Tigers gegen Spitzenreiter und Angstgegner

Sicher auch wegen dieser Ausgangslage definiert Tigers-Trainer Sergej Waßmiller seine Erwartungen nicht mit konkreten Punktzahlen: „Wir müssen erst einmal auf unsere eigene Spielweise achten. Das heißt vor allem konzentriert und diszipliniert aufzutreten. Auf dieser Basis versuchen wir dann, die Gegner zu überraschen.“ Der Coach teilt im Grunde die Einschätzung von Teammanager Dietmar Habnitt, dass man bei einem Abstand von 20 Punkten zum zehnten Platz auch jetzt schon an eine Fortsetzung der Saison in den Playdowns im Blick haben muss: „In der Trainingssteuerung oder bei den Eiszeiten einzelner Spieler muss ich nun etwas umdenken und die Vorbereitung auf die entscheidenden K.-o.-Spiele mit einbeziehen.“ Das bedeute aber nicht, dass man bis dahin irgendetwas verschenken werde. Schließlich sei auch der Heimvorteil in den Playdowns noch ein erstrebenswertes Ziel.

Die drei erfolgreichsten Scorer in einem Team

Am leichtesten sind die Kräfteverhältnisse in Bietigheim zu beschreiben. Die Gastgeber, die schon in der Abschlusstabelle der vergangenen Saison an der Spitze standen, haben aktuell mit 77 Punkten nicht nur satte 50 mehr als die Tigers, sondern auch einen stattlichen Vorsprung von zehn Zählern auf den Tabellenzweiten SC Riessersee. Mit 137 Toren haben sie den treffsichersten Angriff der Liga in ihren Reihen (Ravensburg mit 139 hat zwei Spiele mehr ausgetragen), wobei sie gleich alle drei ersten Plätze der Scorerliste belegen: Tyler McNeely führt mit 54 Punkten (17 Tore, 37 Assists) vor Matt McKnight mit 53 (27 plus 26) und Shaun Weller mit 52 (17 plus 35). Immerhin ist es den Bayreuthern aber in den ersten beiden Duellen der Saison recht beachtlich gelungen, diese Offensivkraft einzudämmen. Mit 0:2 auswärts und 1:2 daheim zogen sie sich respektabel aus der Affäre.

Noch kein Sieg gegen Dresden

Dagegen kommen die Tigers mit den Dresdner Eislöwen eher weniger gut zurecht als andere Teams. Aus den vier Begegnungen der vergangenen Saison holten sie nur zwei Punkte (zweimal 2:3 n. V.), und in der aktuellen Spielzeit gab es bisher sogar zwei deutliche Niederlagen (3:6 und 0:6). So viele Tore haben die Sachsen ansonsten in dieser Saison nur noch ein einziges Mal erzielt (6:1 gegen Bad Nauheim), denn die Offensive gilt eigentlich als ihre Schwäche. 102 Tore entsprechen eher den Bilanzen in der unteren Tabellenhälfte, und eine der Ursachen dafür ist die mäßige Powerplay-Quote von 17,2 Prozent – Platz elf in der Liga.

Dass die Eislöwen trotzdem als Tabellenfünfter innerhalb der angestrebten direkten Playoff-Plätze liegen, verdanken sie ihrer Defensive mit dem vor zwei Jahren vereinzelt für Bayreuth spielenden Torhüter Marco Eisenhut, der in seiner ersten Saison als Nummer eins überzeugende Leistungen bietet. Zuletzt hatte Eislöwen-Trainer Franz Steer ein paar Ausfälle zu verkraften und konnte bei der 1:3-Niederlage in Crimmitschau nur drei Blöcke aufbieten. Als Reaktion darauf wurde vor wenigen Tagen der 20-jährige Junioren-Nationalstürmer Christoph Körner verpflichtet, der 33 DEL-Einsätze für Bremerhaven absolviert hat.

Die größeren Personalsorgen haben somit auch in diesem Duell die Bayreuther. Im Vergleich zur Vorwoche wird das Aufgebot lediglich durch Marvin Neher verstärkt. Dafür ist fraglich, ob Eugen Alanov aus Nürnberg abgestellt werden kann.

Nicht bewertet

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