Timo Hoffmann holt WM-Bronze

„Ich bin absolut zufrieden mit dieser WM“, sagt Hoffmann. „Wir haben als Team gut gespielt, und persönlich habe ich in den wichtigen Momenten meine Leistung abgerufen.“ Bereits in der Vorrunde hatten die Deutschen Stärke bewiesen. In den Partien gegen Estland (8:0), Slowenien (5:3) und Rumänien (7:1) hielten sie sich schadlos. Hoffmann trug in seinen Duellen mit drei Erfolgen zum Gruppensieg bei. Im Viertelfinale musste der gebürtige Bayreuther seine einzige Niederlage hinnehmen. Er verlor trotz guter 652 Kegel gegen den Tschechen Vesely (671).

„Der Gegner war sehr stark, aber zum Glück fiel die Niederlage nicht mehr ins Gewicht“, sagt Hoffmann. Denn im Gesamtergebnis lagen die Deutschen vorn: Mit dem 5:3 gegen Tschechien und dem Einzug ins Halbfinale sicherten sie sich bereits eine Medaille. Dort wartete Titelverteidiger Serbien. In der Neuauflage des Endspiels von 2015 unterlagen die Deutschen erneut. Nur Timo Hehl und Hoffmann gelangen bei der 2:6-Niederlage Siege in ihren Duellen. Dabei zeigte der Neudrossenfelder mit herausragenden 681 Kegeln erneut, dass es die richtige Entscheidung war, sein Bundestraineramt während der WM ruhen zu lassen und sich voll auf die Rolle als Spieler zu konzentrieren.

Finaleinzug knapp verpasst

„Serbien ist extrem gut besetzt. Gegen so ein Team musst du die wenigen Möglichkeiten nutzen“, weiß Hoffmann. „Und das haben wir, obwohl wir auf hohem Niveau gekegelt haben, eben nicht. Zwei oder drei Duelle haben wir mit den letzten beiden Kugeln verloren und auch deshalb das Finale verpasst.“ Dort wurde Serbien seiner Favoritenrolle gerecht und holte sich mit einem 6:2 gegen Ungarn den WM-Titel.

Und wie geht es mit dem 47-jährigen Hoffmann weiter, der bei einem WM-Gewinn seine aktive Karriere beendet hätte? „Jetzt konzentriere ich mich wieder auf den Job als Bundestrainer und werde mir auch Gedanken über das Team machen.“ Wenn das Niveau gehalten werden könne, sei auch ein Umbruch möglich. „Wenn es in zwei Jahren acht bessere Spieler gibt, dränge ich mich nicht in den Vordergrund. Allerdings wollen wir nicht vom Medaillengewinner zum Außenseiter werden.“

Den deutschen Damen gelang nach drei Vorrundensiegen (8:0 gegen Estland, 6:2 gegen Österreich, 5:3 gegen Ungarn), dem 5:3-Viertelfinalerfolg gegen Serbien und dem 5:3 im Halbfinale gegen Tschechien der Sprung ins Endspiel. Dort kam es zu einem nervenaufreibenden Duell gegen Kroatien. Bei 4:4 Mannschaftspunkten und Satzgleichheit musste der Sudden Victory die Entscheidung bringen. Je zwei Spielerinnen beider Teams mussten je drei Kugeln werfen. Die Deutschen behielten mit 45:39 die Oberhand.

Nicht bewertet

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