Tigers besiegen EV Weiden mit 7:2

Zweifel daran gab es letztlich nur 92 Sekunden lang. Anfangs hatte nämlich das 0:1 nach nur 20 Sekunden die erwartungsvolle Stimmung der Bayreuther Anhänger gedämpft, aber das war schon vor Ablauf der zweiten Spielminute wieder vergessen. 45 Sekunden nach dem Rückstand hatten die Tigers ausgeglichen, und weitere 47 Sekunden danach gingen sie in Führung.

Etwas nachhaltigere Wirkung könnte der Fehlstart lediglich bei Torhüter Friedrich Hartung gehabt haben. Schließlich war dieses Spiel für ihn die erste Gelegenheit, seine Zuverlässigkeit als Nummer zwei im Tigers-Tor zu beweisen, und dann musste er gleich bei der ersten Aktion hinter sich greifen – noch dazu nach einem Abpraller. Der Spielverlauf gab ihm dann auch nur ganz allmählich die Möglichkeiten, an Sicherheit zu gewinnen. Fast nur während Strafzeiten rückte der Schlussmann häufiger in den Blickpunkt, und aus dieser Sicht kamen ihm die 90 Sekunden in 3:5-Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels wohl gar nicht so ungelegen.

Tigers haben Geschehen im Griff

Ansonsten hatten die Gastgeber von der dritten Minute an das Geschehen fest im Griff, auch wenn sie zunächst nicht den ganz großen Dauerdruck entwickelten. Zwar kamen sie nicht selten mit Tempo über die blaue Linie, aber ein zwingender Abschluss war gegen die tief stehenden Weidener nicht leicht zu finden. Immerhin reichte es zum dritten Tor nach starker Vorarbeit von Valentin Busch.

Im zweiten Abschnitt setzten sich die Bayreuther schon häufiger in der Weidener Zone fest. Sie intensivierten das Forechecking, gewannen viele Bullys und konnten die Verteidigung der Gäste auch zunehmend mit Kombinationsspiel in Verlegenheit bringen. Nur beim Abschluss fehlte mitunter noch die letzte Konsequenz, wie etwa beim Powerplay in der 32. Minute: Da hielten die Tigers mit jeder Formation die Scheibe in der Angriffszone, wobei meist nur ein Verteidiger zentral an der blauen Linie postiert war, aber bei allem Druck gab es doch kaum mehr als Routinearbeit für Torwart Josef Lala, der kurz zuvor den Ex-Bayreuther Johannes Wiedemann abgelöst hatte.

Auffällige KGB-Reihe

Genau so begann auch das letzte Drittel: Die spielerisch auffällige KGB-Reihe verbrachte die ersten zwei Minuten durchgehend in der Weidener Zone und erzwang am Ende dieser Phase sogar eine Strafzeit für den Gegner, aber Zählbares resultierte daraus nicht. Doch auch dieser Mangel im Bayreuther Spiel war wenig später kein Thema mehr, denn innerhalb von 21 Sekunden fielen die sehenswerten Treffer zum 5:1 und 6:1 durch eine starke Überzahl-Kombination beziehungsweise bei einer der seltenen Gelegenheiten für einen schulmäßig zu Ende gespielten Konter.

Danach schien sich die Tigers-Offensive immer lockerer durchsetzen zu können gegen einen Gast, der in seinem ersten Testspiel der Saison wahrscheinlich am Ende noch schwerere Beine hatte als die Bayreuther in ihrer aktuellen harten Vorbereitungsphase. Als der Ex-Bayreuther Patrik Rypar zwei plus zwei Strafminuten verbüßen musste (49.), wurde der siebte Treffer mehrfach nur ganz knapp verpasst. Das holte Michael Bartosch aber genau sechs Minuten vor dem Ende nach, als ihn Andreas Geigenmüller mit Geduld und Übersicht glänzend bedient hatte. Wie locker es zu diesem Zeitpunkt schon zuging, zeigte allerdings auch der zweite Gegentreffer nur 35 Sekunden später. Da durften die Weidener vor dem Tor kombinieren wie nie zuvor.

Das nächste Testspiel bestreiten die Tigers bereits morgen um 20 Uhr wiederum auf heimischem Eis, und zwar gegen den Ligarivalen Eispiraten Crimmitschau.

Bayreuth Tigers: Hartung – Gerstung, Pavlu, Heider, Neher, Linden, Müller, Mayer – Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; S. Busch, Gläser, V. Busch; Barta, Stas, Pesut; Voronov, Drews.

Strafminuten: Bayreuth 8, Weiden 16; Zuschauer: 1283.

Tore: 0:1 (1.) Pauker (Rypar), 1:1 (2.) Barta (S. Busch), 2:1 (2.) V. Busch (S. Busch, Gläser – 5 gegen 4), 3:1 (17.) S. Busch (Neher, Linden), 4:1 (27.) V. Busch (Gläser), 5:1 (47.) Pesut (S. Busch, Barta – 5 gegen 4), 6:1 (48.) Drews (Voronov, Mayer), 7:1 (55.) Bartosch (Geigenmüller, Pavlu), 7:2 (55.) Noe (Abercrombie).

5 (2 Stimmen)

Anzeige