Tigers beim 3:6 gegen Kassel chancenlos

Erstmals seit Wochen herrschte wieder einmal rege Betriebsamkeit auf der Bayreuther Bank. „Es ist schon lange her, dass wir mit vier Sturmreihen auflaufen konnten. Wir wollten das nutzen, um auch offensiv etwas zu machen, das ist uns sehr gut gelungen“, lobte der Tigers-Coach nach der Partie die zweimalige Führung seines Teams im ersten Drittel.

Dass die Hessen trotz des vorübergehenden Rückstands mit einer 3:2-Führung in die erste Drittelpause gingen, war auch ihrer individuellen Klasse geschuldet. Aber nicht nur. Denn bei allen drei Toren der Huskies sah die Bayreuther Verteidigung nicht gut aus. Beim 1:1-Ausgleich nur 57 Sekunden, nachdem Michal Bartosch seine Tigers erstmals in Front gebracht hatte, bekam Torschütze Adriano Carciola so viel Zeit, dass er sich die Ecke aussuchen konnte. Ebenso erging es Kevin Maginot (15.). Er hatte unbedrängt die passende Antwort auf Andreas Geigenmüllers 5:3-Überzahltor zum 2:1 für die Tigers. Den dicksten Schnitzer aber leistete sich die Tigers-Defensive, als sie in der Vorwärtsbewegung die Scheibe vertändelte und Lukas Koziol einen Alleingang auf den starken Bayreuther Torhüter-Neuzugang Martins Raitums ermöglichte. Der Lette hatte erneut das Nachsehen.

Die Tigers brachten sich so selbst um den Lohn ihrer guten Arbeit, die sich in hoher Aggressivität, starker Zweikampfbilanz und viel versprechenden Offensivaktionen widerspiegelte. „Diese sofortigen Rückschläge dürfen uns nicht passieren, sonst wird es schwer, zu gewinnen“, resümierte Waßmiller nach Spielschluss.

Vorentscheidung durch Kuchejda-Doppelschlag

Im zerfahreneren und chancenärmeren zweiten Drittel sorgten die Gäste dann binnen 140 Sekunden für die Vorentscheidung. Sie ging auf das Konto eines Ex-Bayreuthers. Der mittlerweile eingebürgerte Ex-Tscheche David Kuchejda, der in der zurückliegenden Saison 13 Mal das Tigers-Trikot getragen und dabei vier Tore erzielt hatte, markierte beide Treffer. Als er einen Schuss von Kevin Maginot (29.) unhaltbar abfälschte, war Raitums ebenso chancenlos wie kurz darauf bei dem von Kuchejda platziert abgeschlossenen Überzahlspiel. „Das war stark von meiner Mannschaft in diesem Drittel, vor allem taktisch“, sparte Kassels Trainer Rico Rossi nicht mit Lob.

Die Tigers wirkten nun angeschlagen und brauchten einige Minuten, um selbst wieder aktiv zu werden. Dabei fehlte ihnen zumindest einmal das nötige Quäntchen Glück. Als Huskies-Keeper Markus Keller die Scheibe nach Anthony Lucianis Schuss unter seiner Fanghand begraben hatte, entschieden sich die Unparteiischen nach Videobeweis gegen den dritten Bayreuther Treffer – eine 50:50-Entscheidung.

Im Schlussabschnitt schienen die Hessen so lange alles unter Kontrolle zu haben, bis ein kurioses Volley-Abstaubertor von Mathias Müller (54.) die Bayreuther auf 3:5 heranbrachte. Mehr als eine Großchance von Luciani, der per Direktabnahme an Keller scheiterte, sprang aber nicht mehr heraus. Im Gegenteil: Als Raitums das Eis für einen weiteren Feldspieler verlassen hatte, traf mit Jens Meilleur ein weiterer Ex-Bayreuther zum 6:3-Endstand ins leere Tor.

Bayreuth Tigers: Raitums – Linden, Müller; Mayer, Potac; Pavlu, Gerstung – V. Busch, Chouinard, Luciani; Bartosch, Kolozvary, Gams; Gläser, S. Busch, Geigenmüller; Ontl, Stas, Alanov.

Kassel Huskies: Keller – Reiss, Wisniewski; Maginot, Little; Heinrich, Müller; Kraus – Kuchejda, Merl, Klöpper; Pimm, McGrath, Meilleur; Ritter, Koziol, Carciola; Christ, Lambacher, Della Rovere.

SR: Hascher, Alfred;

Strafminuten: Bayreuth 8, Kassel 4;

Zuschauer: 1702.

Tore: 1:0 (10.) Bartosch (Gams, Kolozvary), 1:1 (11.) Carciola (Little, Ritter), 2:1 (13.) Geigenmüller (Kolozvary, Potac), 2:2 (15.) Koziol (Maginot, Little), 2:3 (18.) Koziol (Little, Carciola), 2:4 (29.) Kuchejda (Merl, Maginot), 2:5 (31.) Kuchejda (5 gegen 4), 3:5 Müller (54.), 3:6 (59.) Meilleur (McGrath, Carciola – 5 gegen 6).

1 (2 Stimmen)

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