Tigers bieten Bietigheim lange Paroli

Vor der Partie mussten die Tigers Rückschläge verkraften: Neben Michael Kuhn und Sebastian Busch mussten auch dessen Bruder Valentin und Christopher Kasten passen. Trainer Sergej Waßmiller war gezwungen, Stammtorwart Tomas Vosvrda auf die Tribüne zu schicken und die vier Kontingentpositionen mit Feldspielern zu besetzen. Nicht die besten Voraussetzungen, um gegen den spielstarken Titelfavoriten zu bestehen.

Doch das gelang im ersten Drittel hervorragend. Zwar hatten die Steelers die Spielkontrolle und drückten gerade in Überzahl auf den Führungstreffer, der gelang aber den Tigers kurz nach einem eigenen Powerplay: David Wohlberg passte auf Marcus Marsall, der aus der Halbdistanz das 0:1 (7.) erzielte. Der Vorsprung hielt nur 61 Sekunden – Matt McKnight hatte in Überzahl abgestaubt. Geschockt waren die Bayreuther deshalb nicht.

Tigers mit großer Offensiv-Effizienz

Im Gegenteil: Es gelang ihnen mit viel Einsatzwillen immer besser, die Hausherren vom eigenen Tor fernzuhalten. Und in der Offensive setzen sie einige Nadelstiche und glänzten mit großer Effizienz. Nur Michal Bartosch (18.) ließ eine Großchance aus. Verschmerzbar, denn zu diesem Zeitpunkt stand es schon 1:2. Sergej Stas (13.) hatte einen Distanzschuss von Felix Linden ins Steelers-Tor abgefälscht. Die Tigers machten im ersten Drittel vieles richtig und bestraften die gerade in de Defensive etwas lethargische Spielweise des Heimteams. Es schien, als hätten die Bietigheimer die Kampfkraft der angeschlagenen Bayreuther unterschätzt.

Das taten sie im Mitteldrittel nicht mehr, nun agierten sie konzentrierter und bauten viel Druck auf. EHC-Keeper Johannes Wiedemann zeichnete sich mehrmals mit hervorragenden Paraden aus, seine Vorderleute stemmten sich vehement gegen weitere Gegentreffer – zweimal jedoch ohne Erfolg. Der Ausgleich fiel, als die Tigers in der von Strafzeiten geprägten ersten Hälfte dieses Abschnitts David Wrigley (23.) zu viel Platz gewährten.

Treffer nach Videobeweis

Beim 3:2 (33.) stocherte Max Lukes den Puck über die Linie, nach Sichtung des Videobeweises erkannten die Schiedsrichter den Treffer an. Die Bayreuther mussten sich zwar überwiegend in der Defensive behaupten, hätten aber auch ein drittes Mal in Führung gehen können. Beim Stand von 2:2 ließen Andreas Geigenmüller (28.) und Bartosch (29.) tolle Möglichkeiten liegen. Beide scheiterten am stark reagierenden Torwart Sinisa Martinovic. Doch bestand kein Zweifel, dass die 3:2-Führung der Steelers nach 40 Minuten verdient war.

Auch im Schlussdrittel bestimmten die Hausherren das Geschehen und führten mit dem 4:2 (44.) früh in diesem Drittel die Entscheidung herbei. Dem EHC fehlte nach der erst am Sonntag gewonnenen, intensiv geführten Pre-Playoffsserie auch etwas die Kraft, um die Bietigheimer nochmals ernsthaft in Gefahr zu bringen. Doch ein Lob für ihre engagierte Vorstellung haben sich die Tigers trotzdem verdient.

Bietigheim Steelers: Martiniovic – Borzecki, Auger; Steingroß, Prommersberger; Schwarz, Brown – Weller, Kelly, Just; Wrigley, McKnight, Zientek; Lukes, Schoofs, Alt; Weigandt, Fink.

EHC Bayreuth: Wiedemann – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Neher – Kuchejda, Stas, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, Wohlberg, Rypar; Fröhlich.

Tore: 0:1 (7.) Marsall (Wohlberg, Rypar), 1:1 (8.) McKnight (Auger, Steingroß – 5 gegen 4), 1:2 (13.) Stas (Linden), 2:2 (23.) Wrigley (Kelly, McKnight – 5 gegen 4), 3:2 (33.) Lukes (Alt, Schoofs), 4:2 (44.) Lukes (Schoofs, Alt), 5:2 (60.) Zientek (Kelly, Prommersberger – 5 gegen 6)

Strafminuten: Bietigheim 6, Bayreuth 10.

Zuschauer: 2786.

SR: Paule, Kapzan, Schwenk.

Nicht bewertet

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