Tigers-Gegner in unterschiedlicher Form

Wesentlicher für Tigers-Trainer Sergej Waßmiller ist allerdings der Zustand seiner eigenen Mannschaft. „Man merkt, dass die Stimmung besser geworden ist“, sagt er nach dem ersehnten Ende der langen Durststrecke mit 18 Spielen ohne Dreier, das mit 7:2 gegen die Dresdner Eislöwen sogar eindrucksvoll ausgefallen ist. „Das war eine sehr ordentliche Leistung, auf die wir jetzt natürlich auch aufbauen wollen. Außerdem haben wir wieder etwas mehr Leute im Training, dadurch wird die ganze Vorbereitung besser. Alles normalisiert sich einfach etwas.“

Das Aufgebot wird im Vergleich zur letzten Woche allerdings nur durch die Rückkehr von Jozef Potac verstärkt. Mit den anderen Spielern auf der Verletztenliste rechnet Waßmiller trotz mancher Fortschritte bei Michal Bartosch, Martin Heider und Thomas Voronov noch nicht und auch kaum mit Eugen Alanov, der voraussichtlich wieder in Nürnberg gebunden ist. Bis zum ersten Einsatz des vorerst für vier Spiele zurückgeholten Fedor Kolupaylo müssen noch Formalitäten abgewickelt werden, aber für den Russen müsste ohnehin einer der anderen Spieler aus dem Ausländerkontingent pausieren.

Heilbronn holte 23 von 27 möglichen Punkten

In Heilbronn treffen die Bayreuther auf jene Mannschaft, die noch vor einer Woche als die heißeste der Liga galt. Da hatten die Falken in neun Spielen in Folge gepunktet, dabei nur einmal verloren und 23 von 27 möglichen Zählern gesammelt. Nach den ersten 19 Spieltagen mit keiner besseren Platzierung als dem drittletzten Rang haben sie damit nun als Neunter schon einen Vorsprung von zwölf Punkten zu den Playdown-Plätzen. Zuletzt endete die Serie zwar überraschend mit einer 3:4-Heimniederlage gegen die Tölzer Löwen, aber der Verlust einer 3:0-Führung ließ sich dabei mit nachlassender Kraft erklären, denn das Team von Trainer Gerhard Unterluggauer wurde von einem Virus heimgesucht. Zwei Tage später reichte es schon wieder zu einem 5:3-Sieg in Ravensburg.

„Die Entwicklung ist schnell erklärt“, sagt Waßmiller zum Aufschwung in Heilbronn. „Entscheidender Impuls war der Torwartwechsel. Eine starke Mannschaft war das schon immer.“ Dieses Kompliment gilt dem Slowaken Marcel Melichercik, der als Nachfolger des Kanadiers Andrew Hare beim 5:2-Sieg in Bayreuth debütierte und seither eine glänzende Fangquote von 92,57 Prozent vorweisen kann. Weiteres Potenzial hat die Mannschaft um Topscorer Brandon Alderson (19 Tore, 23 Assists) insbesondere bei den Specialteams. Die Erfolgsquoten im Powerplay (14,5 Prozent) und in Unterzahl (74,7) werden jeweils nur von einem Team unterboten und sind in der Kombination sogar die schwächsten der Liga. Kurios ist zudem, dass die Falken als einzige Mannschaft auswärts mehr Punkte gesammelt haben als daheim (29 gegenüber 25). Auch die Bayreuther holten in Heilbronn einen Punkt (4:5 n. P. ) und führten dabei sogar schon mit 4:1.

Duell der Teams mit den wenigsten Toren

Bei den Lausitzer Füchsen hadert man ebenfalls mit der Heimbilanz, die mit 20 Punkten aus 18 Spielen die schlechteste der Liga ist. Das trägt ebenso zum dürftigen zwölften Tabellenplatz bei (acht Punkte mehr als Bayreuth, zwölf Zähler Rückstand zum zehnten Rang) wie die Krise der letzten Wochen. Vor dem 3:1 in Bad Tölz hatten die Füchse nur eines von neun Spielen gewonnen – dieses allerdings beim Meister Frankfurt (5:4 n. V.). Eine nachhaltige Trendwende erreichten bislang weder Umbesetzungen im Kader noch der neue Trainer Robert Hoffmann als Nachfolger des abgewanderten Hannu Järvenpää.

Schwäche des Teams aus Weißwasser bleibt die Offensive. Weniger als die 95 Treffer des schwedischen Topscorers Anders Eriksson (13 Tore, 21 Vorlagen) und seiner Mitstreiter haben nur die Tigers (88) erzielt. Das erste Duell dieser beiden Mannschaften in Bayreuth endete mit einem 1:0-Sieg der Gastgeber.

Weiterhin kein sportlicher Aufstieg in die DEL

Einen sportlichen Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 wird es vorerst weiterhin nicht geben. Das von den beiden höchsten Ligen eingesetzte Schiedsgericht des Deutschen Instituts für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) kommt in seinem Spruch zu dem Ergebnis, dass ein Teil der von den Bietigheim Steelers zum 31. März 2017 eingereichten Sicherheitsleistungen nicht den vertraglich vereinbarten Voraussetzungen entsprochen hat.

Das Schiedsgericht bestätigte damit die Auffassung der DEL, dass die Zweitligisten die Kriterien zur Ausspielung eines sportlichen Auf- und Absteigers ab der Saison 2018/19 nicht erfüllt haben. Die DEL2 kann nun bis zum 31. März 2018 einen dritten Anlauf nehmen. Darüber beraten die Clubs bei einem Treffen am 22. Januar. Den bisher letzten sportlichen Auf- und Abstieg gab es im Jahr 2006.

Nicht bewertet

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