Tigers unterliegen Freiburg mit 4:5

„Ein dummes und unglückliches Gegentor“ sei schuld gewesen, dass seine Mannschaft verloren habe, sagte Sergej Waßmiller nach der Partie. Er meinte das 4:5, das die Freiburger in eigener Unterzahl bei einem Konter erzielten. „Danach probieren wir noch einmal alles, aber das Scheibenglück war nicht auf unserer Seite. Das passt zu dieser Saison“, stellte der Tigers-Trainer konsterniert fest.

Dabei hatte die Partie doch so vielversprechend für seine Mannschaft begonnen. Was zweifelsohne auch am Gegner lag. Der saß nach Auskunft seines Trainers Leos Sulak nämlich noch im Bus, als es losging. Die Freiburger starteten in der Tat ähnlich wie die Bayreuther bei ihrem vorangegangenen Auswärtsauftritt in Crimmitschau, nämlich pomadig und unsortiert. Die Tigers hingegen waren hellwach und bestraften die Schwächen der Breisgauer prompt: Nach nur 31 Sekunden traf Anthony Luciani zum 1:0. In der vierten Minute verwertete Jozef Potac ein Hintertor-Anspiel von Ivan Kolozvary mit einem fulminanten Schlagschuss, bei dem EHC-Keeper Miroslav Hanuljak nicht die allerbeste Figur machte. Sein Gegenüber Tomas Vosvrda indes agierte fehlerlos, wobei er zunächst weit mehr Unterstützung durch seine Vorderleute bekam als sein Vertreter Friedrich Hartung beim 5:9 in Crimmitschau. Auf der Hut sein musste er dennoch, als Julian Airich (10.) und Marc Wittfoth (18.) frei vor ihm zum Schuss kamen.

Vier Gegentreffer im Mitteldrittel

Ein Deja-vu erlebten die Bayreuther im Mitteldrittel. Kaum erhöhte der Gegner den Druck, kamen die Tigers ins Schwimmen. So reichten die durchaus beeindruckenden Offensivqualitäten des DEL2-Schlusslichts – insbesondere von Luciani, der in der 25. und 29. Minute zwei blitzsaubere Treffer erzielte – nicht aus, um die Führung ins dritte Drittel zu retten. Vor allem die zu lange Reaktionszeit bei abprallenden Schüssen und der zu sorglose Umgang mit im Slot postierten gegnerischen Stürmern bescherten den Bayreuthern vier Gegentreffer durch Wittfoth (24.), Jakub Babka (27.), Christian Billich (30.) und Topscorer Nikolas Linsenmaier (36.), so dass die Seiten beim 4:4 ein letztes Mal gewechselt wurden. „Vier Gegentore, das war sicherlich mit entscheidend“, sagte Sergej Waßmiller über dieses verheerende Drittel, und er ergänzte: „Diese Unsicherheit hier, sie steckt uns einfach im Kopf.“

Das Schlussdrittel war zunächst ebenso zerfahren wie ausgeglichen. Beide Teams hatten den Siegtreffer mehrmals auf dem Schläger, wobei den Tigers die 5:4-Führung durch Timo Gams (53.) wegen einer angeblichen Torraumabseitsstellung von Felix Linden aberkannt wurde. Dass die Bayreuther den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen mussten, als sie das Momentum bei einer fünfminütigen Überzahl scheinbar auf ihrer Seite hatten, war bezeichnend. Das DEL2-Schlusslicht setzte alles auf eine Karte und entblößte für einen Augenblick seine Abwehr. So gestattete man Jannik Herm einen Alleingang. Der verlud Vosvrda, netzte zum 5:4 ein und versetzte damit zumindest einen Zuschauer in Ekstase: den einzigen mitgereisten Fan aus dem Breisgau. Ihr finales Aufbäumen bescherte den Tigers in den letzten 150 Sekunden zwar noch eine Handvoll freier Schüsse, Hanuljak aber war nicht mehr zu bezwingen.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Linden, Pavlu; Potac, Neher; Mayer, Gerstung – Luciani, Chouinard, Stas; Gams, Kolozvary, Bartosch; V. Busch, S. Busch, Ontl; Voronov.

EHC Freiburg: Hanuljak – Meyer, Kästle; Mancari, Brückmann; Maly, Rießle – Babka, Duda, Herm; Kurz, Linsenmaier, Billich; Wittfoth, Saccomani, Airich; Bräuner.

SR: Daniels, Krawinkel;

Strafminuten: Bayreuth 4, Freiburg 4 plus 5 plus Spieldauer gegen Duda;

Zuschauer: 1362.

Tore: 1:0 (1.) Luciani (Stas), 2:0 (4.) Potac (Kolozvary, Bartosch), 2:1 (24.) Wittfoth (Billich), 3:1 (25.) Luciani (Chouinard, Pavlu), 3:2 (27.) Babka (Billich, Mancari), 4:2 (29.) Luciani (Chouinard), 4:3 (30.) Billich (Kunz, Mancari – 5 gegen 4), 4:4 (36.) Linsenmaier (Billich, Mancari), 4:5 (58.) Herm (Meyer, Mancari – 4 gegen 5).

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Wir sehen im Bild das Tor zum 4:2!