Tigers unterliegen in Bietigheim mit 2:5

„Es war eine positive Tendenz zu erkennen. Man hat gesehen, dass die Kräfte langsam zurückkommen“, sagte der Tigers-Trainer, der taktische Disziplin und hohe Laufbereitschaft von seiner Mannschaft gefordert hatte – und diese auch zu sehen bekam. Unverkennbar aber waren auch die offenen Baustellen, ganz besonders das Überzahl- und Unterzahlspiel sowie das Defensivverhalten. Dass jede der drei Unterzahl-Situationen der Bayreuther mit einem Gegentreffer quittiert wurde, lag nicht nur an der Klasse der Steelers-Offensive. Zweifelsohne zutreffend aber war die Analyse des Bietigheimer Trainers Kevin Gaudet: „Unser Überzahlspiel hat uns das Momentum gegeben und den Bayreuthern den Glauben genommen.“

Dabei starteten die Tigers durchaus verheißungsvoll. Nachdem Steelers-Torhüter Sinisa Martinovic einen Schuss von Eric Chouinard pariert hatte, schob Sergej Stas (4.) den Puck am leeren Gehäuse vorbei. Diese Großchance wirkte wie ein Weckruf für den Spitzenreiter, der zwei der drei besagten Überzahlsituationen kurz nacheinander in Zählbares ummünzte. Beim 1:0 durch Dominic Auger (6.) wirkte die Unterzahlformation der Tigers ebenso schlafmützig wie 51 Sekunden später beim 2:0 durch Tyler McNeely.

Steelers ziehen die Daumenschrauben an

Spätestens jetzt hatte der Spitzenreiter alles im Griff und zog die Daumenschrauben Stück für Stück weiter an. Die Tigers blieben offensiv aber gefällig und hatten sogar Chancen, unter anderem durch Sebastian und Valentin Busch, in der Defensive aber waren sie schwerfällig und unsortiert. Den besten Beleg lieferte die erste Bayreuther Überzahlsituation. Hier waren die Steelers dem 3:0 bei zwei Kontersituationen näher als die Tigers dem Anschluss. So rückte Gäste-Torhüter Tomas Vosvrda immer mehr in den Fokus.

Der tschechische Rückhalt hielt sein Team mit starken Paraden nahezu alleine im Spiel und den Rückstand in überschaubaren Dimensionen. Gar Hoffnung keimte bei den Gästen auf, als Chouinard (22.) ein Zuspiel von Anthony Luciani aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie bugsierte. Der vierte Saisontreffer (22.) des ehemaligen NHL-Profis entpuppte sich aber schnell als Strohfeuer. Die Bietigheimer brauchten keine zwei Minuten, um zu antworten. Die dritte Bayreuther Unterzahl hatte den dritten Gegentreffer zur Folge, wobei Shawn Weller bei seinem Treffer sträflich frei vor Vosvrda zum Schuss kam. Die Vorentscheidung ließ dann aber auf sich warten. Zunächst durften sich Constantin Ontl, (30.), Valentin Busch (32.) und Chouinard (32.) an Sinisa Martinovic abarbeiten, ehe Liga-Toptorjäger Matt McNight seinen Torriecher mit dem 4:1 (37.) bewies.

Der Schlussabschnitt dümpelte ohne große Höhepunkte vor sich hin. Die Steelers suchten in der Offensive nach spielerischen Lösungen – allerdings ohne die allerletzte Konsequenz. Für das 5:1 durch Benjamin Hüfner reichte die Dominanz aber dennoch. Den Tigers war es hoch anzurechnen, dass sie trotz des deutlichen Rückstands nicht aufsteckten. Vielmehr schlugen sie durch Andreas Geigenmüller postwendend zurück und waren danach ehrlich bemüht, den Rückstand weiter zu verkürzen. Alleine ihre Mittel waren begrenzt.

Bietigheim Steelers: Martinovic – Prommersberger, Borzecki; Hüfner, Auger; Steingross, Schwarz – Sommerfeld, McKnight, Cabana; Zientek, Weller, McNeely; Lukes, McPherson, Preibisch; Schoofs, Müller.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Linden, Müller; Neher, Mayer; Pavlu, Gerstung – Stas, Chouinard, Luciani; Ontl, Kolozvary, Geigenmüller; V. Busch, S. Busch, Gläser; Gams.

SR: Gogulla, Lenhart;

Strafminuten: Bietigheim 8, Bayreuth 8; Zuschauer: 2225.

Tore: 1:0 (6.) Auger (McNeely, Sommerfeld – 5 gegen 4), 2:0 (7.) McNeely (Auger – 5 gegen 4). 2:1 (22.) Chouinard (Luciani, Stas), 3:1 (23.) Weller (McNeely, McKnight – 5 gegen 4), 4:1 (37.) McKnight (Cabana, Lukes), 5:1 (51.) Hüfner (Auger, Steingross), 5:2 (52.) Geigenmüller (Ontl, Pavlu).

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