Tiefer Brunnen: Sanierung verschoben

Diese hatte ergeben, dass sich die veranschlagten Kosten in Höhe von insgesamt 131.000 Euro deutlich überschritten werden – um 24.500 Euro. Nachdem der Zuschuss der Dorferneuerung von rund 39.000 Euro und der vom Entschädigungsfond für Denkmäler von knapp 73.000 Euro die Höchstfördergelder sind würde der Eigenanteil der Stadt von 19.000 auf 43.500 Euro steigen.

Vier Gewerke am Brunnenhaus

Und das könnte sogar noch mehr werden, wenn sich während der Sanierung ein Mehraufwand ergibt, befürchtete Meyer. Der denkmalpflegerische Aufwand sei es, der die Kosten steigen lasse, erklärte Meyer. Für vier Gewerke am Brunnenhaus – Bohr- und Pressarbeiten, Gerüstarbeiten, Arbeiten am Dach und die Zimmererarbeiten – sind ausgeschrieben worden. Das zuständige Architekturbüro kommt zu dem Ergebnis, dass auch spätere Ausschreibungen keine besseren Ergebnisse erwarten lassen, sprich: Es wird nicht billiger. Auch die VOB-Stelle (VOB: Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) habe die Empfehlung ausgesprochen, die Ausschreibung aufzuheben.

Gemeinsam ausschreiben

Meyer und der Stadtrat einigten sich bei mehreren Sitzungen darauf, die Sanierung komplett durchzuführen und nicht „nur rumzuspielen“, wie es Meyer ausdrückte. Man will aber auch nicht, dass die Kosten davonlaufen. Vorschlägen von Hans Thummert (UB) und Matina Köhler (CSU) einen Teil der Gewerke in Auftrag zu geben und dann mit den Anbietern der restlichen Gewerke in neue Verhandlungen einzutreten, erteilten Meyer, Geschäftsführer Roland Leuchner und Simone Bauenschmidt eine Absage. Das ginge schon alleine aus rechtlichen Gründen nicht, weil man an die VOB-Vorschriften gebunden sei. Und diese besagen, alle Gewerke gemeinsam auszuschreiben. Zudem, so Leuchner, dürfe man im Rahmen der Ausschreibung nicht verhandeln. Selbst wenn dies möglich sei, sah unter anderem Bauenschmidt keine deutlich veränderte Situation.

Rat des Architekturbüros

Meyer hofft auf zusätzliche Mittel durch das Landesamt für Denkmalpflege und folgt damit auch dem Rat des Architekturbüros. Auch der Stadtrat einigte sich letztlich einstimmig darauf, neue Fianzmittel zu beantragen und so lange zu warten, bis man das, so Meyer, „schwarz auf weiß vor sich liegen hat“. Immerhin sei die Sanierung des Denkmals in erste Linie für die Öffentlichkeit und für die Gemeinde unrentierlich. Deshalb bekomme man auch Fördergelder in dieser Höhe (rund 85 Prozent).

Allerdings erwartet man jetzt auch, dass sich ein eventueller Sanierungsbeginn deutlich verzögert. Zum einen wird es – so vermutet Meyer – dauern, bis der Denkmalschutz eine Antwort findet, zum anderen muss dann wieder die Prozedur der Ausschreibung durchgeführt werden. Werner Ott (WG) geht davon aus, dass sich der Baubeginn bis 2018 verschieben wird.

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