Tigers holen Star-Stürmer

Mit der Verpflichtung Robinsons setzten die Macher des EHC Bayreuth auch ein klares Zeichen in Richtung Pre-Playoffs. Schon vor einigen Wochen erklärte Trainer Sergej Waßmiller, dass es bei der bislang starken Saison das Ziel sein müsse, am Ende der Hauptrunde zu den zehn besten Teams zu gehören.

Mit dem kanadischen Neuzugang unterstreichen die Tigers dieses Ziel nochmals. Denn Robinson ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. „Natürlich ist er keine 20 mehr, aber er gehört nach wie vor zu der Sorte von Spielern, die ihre Reihe und die ganze Mannschaft besser machen“, ist Waßmiller überzeugt.

Sieben NHL-Spiele, drei Deutsche Meisterschaften

Der 35-jährige Robinson absolvierte in seiner Karriere sieben NHL-Spiele (Detroit Red Wings, Boston Bruins) und gehörte von 2006 bis 2014 zu den schillernsten Figuren in der DEL – und zu den erfolgreichsten Scorern.

2006 wechselte der Stürmer – er kann Rechtsaußen und in der Mitte spielen – nach Mannheim und holte gleich die Meisterschaft. 55 Scorerpunkte (19 Treffer/36 Vorlagen) in 61 Spielen brachten ihn ins Allstar-Team der DEL. Es folgten noch zwei weitere Teilnahmen am Spiel der besten DEL-Profis.

Diese Nominierungen verdiente sich Robinson aber im Trikot der Eisbären Berlin. Mit dem Hauptstadtverein holte er 2008 und 2009 den Titel. Die Bilanz seiner Berliner Zeit, in der er unter anderem Playoff-Topscorer 2008 war: 129 Spiele und beeindruckende 132 Punkte (37/95). In Deutschland war Robinson anschließend nochmals für Mannheim und die Kölner Haie aktiv, bevor es ihn 2014 zu den Nottingham Panthers und anschließend zu Belfast Giants verschlug.

Zuletzt in Weißrussland

In der vergangenen Saison war der schnelle Stürmer, der auch immer wieder Freiräume für seine Mitspieler schafft, Topscorer des HC Slavia Prag in der zweiten tschechischen Liga. Danach wurde er in Weißrussland bei Shakhter Soligorsk nicht glücklich und forcierte einen Wechsel nach Westeuropa.

Schon zu Saisonbeginn hatte EHC-Teammanager Dietmar Habnitt Kontakt zu Robinson, ein Engagement scheiterte aber an den finanziellen Möglichkeiten der Tigers. „Die ganze Saison konnten wir uns ihn nicht leisten“, sagt Habnitt. „Aber für den Rest der Saison hat es jetzt dank mehrerer Sponsoren und Gönner geklappt.“ Robinson sei extern finanziert und belaste deshalb nicht die Vereinskasse.

Und doch haben die Bayreuther mit Robinson ein Problem, oder besser ein Luxusproblem: Sie haben nun fünf Kontingentspieler im Kader, nur vier dürfen in der DEL2 auf dem Spielberichtsbogen stehen. „Das macht mir keine Sorgen“, sagt Habnitt. „Im Gegenteil: Wir sind dadurch flexibler und können unsere Aufstellungen auch auf den jeweiligen Gegner ausrichten.“

So können Spieler, wie zum Beispiel der grippekranke Ivan Kolozvary am vergangenen Wochenende, ihre Krankheiten auskurieren und müssen nicht extrem geschwächt auf dem Eis stehen. „Ein breiter Kader ist immer ein Vorteil“, weiß Habnitt.

 

In der vergangenen Saison spielte Robinson bei HC Slavia Prag und zeigte, dass er immer noch genau weiß, wo das Tor steht. Quelle: YouTube

 

Wer muss auf die Tribüne?

Doch wer nimmt auf der Tribüne Platz, wenn alle fünf ausländischen Spieler fit sind? „Dann sind Ivan Kolozvary und David Wohlberg wohl gesetzt“, sagt Habnitt. Der Teammanager erklärt auch, dass Publikumsliebling Tomas Vosvrda die Nummer eins ist. Jedoch werde auch Ersatztorhüter Johannes Wiedemann seine Einsätze bekommen. Bekommt Vosvrda eine Pause, sei klar, dass er dann nicht auf dem Spielberichtsbogen stehen wird.

Klar scheint aber auch, dass die Besetzung der vierten Kontingentspielerposition oft eine Entscheidung zwischen David Kuchejda und Robinson sein wird. Gerade für Kuchejda ist das bitter, wechselte er doch erst vor zwei Wochen zu den Tigers. „Als wir David verpflichteten, war nicht absehbar, dass Robinson auch kommen wird“, versichert Habnitt. „Und wir sind auch weiterhin von David überzeugt und bisher absolut zufrieden.“ Fünf Scorerpunkte in vier Spielen für die Tigers sprechen für den Tschechen.

Im Training werden nun auch die Kontingentspieler hart um ihre Einsätze kämpfen müssen – und dieser Konkurrenzkampf führt oft zu Leistungssteigerungen. So kann auch Neuzugang Robinson seine Karriere nicht bei den Tigers ausklingen lassen. „Alles, was wir erfahren haben, hörte sich danach an, als wolle er es noch einmal wissen“, wird Waßmiller in einer Vereinsmitteilung zitiert. Zudem freut sich der Trainer aus einem weiteren Grund auf den Kanadier: „Einen echten NHL-Spieler gab es beim EHC Bayreuth noch nie.“

Debüt vermutlich am Freitag

Die sportliche Leitung des EHC Bayreuth geht davon aus, dass alle Passformalitäten bis Freitag geklärt sind und Nathan Robinson in Bad Nauheim sein Debüt im Tigers-Trikot feiert.    ter/red

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