Tigers unterliegen Kaufbeuren 0:3

Sein Team, so sagte Sergej Waßmiller nach der Partie, habe sich eigentlich ausreichend Chancen erarbeitet, „um nicht nur ein Tor zu schießen. Aber es war auch schwierig für uns. Kaufbeuren war unheimlich diszipliniert“. Trotz der offensichtlichen Abschlussschwäche attestierte der Tigers-Coach seiner Mannschaft eine starke Leistung: „Wir haben die Räume eng gemacht und wenig zugelassen.“

In der Tat dominierten die Defensivreihen beider Teams über weite Strecken. Es dauerte rund zehn Minuten, bis sich die Torhüter überhaupt einmal auszeichnen konnten. Während Andreas Geigenmüller (10.) ESV-Goalie Stefan Vajs aus zentraler Position vor keine große Herausforderung stellte, scheiterte auf der Gegenseite Christoph Kiefersauer (11.) aus kurzer Distanz gegen den schnell abtauchenden Friedrich Hartung, der für den außer Gefecht gesetzten Tomas Vosvrda im Gehäuse stand (Waßmiller: „Hartung hat seine Sache sehr gut gemacht.“). Machtlos war der Tigers-Goalie allerdings bei der Gästeführung kurz vor Drittelende. Einen Pass von Mychal Monteith vor das Bayreuther Tor fälschte Bayreuths Verteidiger Marvin Neher unfreiwillig mit dem Schlittschuh zu Jere Laaksonen ab. Der Finne hatte am langen Pfosten keine Mühe mehr, die zunehmende Dominanz seines Teams zu belohnen.

Kolozvary setzt erstes Ausrufezeichen

Im Mitteldrittel dauerte es etwas, bis sich die Bayreuther sortiert hatten. In der 25. Minute setzte Ivan Kolozvary ein erstes Ausrufezeichen, als er Vajs per Schlagschuss aus kurzer Distanz zu einer Glanzparade zwang. Es war der Auftakt zu einem nun rassigen Mitteldrittel mit einigen Torszenen. Die Tigers rissen das Zepter an sich, hatten aber zwei Unterzahlsituationen und eine weitere gute Schusschance durch Florin Ketterer zu überstehen, ehe sie selbst gefährlich wurden. Allerdings lag es nicht nur an Vajs und an einer „sehr disziplinierten Verteidigung meiner Mannschaft“ (ESV-Trainer Andreas Brockmann), dass der ESV seine Führung hielt, sondern auch an der Ungenauigkeit in den Abschlüssen und an der zu großen Statik bei zwei Überzahlsituationen seitens der Tigers.

An Vollstreckerqualität mangelte es den Bayreuthern auch im Schlussabschnitt. Ein Kolozvary-Nachschuss (44.) und ein starker Alleingang von Valentin Busch stellten die Gäste-Defensive nur punktuell vor Probleme. Die Kaufbeurer blieben konzentriert und bissig und hatten zudem den besseren Offensivplan.

Ein Geniestreich von Charlie Sarault, der mit einem Diagonalpass durch das Angriffsdrittel die komplette Bayreuther Defensive inklusive Hartung aushebelte und den Torschützen Monteith ins Spiel brachte, führte die Gäste endgültig auf die Siegerstraße. Nach Monteiths 0:2 reagierten die Tigers mit dem Mute der Verzweiflung, es brannte nun zwei Minuten lang lichterloh vor dem Kasten von Vajs. Aber auch dieses Feuerwerk mit Chancen von Luca Gläser und Kolozvary förderte nichts Zählbares zu Tage. So gelang Jere Laaksonen 16 Sekunden vor Ende mit einem Schuss ins leere Tor das 0:3 und damit die erfolgreiche Revanche für die jüngste 1:5-Niederlage in Kaufbeuren.

Bayreuth Tigers: Hartung – Heider, Müller; Neher, Potac; Gerstung, Pavlu; Linden – Alanov, Stas, V. Busch; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Drews, S. Busch, Gläser; Voronov.

ESV Kaufbeuren: Vajs – Ketterer, Monteith; Osterloh, Koziol; Haase, Reining; – Blomqvist, Sarault, Kiefersauer; Karevaara, Thomas, Lewis; Laaksonen, Thiel Oppolzer; Wolter.

SR: Daniels, Gogulla;

Strafminuten: Bayreuth 6, Kaufbeuren 6;

Zuschauer: 1803.

Tore: 0:1 (20.) Thiel (Monteith, Laaksonen), 0:2 (52.) Monteith (Sarault), 0:3 (60.) Laaksonen (Haase, Sarault – EN).

Nicht bewertet

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