Tigers kämpfen gegen Freiburg vergeblich

Nach 20 Minuten führte der EHC Bayreuth mit 1:0 – den Spielverlauf spiegelte das nicht wider. Die Gäste aus dem Breisgau stellten das bessere und torgefährlichere Team. Das Torschussverhältnis sprach mit 18:8 klar für die Freiburger. Doch die Bayreuther hatten zum einen jede Menge Glück – allein dreimal scheiterten die Gäste im ersten Spielabschnitt am Torgestänge – und zum anderen die unüberwindbare tschechische Wand im Tor.

Egal, ob es die Freiburger aus spitzem Winkel, aus kurzer Distanz, im Eins-gegen-Eins oder mit Gewalt aus der Ferne versuchten, Tigers-Keeper Tomas Vosvrda zeigte sich in Topform. In der Offensive agierten die Bayreuther wesentlich unspektakulärer, aber der Treffer (9.) nach Puck-Eroberung von Valentin Busch und cleverem Abschuss von Nathan Robinson reichte für eine knappe Führung nach dem ersten Spielabschnitt.

Die hielt allerdings nur weitere 38 Sekunden, dann drückte Christian Billich die Scheibe zum 1:1 (21.) über die Linie. Nicht nur der Zwischenstand war nun ausgeglichen, sondern auch die Partie. Bayreuth zeigte sich jetzt engagierter, entwickelte mehr Zug zum Tor und fand in die Zweikämpfe. Allerdings leisteten sich die Tigers zwei Schnitzer. Vor dem 1:2 (29.) hatte die komplette Mannschaft mit einem Pfiff des Schiedsrichters gerechnet, doch der blieb aus. So ließ sich auch Vosvrda vom Schuss des Freiburgers Julian Airich überraschen.

Schiedsrichter mit großzügiger Regelauslegung

In der Tat hatte sich dieser mit großer Vehemenz den Puck erobert. Viele DEL2-Schiedsrichter hätten das wohl unterbunden, doch nicht Daniel Ratz, der eine sehr großzügige Linie verfolgte. Am 1:3 (30.) war der Unparteiische jedoch unbeteiligt: Zu sorglos hatten die Hausherren in der Abwehr agiert und die Zuordnung verloren. Die Bayreuther brauchten einige Zeit, um sich fangen, kamen aber mit Vehemenz zurück. Ab der 34. Minute folgten wütende Angriffe.

Jetzt zeigte Freiburgs Torwart Marco Wölfl sein Können. Er parierte stark gegen Sebastian Busch (34.), Michal Bartosch (35.) und Christopher Kasten (38.). Zudem zog der Schiedsrichter erneut den Ärger der Bayreuther auf sich: Bartosch (39.) hatte nur noch den Torwart vor sich, kam aber nach Kontakt mit einem zurückeilenden Verteidiger zu Fall. Wieder blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm, da halfen alle Proteste der Bayreuther nichts.

Doch die Hausherren hatten gezeigt, dass sie weiter an ihre Chance glaubten – und so begannen sie den Schlussabschnitt sehr engagiert. Die Hoffnung auf Punkte wuchs, als David Wohlberg nach toller Robinson-Vorarbeit das 2:3 (44.) erzielte. Nach schadlos überstandener Unterzahl wuchs dann auch der Druck der Hausherren: Vladislav Filin (49.) und Martin Heider (50.) scheiterten an Wölfl, Geigenmüller (51.) setzte den Puck nach starkem Solo über das Tor.

Das Publikum war nun da, trieb die Tigers noch vorne. Marton Vas ließ die Fans wieder verstummen. Der ungarische Nationalmannschaftskapitän erhöhte auf 4:2 (55.) für den Gast – die Entscheidung. Die Bayreuther versuchten zwar noch einmal alles, doch fehlte den Tigers diesem Spielabschnitt in der Offensive das Scheibenglück, das sie noch im ersten Drittel in der Defensive gehabt hatten.

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Potac, Mayer; Pavlu, Kasten; Neher – Stas, Wohlberg, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Filin, Fröhlich, Rypar.

EHC Freiburg: Wölfl – Brückmann, Vas; Kästle, Grof; Vavrusa, Rießle – Kunz, Linsenmaier, C. Billich; Wittfoth, Duda, Haluza; Saccomani, Bräuner, Airich; Wagner.

Tore: 1:0 (9.) Robinson (V. Busch, S. Busch – 5 gegen 4), 1:1 (21.) C. Billich (Kunz), 1:2 (29.) Airich, 1:3 (30.) C. Billich, 2:3 (44.) Wohlberg (Robinson, Fillin), 2:4 (55.) Vas (Linsenmaier, Billich).

Strafminuten: Bayreuth 10 + 10 gegen Wohlberg, Freiburg 6.

Zuschauer: 1706;

SR: Ratz, Falten, Meyer.

Nicht bewertet

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Kommentare

Vielleicht hilft es, den Mannschaftsnamen von "Tigers" in "Tiger" zu ändern? Die Selber heißen ja auch "Wölfe" und nicht "Wolves".