Überragende Defensivleistung der Tigers

In der Schlussphase lieferte der EHC eine packende Abwehrschlacht, mit aufopferungsvollem Kampf musste er seinen 2:1-Vorsprung verteidigen. Sechs Minuten vor Ende gerieten die Tigers in Unterzahl, standen aber gegen die wütend angreifenden Hausherren sehr gut.

Dann kam es in der 58. Minute zu einem Handgemenge, Marvin Neher musste mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine und die Gäste in der restlichen Spielzeit mit einem, und als Kaufbeuren den Torwart vom Eis nahm mit zwei Mann weniger als der Gegner auskommen.

Vosvrda mit tollen Paraden

Doch Tomas Vosvrda war nicht zu überwinden. Mit zwei irren Paraden sicherte der Torwart den Auswärtserfolg. Diesen verdienten sich die Bayreuther mit einer taktischen Meisterleistung, sehr disziplinierter Spielweise und einer überragenden Vorstellung in der Defensive.

Beide Mannschaften setzten auf eine ähnliche Taktik: Konsequent in der Abwehr stehen, bei Puckgewinn selbst die Initiative ergreifen und schnell umschalten. So entwickelte sich ein flottes und ansehnliches Spiel mit wenig Unterbrechungen, in dem beide Defensivreihen ihre Sache sehr gut machten und viele Schüsse blockten oder erst gar nicht zuließen.

Zudem zeigten die Torhüter, dass sie zu den Besten ihres Fachs in der DEL2 gehören. Der Bayreuther Vosvrda behielt im Eins-gegen-eins (13.), bei einem abgefälschten Weitschuss (16.) und einer Direktabnahme aus kürzester Distanz (17.) die Oberhand. Sein Gegenüber Stefan Vajs parierte bei einem Unterzahl-Konter des EHC exzellent gegen den sehr auffälligen und toll von Ivan Kolozvary in Szene gesetzten Michal Bartosch. Da Bayreuth bei zwei weiteren Kontern ein wenig die Genauigkeit fehlte, blieb es nach 20 Minuten beim 0:0.

Zwei Schüsse, zwei Treffer

Das änderte sich nach dem ersten Seitenwechsel, weil die Bayreuther neben einer weiterhin sehr starken Defensivleistung eine hohe Effizienz im Torabschluss zeigten. Die ersten beiden Schüsse waren gleich erfolgreich. Erst war Nathan Robinson nach 51 Sekunden in diesem Abschnitt zur Stelle, dann überraschte Andreas Geigenmüller (27.) den Kaufbeurer Schlussmann, und die Gäste führten mit 2:0.

Anschließend übernahmen sie kurzzeitig sogar die Kontrolle, doch eine Bayreuther Strafzeit brachte die Hausherren zurück ins Spiel. In Überzahl war nach einem Distanzschuss Jere Laaksonen per Abstauber erfolgreich.

Nun drückte Kaufbeuren vehement auf den Ausgleich. Mehrmals retteten die Bayreuther im letzten Moment. Einmal war es Sebastian Busch (31.), der Florian Thomas entscheidend störte. Einmal war es Vosvrda (32.), der glänzend einen Treffer von Sami Blomqvist verhinderte. Überhaupt war Vosvrda mit seiner Ruhe und Fangsicherheit weiter ein bärenstarker Rückhalt.

Konter nicht erfolgreich

Ganz ohne Chancen waren die Tigers aber nicht: Bei Kontern verpassten Bartosch (37.) und Geigenmüller (38.) den dritten EHC-Treffer.

Im Schlussabschnitt gestalteten die Bayreuther das Spiel wieder ausgeglichen und hielten die Hausherren dank großer Laufbereitschaft weitestgehend vom eigenen Tor fern. Die eigenen Offensivbemühungen blieben da zwangsläufig etwas auf der Strecke. Allerdings sparten die Bayreuther so auch Kraft für die Schlussphase, die sie dringend benötigten, um den Auswärtssieg zu sichern.

ESV Kaufbeuren:Vajs – Woidtke, Osterloh, Ketterer, Haase, Pozivil, Pfaffengut – Wolter, Schmidle, Fröhlich, Szwez, Thomas, Schäffler, Laaksonen, Gracel, Blomqvist, Karevaara, Kiefersauer.

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Neher; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten – Stas, Wohlberg, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Rypar, Fröhlich.

Tore: 0:1 (21.) Robinson (Bartosch, Wohlberg), 0:2 (27.) Geigenmüller (Bartosch, Kolozvary), 1:2 (29.) Laaksonen (Osterloh, Schmidle – 5 gegen 4).

Strafminuten: Kaufbeuren 2, Bayreuth 8 + 5 plus Spieldauer gegen Neher.

Zuschauer: 1911.

SR: Holzer, Bertele, Haas.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

Nicht bewertet

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