Tigers beim Meister krasser Außenseiter

„Da müssen wir nicht lange reden: Das ist eine Topmannschaft in allen Bereichen“, sagt Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. In einem Formtief nach der nicht ganz geräuschlosen Trennung vom langjährigen Sportdirektor Rich Chernomaz hat der Titelverteidiger zwar den unmittelbaren Kontakt zu Tabellenführer Bietigheim verloren, aber zuletzt zeigte seine Formkurve wieder recht beständig steigende Tendenz. Fünf Spiele in Folge hatten die Hessen gewonnen und dabei auch zwei Punkte in Bietigheim geholt (4:3 n. P.), ehe sie am vergangenen Sonntag in einem hochklassigen Verfolgerduell gegen den SC Riessersee mit 2:3 nach Verlängerung knapp die Rückkehr auf den zweiten Platz verpassten.

Der Aufwärtstrend hängt auch damit zusammen, dass der Meister seinen Kader noch verstärkt hat. Im Tor steht seit genau diesen sechs erfolgreichen Spielen der Finne Antti Karjalainen, der aus der ersten Liga seines Heimatlandes gekommen ist (Hämeenlinna). Wegen des Verletzungspechs auf dieser Position ist der 22-Jährige bereits der fünfte Schlussmann, den die Löwen in dieser Saison einsetzen. Mehrfach hat der zu Saisonbeginn verletzte Stammtorwart Brett Jaeger angeschlagen spielen müssen, weil seine Stellvertreter ausgefallen waren.

Zwei Neuzugänge bekamen die Frankfurter zudem aus Krefeld, wo ihr neuer Sportdirektor Franz Fritzmeier zuvor tätig war und wo nach dem Ende aller Hoffnungen auf die DEL-Playoffs der Kader ausgedünnt wurde. Zusammen mit Verteidiger Maximilian Faber kam der bei den Krefelder Fans beliebte Stürmer Martin Schymainski, der in 42 DEL-Einsätzen immerhin neun Tore erzielt hat.

Frankfurter mit den meisten Toren

Dabei kann der Titelverteidiger mit 180 Treffern ohnehin schon die höchste Ausbeute der Liga vorweisen, während die Bayreuth Tigers (121) in dieser Statistik das Schlusslicht bilden. Einigen Anteil daran hat das stärkste Überzahlspiel der Liga, das nahezu jedes vierte Powerplay erfolgreich abschließt (24,7 Prozent). Weniger überzeugend ist die Bilanz bei Unterzahl (Platz zehn), was in Kombination mit den noch immer weitaus meisten Strafminuten der Liga (17,89 pro Spiel trotz leicht fallender Tendenz) die Mannschaft von Trainer Paul Gardner immer wieder mal in Schwierigkeiten bringt.

Die Kräfteverhältnisse zwischen den Rivalen wird auch in den bisherigen Ergebnissen deutlich. Im ersten Heimspiel holten die Bayreuther noch einen beachtlichen Punkt (2:3 n. P.), aber dann gab es zwei klare Niederlagen (2:6 und 1:5). Trotzdem betrachtet Sergej Waßmiller sein Team nicht als chancenlos: „Voraussetzung ist, dass wir konzentriert und konsequent spielen. Wenn wir das so machen wie im letzten Drittel gegen Bad Tölz, ist das okay.“ Die Aussicht auf die Rückkehr des zuletzt krankheitsbedingt fehlenden Ivan Kolozvary verspricht Verstärkung. Dafür fehlen aber neben den verletzten Yannick Drews, Martin Heider und Andreas Geigenmüller auch die erkrankten Marvin Neher und Friedrich Hartung. Zudem ist Timo Gams in dieser Woche bei der U 19-Nationalmannschaft.

Nicht bewertet

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