Tigers beenden Auswärtsfluch im Derby

Nach der Schlusssirene waren – wie über weite Strecken des Spiels – nur die Bayreuther Fans im Stadion zu hören. Etwa 900 hatten ihre Mannschaft mit nach Sachsen begleitet und die Partie in ein Heimspiel verwandelt. Um die Auswärtspunkte mussten sie sich nicht wirklich Sorgen machen, zu stark traten die Tigers auf. Dementsprechend stolz war auch EHC-Trainer Sergej Waßmiller auf sein Team: „Ich bin nicht nur zufrieden mit dem Ergebnis, sondern vor allem damit, wie wir es geholt haben. Das war eine geschlossene, disziplinierte Mannschaftsleistung. Und die Fans haben uns natürlich auch toll unterstützt.“

Nur in den ersten Minuten des Spiels hatten die Hausherren Vorteile, spätestens ab dem 0:1 (7.) gaben aber die Tigers den Takt vor. Die dritte Sturmreihe hatte sich durchs gegnerische Drittel kombiniert, im Nachschuss gelang Marcus Marsall der Treffer. Ähnlich fiel das 0:2 (14.): Diesmal setzte Ivan Kolozvary energisch nach. Bayreuth dominierte die Partie, hätte höher führen können. Doch kurz vor Drittelende schmolz der Vorsprung.

Vermeidbares Gegentor

Ein EHC-Spieler rutschte weg, die Defensive war nicht aggressiv genug und Tigers-Keeper Tomas Vosvrda wehrte mit dem Schoner in die Mitte ab. Per Nachschuss verkürzte Vincent Schlenker auf 1:2 (18.). Ein Tor aus dem Nichts, das aus Bayreuther Sicht mehrmals hätte verhindert werden können. Neben dieser Fehlerkette trübte das wenig zwingende Überzahlspiel – der Pfosten-Knaller von Jozef Potac (17.) ausgenommen – die ansonsten sehr gute Leistung der Bayreuther.

Im zweiten Abschnitt leisteten sich die Gäste kaum Schwächen und traten sehr souverän auf. Taktisch diszipliniert waren sie meist einen Schritt schneller als der Gegner. In der Defensive war das gleichbedeutend mit wenig Chancen für die Crimmitschauer. In der Offensive wirkte sich der Tempovorteil des EHC noch deutlicher aus, die Tigers erliefen sich immer wieder Freiräume. Das nutzte David Wohlberg zum 3:1 (24.). Seine Sturmkollegen gingen mit ihren Chancen wesentlich nachlässiger um. Der Pfosten oder der mit Abstand beste Eispirat, Torwart Ryan Nie, verhinderten weitere EHC-Treffer.

Ausgeglichenes letztes Drittel

Die durchwachsene Chancenverwertung sollte sich jedoch nicht rächen. Das Spiel war im letzten Drittel ausgeglichen, die Bayreuther aber agierten sehr clever und ließen keine Spannung mehr aufkommen. Auch, weil Vosvrda (51.) mit einer Riesenparade Jason Pinizzotto stoppte, und der auffällige Valentin Busch (60.) per Empty-Net-Treffer den Endstand herstellte.

Eispiraten Crimmitschau: Nie – Pozivil, Schietzold, Olleff, Körner, Pyka, Tramm – Gollenbeck, Schlenker, Keil, Guts, Lee, Ciernik, Pohl, Pinizzotto, Walsh, Bartek, Lucenius.

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Stas, Wohlberg, Geigenmüller; Bartosch, Kolozvary, Piskor; V. Busch, S. Busch, Marsall; Rypar, Fröhlich, Kuhn.

Tore: 0:1 (7.) Marsall (S. Busch, V. Busch), 0:2 (14.) Kolozvary (Potac, Piskor), 1:2 (18.) Schlenker (Walsh, Pozivil), 1:3 (24.) Wohlberg (Geigenmüller, Stas), 1:4 (60.) V. Busch (Wohlberg, Kasten – 5 gegen 6).

Strafminuten: Crimmitschau 8, Bayreuth 6.

Zuschauer: 4108.

SR: Melia, Höfer, Knauss.

4.5 (4 Stimmen)

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