Überraschend klarer Sieg der Auerbacher

Dabei blieben die Gastgeber vor 540 Zuschauern sogar ungefährdet, denn die Partie gegen den Tabellenachten verlief überraschend einseitig. „Man kann in Auerbach verlieren, aber man darf sich dabei nicht so desolat und so herzlos präsentieren“, übte Gästetrainer Tim Beckmann harte Kritik an seiner Mannschaft. „Es geht nicht, dass wir uns derart vorführen lassen.“ Dagegen durfte sich Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher darüber freuen, dass sein Team die Vorsätze für das Spiel gut umgesetzt hatte: „Wir hatten uns vorgenommen, dem Gegner unser Spiel aufzudrücken, ihn zu Fehlern zu zwingen und sofort das Ruder in die Hand zu nehmen.“

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris ließen die Oberpfälzer den Gegner tatsächlich gar nicht ins Spiel kommen und legten gleich eine 4:0- und 7:1-Führung vor. Grundlage dafür war die überzeugende Abwehr mit dem Rückhalt des erneut gut aufgelegten Lars Goebel im Tor. Allerdings wirkte das Angriffsspiel der Hessen auch zu statisch. Zudem waren die Blau-Weißen diesmal auch bei den Abprallern oft den entscheidenden Schritt schneller.

Größter Vorsprung beim 23:14

Als die Gäste gerade etwas Fuß gefasst und auf 8:4 verkürzt hatten, brachten sie sich durch zwei kurz aufeinander folgende Strafzeiten wieder selbst in Schwierigkeiten. Lediglich als Tobias Büttner die einzige (!) Zeitstrafe gegen Auerbach absitzen musste (28.), wurde es beim 10:7 noch einmal ein wenig enger. Die zweite Hälfte begann mit einer Gala von Andreas Wolf. Nachdem der lange Rückraumspieler das 13:8 durch Kenny Schramm vorbereitet hatte, erzielte er die nächsten vier Treffer im Alleingang. Dabei ließ er sich auch von einem Torwartwechsel der Gäste nicht aufhalten. Der TV Groß-Umstadt schien sich schon fast aufgegeben zu haben, kreierte kaum zwingende Situationen im Angriff und offenbarte große Lücken im Abwehrverbund. Die lautstarke Ansprache des Gästetrainers in einer Auszeit beim Stand von 20:13 (43.) konnte nicht verhindern, dass die Auerbacher sogar noch auf 23:14 davonzogen. Auch diese drei Tore fielen über die linke Seite, eines durch Schramm und zwei durch Wolf.

Danach hatten die Gastgeber keine große Mühe mehr, den Vorsprung zu verwalten. Großer Jubel kam noch einmal in der 57. und 58. Minute auf, als sich Nachwuchsspieler Ferdinand Neuß zweimal in die Torschützenliste eintrug. Entsprechend glücklich zeigte sich SV-Spielertrainer Wannenmacher mit dem Erfolgserlebnis, gerade auch mit Blick auf die nun anstehende Partie beim Schlusslicht USV Halle: „Das wird ein Vier-Punkte-Spiel.“

SV 08 Auerbach: Bayerschmidt, Goebel – Tannenberger, Weiss (2), Neuß (2), Lux (2), Laugner (1), Wannenmacher (2), Herold, Büttner (2), Schramm (6), Müller (5), Wolf (7), Schöttner.

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06