Tigers kassieren achte Pleite in Serie

Der aber hatte wieder einmal wenig bis gar nichts auszusetzen am Auftritt seiner Mannschaft. „Die hat gekämpft, hat alles gegeben. Aber mit nur zwei Reihen ist es unmöglich, in der DEL2 erfolgreich zu sein.“ Schon der Blick auf den Spielberichtsbogen hatte verraten, wie schwer es für die Tigers in Weißwasser werden würde. Erwartungsgemäß hatten weder die im Spiel zuvor gegen Heilbronn verletzt ausgeschiedenen Thomas Voronov und Martin Heider noch irgendwelche Förderlizenzspieler aus Regensburg die Reise nach Weißwasser angetreten. So standen wieder einmal nur elf Feldspieler zur Verfügung. „Was die aber versucht haben – dafür höchsten Respekt“, zog auch der neue Lausitzer Trainer Robert Hoffmann seinen Hut vor den kampfstarken Gästen.

Die suchten ihr Heil vom Anfangsbully weg nicht in der Defensive, sondern nahmen das Heft in die Hand, agierten mit bemerkenswertem Forechecking, enormer Aggressivität und mit durchdachten Offensivaktionen. Die optische Überlegenheit wurde untermauert durch ein Chancenplus, wobei bei den größten Möglichkeiten von Jonas Gerstung, Sebastian Busch (3.), Michal Bartosch (6.), Yannick Drews (11.) und Anthony Luciani (12.) nicht ausnahmslos Füchse-Torhüter Konstantin Kessler im Wege stand.

Auf der Gegenseite hatte Tomas Vosvrda zunächst weit weniger zu tun, als man erwarten durfte. Vielleicht war das ein Grund dafür, dass der Bayreuther Rückhalt bei der überraschenden Führung der Lausitzer einen nicht ganz glücklichen Eindruck hinterließ, als ihm Feodor Boiarchinovs Flachschuss aus der Distanz durch die Schoner rutschte.

Tigers im Mitteldrittel weiter die bessere Mannschaft

Die Tigers blieben auch im Mitteldrittel die bessere Mannschaft. Sie hielten läuferisch dagegen und offenbarten auch die bessere Spielanlage. Vor allem die schnell vorgetragenen Konter waren Gift für die pomadigen Füchse. Nicht von ungefähr gelang den Bayreuthern die vorübergehende Wende nach zwei Schnellangriffen. Beide Male war Luciani der Vollstrecker – erst nach Zuspiel von Potac (28.), dann nach feiner Einzelleistung mit einem Schuss durch Kesslers Schoner (37.). Umso bitterer war es, dass die Lausitzer in der 39. Minute binnen 33 Sekunden zweimal gnadenlos zurückschlugen. Erst traf Roope Ranta aus spitzem Winkel, dann stellte Chris Owens den Spielverlauf mit einem Schlagschuss vollkommen auf den Kopf. „In dieser Phase hat einfach die Kraft gefehlt“, stellte Waßmiller nach Spielschluss fest.

Der Tigers-Coach sah aber auch, wie sein Team das Hoffnungsfünkchen mit intakter Moral bis in die Schlussphase hinein am Glimmen hielt. Erst mit Anders Erikssons 6:3 war die Niederlage der Bayreuther besiegelt. Die hatten sich bis dato weder von Christian Neuerts Kontertor zum 4:2 schocken lassen – postwendend gelang Andreas Geigenmüller nämlich das 3:4 nach verwandeltem Penalty – noch durch das nur 65 Sekunden später folgende 5:3 durch Jeff Hayes (48.). Trotz schwindender Kräfte versuchten die Tigers – nun vor allem über den starken Bartosch (54. und 56.) –, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Es blieb allerdings ein aussichtsloses Unterfangen.

Lausitzer Füchse: Kessler – Geiseler, Mücke; Hoffmann, Owens; Kania, Bär; Schiller – Tegkaev, Schmidt, Hayes; Boiarchinov, Eriksson, Ranta; Neuert, Götz, Warttig; Kuschel.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Gerstung, Müller; Neher, Potac – Drews, S. Busch, Geigenmüller; Kolozvary, Bartosch, Luciani; Linden.

SR: Kannengießer, Vogl;

Strafminuten: Weißwasser 6, Bayreuth 10;

Zuschauer: 1812.

Tore: 1:0 (8.) Boiarchinov (Eriksson, Bär), 1:1 (28.) Luciani (Potac), 1:2 (37.) Luciani (Gerstung) 2:2 (39.) Ranta (Bär, Eriksson), 3:2 (39.) Owens (Hayes), 4:2 (46.) Neuert (Warttig, Mücke), 4:3 (48.) Geigenmüller (Penalty), 5:3 (49.) Hayes (Schmidt, Tegkaev), 6:3 (55.) Eriksson (Ranta, Kania).

3 (3 Stimmen)

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