Tischtennisteam braucht Nachwuchs

Viele Mädchen und Jungen, gelegentlich mal der eine oder andere Erwachsene ließen sich das Angebot, in der Schulturnhalle mit Ball und Schläger umzugehen, nicht entgehen. Das zeigte auch, auf was es der Sparte in den nächsten Jahren ankommt: Nachwuchs muss her. Die drei Mannschaften mit 17 Aktiven, die am Ligabetrieb teilnehmen, haben einen Altersdurchschnitt, der weit jenseits der 30 liegt.

Immer eine Randsportart

Spartenleiter Gerhard Mayrhauser weiß, wie schwierig es ist, Kinder und Jugendliche für den Tischtennissport zu interessieren, der immer eine Randsportart war und es auch heute noch ist. „Wir haben zum Jubiläum einen Tag der offenen Tür gemacht, in der Hoffnung, dass wir Jugendliche für unseren Sport gewinnen können“, sagt der mittlerweile über 70-Jährige.

Zeit für Sport für Kinder ist knapp

Er ist sich bewusst, dass das kein leichtes Unterfangen ist. „Die Zeit ist knapp geworden für die Kinder für Sport, vor allem für Gymnasiasten.“ Der FC Betzenstein ist nicht der einzige Tischtennisverein, der Nachwuchsprobleme hat. Nicht umsonst hat man auf Kreisebene die Mannschaftsstärke von sechs auf vier Spieler reduziert. Für die Betzensteiner war das aber eine Gelegenheit eine dritte Mannschaft zu melden.

Es gibt keine Altersklassen

Tischtennis ist ein Sport, der kaum verschleißt. „Man kann Tischtennis sehr sehr lange spielen“, sagt Mayrhauser. Die drei Mannschaften sind ein Spiegelbild dieser Einschätzung. Es spielen Mitte-20-Jährige neben 60-Jährigen in einer Mannschaft, weil es keine Altersklassen gibt und dazu noch mit Erfolg. Mayrhofer selbst hat früher Fußball gespielt, konnte das aber wegen einer Verletzung nicht mehr tun. Dafür hat er mit Tischtennis begonnen und ist dabei geblieben.

17-Jähriger gegen 70-Jährigen

Es gibt kaum eine Sportart, in der ein 17-Jähriger einem 70-Jährigen gegenüberstehen kann. Ungewohnt ist das nur für einen Außenstehenden. Im Tischtennissport, vor allem in den unteren Klassen, ist das eine Selbstverständlichkeit. Die drei Mannschaften des FC Betzenstein pendeln zwischen Kreisklasse und Bezirksliga (Kreis Forchheim). In den 50 Jahren ihres Bestehens gab es das übliche Auf und Ab. Eine Frauenmannschaft hat es genauso gegeben, wie auch Jugendmannschaften. 2013 allerdings musste man die Jugendmannschaft abmelden, zwei Jahren nachdem sie in der Kreisliga Meister wurden. 2014 feierte man mit dem Titel des Kreispokalsiegers einen der größten Erfolge.

Heizung war ausgefallen

Geradezu kurios sind Anekdoten, die sich im Laufe von 50 Jahren angesammelt haben. So musste man beispielsweise in den 70er Jahren in der Hemmerleinhalle in Parka und Moonboots spielen, weil die Heizung ausgefallen war. Das völlige Gegenteil erlebten die Betzensteiner Tischtennisspieler in Pettensiedel. Dort musste man über einer Backstube spielen. Winterkleidung war nicht mehr nötig. Und dann war da der gebohnerte Fliesenboden im Vereinsheim in Weingarts, der für ungewollte Tanzeinlagen während des Spiels verantwortlich war.

Erinnerungen gibt es genug, aber Mayrhauser schaut ebenso gerne nach vorne. „Es wird größere Spielbezirke geben – da wird sich viel ändern“, sagt er. Eine Sache soll für ihn aber so bleiben: „Die Spieler kennen sich untereinander und verstehen sich, auch wenn es im Spiel mal härter zugeht.“

INFO: Zum Training der Tischtennissparte des FC Betzenstein kann man jederzeit dazu stoßen und in den Sport hineinschnuppern: Jeden Mittwoch und Donnerstag ab 18 Uhr in der Schulturnhalle.

Nicht bewertet

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