Trompetter: Behörde gegen mehr Produktion

Das Unternehmen mit rund 100 Beschäftigten in Bindlach hatte Antrag am 28. April des vergangenen Jahres gestellt. Die Gießerei wollte ihre Betriebszeiten von 16 auf 24 Stunden erweitern und beabsichtigte, in drei Schichten zu arbeiten. Die Schmelzleistung sollte von 57 Tonnen auf 88 Tonnen steigen. Zudem wollte Trompetter einen neuen Schornstein mit einer Höhe von 25 Metern statt bislang 15 Meter bauen. Für die Produktionserweiterung nannte das Unternehmen wirtschaftliche Gründe. Angeblich gibt es einen großen Auftrag, zudem sollen Produktionsspitzen aufgefangen werden. 

Gegen den erweiterten Gießereibetrieb hatten sich 479 Bürger aus Bindlach ausgesprochen. Sie befürchten mehr Lärm durch den Gießereibetrieb und Lieferverkehr, mehr Staub und mehr Geruch.

Bestandsschutz für zwei Schichten

Wie es im Bescheid des Landratsamtes heißt, genießt die gegenwärtige Produktion im Zwei-Schicht-Betrieb Bestandsschutz. Die beantragte Erweiterung gehe jedoch darüber hinaus. Die Gießerei stelle wegen ihre Emissionen eine genehmigungspflichtige Anlage dar. Deshalb entspreche sie typischerweise nicht einem in einem Gewerbegebiet zulässigen Gewerbetrieb. Das gelte auch für die beantragte Erweiterung.

Gedämpfte Hoffnung nach Erörterung

Beim Erörterungstermin am 16. November im Landratsamt haben die Anlieger ihre Bedenken vorgetragen. Der von Trompetter beauftragte Rechtsanwalt Nikolai Lück sowie mehrere Gutachter hatten dabei versucht, die Einwände der Nachbarn zu entkräften. Das dämpfte die Hoffnung, gegen die Betriebserweiterung überhaupt etwas ausrichten zu können. Umso größer die Überraschung darüber, wie das Landratsamt entschieden hat, so Ingo Grädtke gestern. Die Anlieger hätten ihre Erwartungen in den ablehnenden Gemeinderatsbeschluss vom Sommer 2017 gesetzt. Grädtke äußerte im Übrigen seine Genugtuung darüber, dass das Engagement der Bürger etwas bewirkt habe.

Klage vor dem Verwaltungsgericht

Die Erweiterung der Produktion ist damit nicht vom Tisch. Trompetter kann nun den Rechtsweg beschreiten und vor dem Verwaltungsgericht klagen. Die Unternehmensleitung hat sich bislang nicht gegenüber dem Kurier zu ihren Plänen geäußert. Auch am Dienstag war niemand zu sprechen.

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