Tigers sind in den Pre-Playoffs

Im letzten Drittel machten die Hausherren mächtig Druck. Angriff auf Angriff rollte auf das Bayreuther Tor, doch der erneut bärenstarke Keeper Tomas Vosvrda und seine Vorderleute ließen keinen Treffer zu. Was die oft zu überhastet agierenden Ravensburger auch versuchten, sie fanden kein Mittel gegen das Bayreuther Abwehrbollwerk. Immer wieder blockten die Tigers mit viel Einsatzwillen Schüsse oder Vosvrda brachte ein Körperteil oder den Schläger dazwischen. Und in der 51. Minute hatten die Gäste bei einem Lattentreffer des Heimteams auch das nötige Glück.

„Unser Riesenkampf wurde belohnt“, sagte EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Heute ist ein sehr schöner Tag für uns. Wenn die Jungs noch Kraft haben, dann ist ein bisschen, aber nur ein bisschen feiern drin.“

Ausgeglichene Partie

Den Sieg verdienten sich die Bayreuther aber nicht nur mit ihrer leidenschaftlichen Energieleistung im Schlussdrittel, bereits zuvor hatten sie ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Im ersten Drittel neutralisierten sich die Teams weitestgehend, die Partie war ausgeglichen.

Wie immer legten die Bayreuther in Auswärtsspielen ihr Hauptaugenmerk auf taktische Disziplin und die Defensive – und das machten sie sehr gut. Zwingende Chancen ließen sie kaum zu. Ausnahme war ein 2:1-Konter in der 10. Minute: Nach Brian Roloffs Schuss ertönte schon die Torsirene, die Zuschauer jubelten – allerdings zu früh. Der Puck war eindeutig nicht hinter der Linie, es ging beim Stand von 0:0 weiter.

Die besten Möglichkeiten für die Tigers hatten Valentin Busch (15.), als er einen Abpraller vor dem Tor knapp verpasste und David Kuchejda (20.) – er spielte für David Wohlberg, der eine Verschnaufpause erhielt –, als er seinen Schuss ein wenig zu hoch ansetzte.

Zwei sehr gute Möglichkeiten in diesem Drittel waren aber aus Bayreuther Sicht etwas zu wenig. Schließlich hatten die Tigers drei Überzahlspiele. In die Powerplay-Formation kam der EHC zwar, doch es gelang nicht, Druck aufzubauen. Geschickt stellten die Ravensburger die Räume zu und ließen nur wenige, ungefährliche Schüsse aus der Distanz zu.

Robinson erzielt Tor des Tages

Nach dem ersten Seitenwechsel kamen die Towerstars, begünstig durch eine Strafzeit des EHC, zu einigen Abschlüssen. Vosvrda war zur Stelle.

Spätestens nachdem Sergej Stas (26.) am stark reagierenden Torwart Jonas Langmann gescheitert war, verschoben sich die Spielanteile mehr und mehr in Richtung der Bayreuther. Die Führung der Tigers war deshalb verdient: Bei angezeigter Strafzeit passte Stas auf Nathan Robinson – 0:1 (30.).

Kurz darauf verpasste Andreas Geigenmüller nach tollem Bartosch-Zuspiel knapp das 0:2. Da die Ravensburger weiter kein Mittel gegen die gut verteidigenden Gäste fanden, wuchs der Unmut der Zuschauer. Es gab die ersten Pfiffe, auch weil die Towerstars zu viele einfache Fehler machten und den Kampf nicht annahmen.

Einen Pfiff hätten die Towerstars-Fans allerdings am liebsten nicht gehört. Bei einem der wenigen gelungenen Spielzüge und einem Roloff-Schuss lag die Scheibe im EHC-Tor, doch der Schiedsrichter entschied auf Torraumabseits. Eine richtige Entscheidung: Jesse Mychan stand beim Schuss neben Vosvrda im Torkreis und behinderte den EHC-Keeper beim Rettungsversuch. Es blieb beim 1:0 – und dieser Vorsprung sollte bis zum Schluss halten.

Ravensburg Towerstars: Langmann – de Paly, Sturm, Keller, Kolb, Slavetinsky, Dück – Rachunek, Schwamberger, Hauner, Mayer, Roloff, Brandl, Schlenker, Vogt, Schlager, Mychan, Lapsansky.

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Kuchejda, Stas, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Filin, Fröhlich, Rypar.

Tor: 0:1 (30.) Robinson (Stas, Linden).

Strafminuten: Ravensburg 8, Bayreuth 6.

Zuschauer: 2122.

SR: Hatz, Deffner, Höck.

3.5 (4 Stimmen)

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