Tigers-Teams bilden Frankenallianz

„Durch die neue Konstellation hat sich für den Eishockeysport im Großraum Nürnberg eine einmalige Gelegenheit ergeben, die wir unbedingt nutzen wollten“, wird Nürnbergs Sportdirektor Martin Jiranek in einer Mitteilung zitiert. „Wir freuen uns sehr, dass das auch die Verantwortlichen in Bayreuth und Weiden so sehen, so dass am Ende vor allem der Nachwuchs profitieren wird.“ Durch die kurzen Wege zwischen den drei Standorten bieten sich deutlich verbesserte Möglichkeiten.

Gemeinsames Trainingslager in Füssen

Und die Zusammenarbeit wurde bereits mit Leben gefüllt. Aktuell befinden sich zumeist jüngere Spieler aus Nürnberg, Bayreuth und Weiden in einem gemeinsamen Trainingslager in Füssen. Geleitet wird dies vom Weidener Coach Markus Berwanger und Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. Zudem sind Nürnberger Fitness- und Athletiktrainer vor Ort.

Der EHC ist mit den Spielern Johannes Wiedemann, Felix Linden, Dominik Piskor und Michael Kuhn, dessen Vertragsverlängerung kurz bevor steht, dort vertreten. Auch während der Vorbereitungszeit und der Saison werden Förderlizenzspieler immer wieder an Trainingsmaßnahmen mit den Ice Tigers in Nürnberg teilnehmen.

Förderlizenz nur bis zum 23. Lebensjahr

Die Bedingungen für eine Förderlizenz sind: Maximal können zwischen DEL- und DEL2-Verein sechs Spieler lizenziert werden, diese dürfen maximal 23 Jahre (Torhüter: 26 Jahre) alt sein und nicht mehr als 120 DEL-Spiele absolviert haben. Aus dem aktuellen Nürnberger Kader würden Torhüter Philip Lehr, Verteidiger Andreas Schwarz sowie die Stürmer Vladislav Filin und Jens Meilleur in dieses Profil passen.

Spieler werden nicht fest nach Bayreuth abgestellt

„Wir freuen uns sehr über die neuen Kooperationspartner“, sagt EHC-Teammanager Dietmar Habnitt. „Aber ich will betonen: Wir haben keine definitive Zusage, dass Nürnberger Spieler fest nach Bayreuth abgestellt werden. Es wäre deshalb falsch und fahrlässig, unsere Kaderplanung auf Förderlizenzen zu stützen. Diese Spieler sind nur eine Zugabe.“ Letztlich entscheide immer der Verein, bei dem die Spieler angestellt sind, wo die Talente zum Einsatz kommen. Zudem werde der Einsatzort meist sehr kurzfristig vor den Spieltagen festgelegt.

EHC-Teammanager mit "großen Bauchschmerzen"

So blickt Habnitt derzeit mit „großen Bauchschmerzen“ auf die kommende Spielzeit. Aktuell umfasst der Tigers-Kader 15 Feldspieler. Vermutlich werden noch die Youngster Kuhn, Johannes Feuerpfeil und Lukas Stettmer ihre Verträge verlängern. Doch auch 18 Feldspieler sind nicht genug. „Optimal und für die DEL2 fast schon notwendig wären 21 bis 22“, sagt Habnitt. „Unser Kader ist nicht zu schlecht – in ihm steckt viel Potenzial –, aber er ist viel zu klein.“ Im Kampf gegen den Abstieg müsse jeder Tigers-Spieler in jeder Partie an seine Grenzen gehen. Die dann nötigen Verschnaufpausen könne der Mini-Kader jedoch nicht verschaffen. Zudem werde man kaum ohne Verletzungen durch die Saison kommen.

„Wir brauchen hier nichts schön zu reden“, sagt Habnitt. „Mit dem aktuellen Kader wird es brutal schwer in der DEL2. Und auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs können wir nicht zurückgreifen.“ Doch dem Teammanager sind aktuell die Hände gebunden. Das Spielerbudget ist erschöpft, Geld für weitere Neuzugänge nicht vorhanden. „Unser Vorsitzender Matthias Wendel hat es ja schon mehrmals öffentlich gesagt und mir kürzlich erneut bestätigt: Neue Spieler können nur geholt werden, wenn ein Sponsor seinen Geldbeutel öffnet“, sagt Habnitt. „Das müssen wir akzeptieren. Aber wir hoffen natürlich alle, dass sich noch vor Saisonbeginn ein neuer Sponsor findet.“

Freundschaftsspiel vereinbart

Im Zuge der Kooperation wurde ein Freundschaftsspiel zwischen Nürnberg und Bayreuth vereinbart. Ein Termin steht noch nicht fest.

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Kommentare

Da kann einem vor der Saison ja Angst und Bange werden. Wie da die Eishockey Fans reagieren werden? Ich bin gespannt.
Montag, 13. November 2017 - 11:06