Trotz Hundeverbots auf der Gartenschau: Initiative will weitermachen

Die Mitteilung geht am Samstag, wenige Minuten vor 11 Uhr an den Mailverteiler der Landesgartenschau 2016. Positiv formuliert, teilt der Pressesprecher Mirko Streich mit: "Ein Herz für Tiere: Tierheim Bayreuth betreut Hunde der Gartenschau-Besucher". Und: "Mitnahme von Hunden nach der Ausstellungszeit möglich". Eine telefonische Nachfrage unserer Zeitung sofort nach Eingang der Mail bringt kein Ergebnis. Streich verweist auf die Pressemitteilung, darüber hinaus gebe es keine weiteren Informationen.

Viele haben Angst vor Hunden

In der Mitteilung wird der Vorsitzende des Bayreuther Tierschutzvereins, Guido Zahn mit den Worten zitiert, es sei "nicht wirklich praktikabel" Hunde an kurzer Leine und möglicherweise mit Maulkorb auf eine Veranstaltung wie die Gartenschau mitzunehmen. Das bedeute "Stress für Mensch und Hund". Wie Streich schreibt, seien "alle Vorschläge und Argumente wurden bereits des öfteren erörtert und abgewogen. Es gibt nicht wenige Menschen, die Angst vor Hunden haben". Zudem sei es für die Besucher von Gartenschauen selbstverständlich, die Rasen- und Wiesenflächen zum Spielen, Herumtollen oder einfach nur zum Ausruhen zu nutzen. Man habe Sorge, dass eine "Restverschmutzung" bleibe, selbst wenn pflichtbewusste Hundebsitzer die Hinterlassenschaft ihrer Lieblinge beseitigen würden. Die Geschäftsführerin der Landesgartenschau in Bayreuth, Dagmar Voß, wird mit den Worten zitiert: „Aus diesen und vielen weiteren Gründen, auch haftungsrechtlicher Natur, sowie nach Abwägung aller Vorschläge und Argumente wird die Landesgartenschau an dem in ihrer Hausordnung verankerten Hundeverbot festhalten. Dafür bitten wir um Verständnis.“

"Nicht die feine englische Art"

Dieses Verständnis kann Oliver Riess (46) nicht aufbringen: "Das war nicht die feine englische Art", sagt er am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. Riess sagt, er wundere sich, warum die Landesgartenschau-Gesellschaft nicht das vereinbarte Gespräch am 10. Juni abgewartet habe. Riess sagt, er sei von der Gartenschau-Gesellschaft per Mail ausgeladen worden. Er nehme an, das sei geschehen, weil er die Presse informiert habe. "Man hat da offenbar etwas in den falschen Hals bekommen", sagt Riess.

Aufschwung für Initiative

Die Facebook-Initiative habe übers Wochenende noch knapp 1000 neue Freunde gewonnen, habe jetzt etwa 2500 Befürworter. Riess sagt: "Wir machen weiter. Uns geht es um nichts anderes, als in den Abendstunden an bestimmten Tagen mal eine Runde mit dem Hund über die Gartenschau drehen zu können. Nicht an Wochenenden, nicht an Feiertagen, wo viel los sein wird." 

Es gebe, sagt Riess, genügend Beispiele, wo das Nebeneinander von Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern wunderbar funktioniere. "In Bayreuth steht man Veränderungen offensichtlich nicht besonders aufgeschlossen gegenüber. Und wenn man die weißen Esel als Argument nimmt: Die werden nach der Gartenschau im Röhrensee auch wieder mit Hunden konfrontiert."  

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