Tigers-Kampf bleibt unbelohnt

Zu diesem Fazit kam auch Gästetrainer Kevin Gaudet. Der Steelers-Coach bemühte einen ungewöhnlichen Vergleich, um seinen Respekt zum Ausdruck zu bringen. „Die Bayreuther haben gekämpft wie die Hunde“, sagte Gaudet. „Sie spielen eine hervorragende Defense und geben niemals auf.“

Trotz der großen Personalprobleme – sechs Akteure waren nicht mit von der Partie – begannen die Tigers bemerkenswert mutig. Sie ließen sich auch von einem frühen Überzahltor von Bietigheims Topscorer Shawn Weller nicht schocken. Im Gegenteil: Die Tigers störten früh und beschäftigten Steelers-Torhüter Ilya Sharipov weit mehr, als ihm lieb sein konnte. Wobei zunächst die KGB-Reihe mit dem angeschlagenen Ivan Kolozvary, Andreas Geigenmüller und Michal Bartosch für die meiste Gefahr sorgte. Weit mehr als nur destruktiv wirkte auch die aus der Not heraus geborene dritte Reihe mit Thomas Voronov und den beiden Regensburger Förderlizenzspielern Jakub Felsoci und Felix Schwarz. Das junge Trio spielte erfrischend nach vorne, verzeichnete gute Abschlüsse und war weitaus mehr belebendes Element als bloßer Lückenbüßer.

Lucianis Energieleistung führt zum Ausgleich

Der verdiente Ausgleich ging aber auf das Konto von Neuzugang Anthony Luciani (5.). Auch er war angeschlagen in die Partie gegangen, was ihn aber nicht daran hinderte, sich über die rechte Seite durchzutanken und Sharipov mit einem Handgelenksschuss ins kurze Eck schlecht aussehen zu lassen. Die Steelers brauchten lange, um sich von dem Ausgleich zu erholen. Erst gegen Drittelende und dank starker Einzelleistungen von Norman Hauner (16.) und Tyler McNeely (20.) bekam auch Tigers-Torhüter Tomas Vosvrda Gelegenheit, zu glänzen.

Die Eindrücke des ersten Abschnitts setzten sich auch im zweiten fort. Einzig Spielanteile und Chancenverhältnis verschoben sich zunehmend deutlicher in Richtung des Favoriten. Es brannte nun phasenweise lichterloh vor dem Gehäuse von Tomas Vosvrda, wobei vor allem die Bietigheimer Paradereihe Hauner, Weller, McNeely für mächtig Betrieb sorgte. Mehr als der Treffer zur 2:1-Führung durch den energisch nachsetzenden McNeely gelang aber auch ihr nicht. Die Tigers setzten immer wieder Nadelstiche und hatten vor allem in der 29. Minute enormes Pech, als Jan Pavlu nur die Latte anvisierte.

Bietigheim taumelt

Die Partie blieb auch im Schlussdrittel packend und offen. Vosvrda hielt seine Mannschaft zunächst im Spiel und eröffnete so Marvin Neher, Andreas Geigenmüller (45.) und Michal Bartosch (48.) drei gute Ausgleichschancen. Enorm brenzlig wurde es für die Steelers, als sie knapp sieben Minuten vor dem Ende zwei Mal in Folge aufgrund berechtigter Strafen dezimiert wurden. Die Tigers probierten alles, sie schossen aus allen Lagen. Bietigheim taumelte, die Tigers kämpften mit dem Mute der Verzweiflung. Der starke Ilya Sharipov aber stand wie eine Wand. Selbst als Luciani und Sebastian Busch in den letzten drei Sekunden zwei Mal frei aus kurzer Distanz zum Abschluss kamen, blieb der Steelers-Goalie siegreich.

Tröstende Worte fand Tigers Trainer Sergej Waßmiller für seine Mannschaft: „Wenn wir kämpferisch weiter so stark spielen, werden wir bald auch wieder mit Punkten belohnt.“

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Müller, Linden; Potac, Neher; Gerstung, Pavlu – Luciani, S. Busch, Drews; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Felsoci, Voronov, Schwarz.

Bietigheim Steelers: Sharipov – Brown, Borzecki; Steingross, Pommersberger, Hüfner, Auger; Schwarz – Hauner, Weller, McNeely; Lukes, Zientek, McKnight; Schoofs, McPherson, Preibisch; Sommerfeld.

SR: Bidoul, Kannengießer; Strafminuten: Bayreuth 4, Bietigheim 10 plus 10 gegen Hüfner; Zuschauer: 1413.

Tore: 0:1 (2.) Weller (McNeely – 5 gegen 4), 1:1 (5.) Luciani (5 gegen 4), 1:2 (27.) McNeely (Weller, Borzecki).

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