruhigt in die Diskussion einzugreifen ;-)