Tigers mit den größeren Reserven

Beim 1:1 nach 40 Minuten war die Partie noch völlig offen, die Teams hatten sich zuvor ein intensives und umkämpftes Spiel geliefert. Doch im letzten Abschnitt übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Kommando. Sie gewannen die wichtigen Zweikämpfe, waren läuferisch frischer als der Gegner und entwickelten viel Zug zum Tor. Das Schussverhältnis von 23:14 sprach in diesem Drittel klar für den EHC.

Zudem wirkten die Bayreuther sehr präsent in den entscheidenden Phasen – und das sind bei engen Spielen oft die Überzahl- und Unterzahlsituationen. Mit einem Mann weniger auf dem Eis ließen sie kaum Chancen zu, blockten mit viel Einsatz die Schüsse des Gegners. Was dennoch durchkam, war sichere Beute von EHC-Torwart Tomas Vosvrda. Und bei der einzigen doppelten Überzahl des Spiels, schlugen die Tigers eiskalt zu: Andreas Geigenmüller hämmerte den Puck ins Tor.

Dieses 2:1 (47.) war die wohl spielentscheidende Szene. Denn danach konnten sich die Bayreuther auf ihre Defensivarbeit verlassen. Allerdings musste Vosvrda auch mit einer Glanzparade gegen gegen Ivan Ciernik (57.) den knappen Vorsprung retten.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt immer noch spannend, weil die Tigers zuvor mehrmals die Vorentscheidung verpasst hatten. Gerade Michal Bartosch und Geigenmüller hätten in der 55. Minute bei einer Doppelchance für Beruhigung im Bayreuther Lager sorgen können. Das war dann David Wohlberg vorbehalten. 9,1 Sekunden vor der Schlusssirene traf er zum 3:1 ins leere Tor.

Fans feiern ein friedliches Eishockey-Fest

Das letzte Wort hatten dann die Fans. Die etwa 1000 mitgereisten Crimmitschauer sangen zusammen mit den einheimischen Zuschauern: „Bayreuth und der ETC“ und verbündeten sich gegen den gemeinsamen Erzrivalen VER Selb („Wer nicht hüpft, der ist ein Selber“). Mehr als drei Stunden hatten sie zusammen ein friedliches und stimmungsvolles Eishockey-Fest gefeiert.

Es störte sie auch nicht, dass gelungene Spielzüge auf dem Eis zunächst selten waren. Dass beide Teams die Partie mit großem Engagement und viel Tempo angingen, entschädigte jedoch. Sie glänzten vor allem durch Lauf- und Kampfbereitschaft. Die besten Chancen waren folgerichtig Fernschüsse oder resultierten aus Einzelaktionen sowie Fehlern des Gegners.

Bartosch trifft zum 1:0

Im ersten Drittel hatten die Bayreuther etwas mehr Spielanteile, was sich auch auf der Anzeigentafel widerspiegelte. In Überzahl hatte Ivan Kolozvary abgezogen und Michal Bartosch (17.) unhaltbar abgefälscht.

Nach dem ersten Seitenwechsel änderte sich die Spielweise der beiden Mannschaften nicht, was sich aber verschob, waren die Kräfteverhältnisse. Nun entwickelten die Gäste wesentlich mehr Druck und verdienten sich so den Ausgleich (31.). Bei einem verdeckten und abgefälschten Schuss war Vosvrda machtlos. Danach hielt er seine Mannschaft aber mit tollen Paraden im Spiel. Gleiches galt für seinen Gegenüber Ryan Nie, der ebenfalls in Topform war. Zu Recht erhielten die beiden Torhüter die Auszeichnung zum besten Spieler ihrer Teams.

Auch EHC-Trainer Sergej Waßmiller lobte die Leistungen der Keeper, war aber vor allem froh, dass ein Drei-Punkte-Sieg gelang: „Wir haben in dieser Saison immer gekämpft, mussten uns aber oft nur mit einem Punkt zufrieden geben. Heute haben wir uns endlich mal wieder für unsere Leistung belohnt.“

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Wohlberg, Kolupaylo; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Kuhn, Meilleur, Rypar.

ETC Crimmitschau: Nie – Tramm, Walsh; Halbauer, Pozivil; Schietzold, Pyka; Olleff – Karachun, Lee, Bartek; Keil, Pohl, Pinizzotto; Hoeffel, Gollenbeck, Kabitzky; Ciernik.

Tore: 1:0 (17.) Bartosch (Kolozvary, Potac – 5 gegen 4), 1:1 (31.) Pyka (Keil, Tramm), 2:1 (47.) Geigenmüller (Potac, Kolozvary – 5 gegen 3), 3:1 (60.) Wohlberg (Heider, Potac – 4 gegen 5).

Strafminuten: Bayreuth 10, Crimmitschau 12.

Zuschauer: 4290.

SR: Vogel, Kalnik, Klima.

EHC nimmt Wette an

Eine Wette gab es vor Spielbeginn: „Wenn ihr es zum dritten Aufeinandertreffen am 23. Dezember schafft, auch 1000 Fans nach Crimmitschau mitzubringen, dann gibt es 500 Liter Freibier“, sagte Eispiraten-Geschäftsfüher Jörg Buschmann. EHC-Geschäftsstellenleiter Thomas Bothstede zögerte etwas, wollte sich erst bei den Bayreuther Fans rückversichern. Als diese lautstark applaudierten, schlug Bothstede ein. Ein weiteres Eishockey-Fanfest steht wohl kurz vor Weihnachten vor der Tür.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

Nicht bewertet

Anzeige