Treffen der Extremkletterer am 27. Mai

Einer dieser Kletterfreaks ist Felix Knaub aus Hersbruck. Der 24-jährige Rechtsreferendar ist dem Sport seit frühester Kindheit verbunden. Schon als Vierjähriger war er mit seinen Eltern im Gebiet des Frankenjura unterwegs. Dazu gehören die Fränkische Schweiz und die Hersbrucker Alb. „Ich war zwangsläufig immer dabei, weil meine Eltern aktive Kletterer waren“, erzählt Knaub. Auch im Urlaub war die Familie immer in der Nähe von Klettergebieten, ob in Frankreich, Spanien, Österreich oder der Schweiz.

Keine Perspektive

Trotz dieser langjährigen Übung sah der junge Mann nie eine berufliche Perspektive im Sport. In Deutschland könne man mit dem Klettern kaum Geld verdienen, in anderen Ländern gehe es vielleicht besser. Der Hersbrucker hat deshalb nach dem Abitur Jura studiert und verbringt seine Freizeit mit Vorliebe an den Felsen der Region. Meist gehe er bouldern, berichtet er.

Die Action Directe, die über Jahre als die schwierigste Route im Frankenjura galt, hat er 2011 begangen. „Jeder Kletterer kennt diese Tour, ich wollte sie auch mal probieren.“ Auf eine langwierige Vorbereitung hat Knaub verzichtet. Er wärme sich ohnehin nicht am Boden, sondern in der Wand auf, sagt er. Wichtig bei schwierigen Touren wie der Action Directe sei das Üben einzelner Züge. Es sei vor allem ratsam, das Ende der Tour mehrmals zu üben, damit sich die Bewegungsabfolge einspiele.

Viele Fehlversuche

„Am Ende kann man nicht lange ausprobieren, weil man oft schon ziemlich platt ist.“ Wenn die Einzelzüge geübt und die besten Klickpositionen ausgesucht sind, beginne er mit den Durchstiegsversuchen. Klappt es nicht sofort, dürfe man nicht aufgeben. „Durch Fehlversuche lernt man und macht es beim nächsten Mal besser.“ Der Bewegungsablauf werde mehr und mehr eingeschliffen. Er vergleiche das Klettern gerne mit einem Walzertanz. Am Anfang sei man noch etwas steif, doch mit der Zeit werden die Bewegungen flüssiger und man muss nicht mehr nachdenken über die Tanzschritte. Beim Klettern muss man auch nicht über die nächsten Züge nachdenken.

Zwei bis drei Minuten

Der eigentliche Durchstieg der Action Directe dauerte etwa zwei bis drei Minuten. Das sei nicht viel. Die eigentliche Arbeit sei das Üben der Einzelzüge vorher. „Der Durchstieg ist dann das i-Tüpfelchen, die Belohnung der Mühen.“ Das Schwierige an der Action Directe seien die kleinen Grifflöcher. Auch ist zu Beginn der Tour ein Einstiegssprung in die Wand nötig. Nach dem erfolgreichen Durchstieg sei der Reiz einer Strecke, auch wenn sie noch so anspruchsvoll ist, vorbei, sagt Felix Knaub. Dann zieht der Kletterer weiter und sucht sich neue Herausforderungen.

Felix Knaub freut sich schon auf die Veranstaltung in Auerbach. In lockerer Atmosphäre werden die Bezwinger der legendären Action Directe über ihre Erinnerungen an die Route sprechen. Ein solches Treffen findet erstmals statt. Die Besucher in der Helmut-Ott-Halle haben am 27. Mai ab 20.30 Uhr die Gelegenheit, einige herausragende Kletterer zu treffen und zu hören. Bereits zugesagt haben Kilian Fischhuber aus Österreich, Rustam Gelmanov aus Russland, sowie Alexander Megos, Felix Neumärker, Julius Westphal und Felix Knaub aus Deutschland. Eingeladen wurden alle Bezwinger der Action Directe, erklärt Horst Fürsattel, der das Kletterfestival maßgeblich organisiert.

In Zeiten sozialer Medien seien Adressen nicht das Problem. Thomas Brenzinger aus Betzenstein, der in der Boulder- und Sportkletterszene weltweit bekannt und hervorragend vernetzt ist, hat sich um die Einladungen gekümmert.

Nicht bewertet

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