Tigers in Kassel mit starkem Auftritt

Dass die Huskies zum fünften Mal im Folge als Sieger vom Eis gingen, hatten sie in letzter Instanz Adriano Carciola zu verdanken. 1:03 Minuten nach Beginn der Verlängerung kam der 29-jährige Flügelstürmer eher zufällig im Mitteldrittel an die Scheibe, steuerte in Penalty-Manier auf Tigers-Torhüter Tomas Vosvrda zu und vollendete trocken mit einem Schuss unter die Latte.

Es war ein etwas unglückliches Finale für die Bayreuther, die über weite Strecken auf Augenhöhe agiert hatten und lediglich im dritten Spielabschnitt zunehmend in Not geraten waren. Doch hier konterte Vosvrda das Chancenplus teils mit schnellen Reaktion, teil mit stoischer Ruhe. Jens Meilleur (53.) scheiterte aus kurzer Distanz ebenso wie James Wisniewski (55.) mit einem fulminanten Schlagschuss. Kurz zuvor hatte Patrick Klöpper (54.) frei stehend vor dem leeren Tor die Scheibe verfehlt. Die Tigers, so schien es, mussten im dritten Drittel ihrem großen Aufwand in den ersten 40 Minuten etwas Tribut zollen, obgleich auch sie durch Valentin Busch (55.) – er verfehlte frei stehend aus drei Metern – noch eine herausragende Siegchance auf dem Schläger hatten.

Tigers im ersten Drittel überlegen

Die Bayreuther hatten ungemein stark begonnen. Sie waren im ersten Abschnitt nicht nur ebenbürtig, sie waren das bessere, vor allem aber das gefährlichere Team und ließen sich auch durch die beiden für die Huskies schmeichelhaften Führungstreffer durch Evan McGraths (5.) Abstauber und Jens Meilleurs (9.) Schlenzer in Überzahl nicht schocken. Zweimal schlugen die Gäste zurück. Einmal glich Luca Gläser postwendend zum 1:1 aus, indem er seinen eigenen von Huskies-Torhüter Mirko Pantkowski abgewehrten Schuss abstaubte. Das zweite Mal belohnte Felix Linden per Schlenzer in den Winkel ein rund fünfminütiges Offensivfeuerwerk seiner Tigers gegen Ende des ersten Drittels mit dem 2:2.

Der einzige Vorwurf, den sich das Waßmiller-Team in den ersten 20 Minuten machen lassen musste, war der, dass es nicht noch mehr Kapital aus seiner Überlegenheit geschlagen hatte. Linden (9.), Ivan Kolozvry (11.) und Martin Heider (12.) waren entweder am Pfosten, an den eigenen Nerven oder an Pantkowski gescheitert. Auf der Gegenseite hatte Vosvrda nur einmal so richtig Gelegenheit sich auszuzeichnen. In der 20. Minute gegen Meilleurs Schlenzer musste er aber seine ganze Klasse aufbieten. So rassig der erste Abschnitt zu Ende gegangen war, so temporeich ging es auch weiter.

Drews per Abstauber

Diesmal aber legten die Bayreuther vor. Sie hatten bei einem guten Überzahlspiel zwischen der 23. und 25 Minute ihre Gefährlichkeit schon angedeutet, aber erst als „Sünder“ James Wisniewski zurück auf dem Eis war, schlug Yannick Drews per Abstauber zu. Nun waren die Huskies gefordert, sie taten sich aber schwer gegen die extrem bissige Tigers-Defensive.

Die Schlittenhunde benötigten wieder eine Überzahl – Roman Tomanek brummte eine Strafe wegen Hakens ab –, um auszugleichen. Einen Carciola-Schlagschuss parierte Vosvrda noch bravourös, gegen Alexander Heinrichs Abstauber aus spitzem Winkel war er aber machtlos. Die Partie war nun wieder offen und fand erst in der Verlängerung einen glücklichen Sieger.

EC Kassel Huskies: Pantkowski – Reiß, Müller; Maginot, Wisniewski; Heinrich Kraus, – Ritter, Koziol, Carciola; Pimm, McGrath, Kuchejda; Della Rovere, Klöpper, Meilleur; Christ, Lambacher, Krüger.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Heider, Müller; Potac, Neher; Gerstung, Pavlu; Mayer – Linden, Tomanek, Drews; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; V. Busch, S. Busch, Gläser; Voronov.

SR: Noeller, Saleski; Strafminuten: Kassel 8, Bayreuth 10; Zuschauer: 2927.

Tore: 1:0 (5.) Mc Grath (Pimm) 1:1 (6.) Gläser (V. Busch) 2:1 (9.) Meilleur (Carciola, Wisniewski – 5 gegen 4), 2:2 Linden (Tomanek), 2:3 (25.) Drews (Tomanek, Müller), 3:3 (32.) Heinrich (Ritter, Carciola – 5 gegen 4), 4:3 (62.) Carciola (Reiß, Koziol).

Nicht bewertet

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