Tod von Torwart schockt ASV Laineck

Der leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel bestätigte am Montag auf Anfrage, dass seine Behörde die Todesermittlungen wegen ungeklärter Ursache führe. Der Leichnam des 25-Jährigen werde obduziert. Über nähere Hintergründe wollte Potzel nichts sagen: Er habe die Akte noch nicht auf dem Tisch.

Trainingsauftakt abgesagt

Seine Mutter fand am Samstag ihren Sohn Daniel M.: Er lag tot im Bett. Das berichtet sein Mannschaftskamerad und enger Freund Dominik Förster. Förster, der jetzt den Verein wechselt, aber mit dem Verstorbenen am Freitag noch bei einem Gauditurnier zusammen gespielt hatte, bestätigt die Einschätzung des ASV-Vorsitzenden Halil Tasdelen: „Der Verein steht unter Schock.“ Laut Tasdelen wurde der Trainingsauftakt der Lainecker Fußballmannschaft abgesagt.

Dominik Förster erinnert sich: Er habe mit seinem Freund Daniel vereinbart, dass sie sich am Samstag um 10 Uhr zur Abfahrt zum nächsten Gauditurnier treffen wollten: „Er kam nicht. Ich habe mich schon gewundert, weil er normalerweise überpünktlich war.“

Ohne Daniel M. begannen seine Kumpels in Bad Berneck zu spielen – bis Försters Vater auf Spielfeld kam und seinem Sohn die Todesnachricht überbrachte. Förster Team brach das Spiel ab, man sei sofort zum Wohnort von Daniel M. gefahren. Beim Eintreffen der Freunde wurde der Verstorbene gerade im Leichenwagen abtransportiert. Auch die Kripo sei vor Ort gewesen.

Beschwerden nach Arbeitsunfall

Mannschaftskameraden berichteten, dass Daniel M. seit einem Arbeitsunfall in seinem Beruf als Brauer und Mälzer erhebliche Beschwerden mit einem Arm gehabt habe. Vor einem halben Jahr sei der junge Mann operiert worden –. jedoch möglicherweise nicht erfolgreich. Daniel M. habe an der betroffenen Hand nur mehr zwei Finger bewegen können. Dominik Förster sagt: „Umso faszinierender war, dass er trotzdem ein fantastischer Torwart war.“ Eine weitere Folge der Operation seien starke Schmerzen gewesen, die mit Schmerzmitteln bekämpft wurden. Dominik Förster berichtet, was Daniel M. ihm erzählt haben soll: „Ibu 800 nehme ich nebenbei.“ Zuletzt habe sein Freund wesentlich schwerere Schmerzmittel eingenommen, angeblich auch welche gegen Epilepsie.

Weil sein toter Freund mit Schaum vor dem Mund aufgefunden wurde, vermutet Förster einen Zusammenhang. Und er berichtet, dass Daniel M. über einen Rechtsanwalt das Krankenhaus verklagt habe, in dem er operiert worden war.

Ein Kontakt zu diesem Anwalt kam bislang nicht zustande. Der Sprecher des Krankenhauses erklärte, er könne ohne eine Schweigepflichtsentbindung durch die Angehörigen keine Stellungnahme abgeben.

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