Thema Seilbahn privat: Ohne Alternative

Vor wenigen Jahren hatte der Kurier in einem Bericht das Thema mögliche Privatisierung der Seilbahn aufgegriffen. Damals in der Region noch ein Tabuthema, dem kaum jemand was abgewinnen konnte.

Das hat sich unter dem Druck der Tatsachen nun grundlegend geändert. Denn wenn man eine neue Seilbahn will, geht es offenbar nicht ohne einen privaten Investor. Und ein privater Investor wird natürlich keinen zweistelligen Millionenbetrag in ein Unternehmen stecken, das weiter von Lokalpolitikern und Verwaltungsleuten geführt wird. Noch dazu eines, das wie bisher rein betriebswirtschaftlich dicke rote Zahlen einfährt. Denn der Umlagebedarf steigt und steigt; dieses Jahr wird er wohl die Millionengrenze überschreiten.

Nun war die Seilbahn (oder auch die Therme in Obernsees) nie als gewinnbringendes Unternehmen angelegt. Sondern als Infrastrukturmaßnahme, die in der Region Einnahmen und Arbeitsplätze generieren soll. Der Gewinn fällt also in der Breite an.

Trotzdem darf gefragt werden, ob ein noch dazu wachsendes Dauerdefizit eine gottgegebene Tatsache sein muss. Und ob die Seilbahn – alt oder neu – unter diesen Gegebenheiten langfristig zukunftsfähig gewesen wäre. Auch deswegen muss es keine schlechte Sache sein, wenn vielleicht in Zukunft ein Geschäftsmann an der Seilbahn das Sagen haben sollte.

Dann freilich wird sich Einiges ändern. Nicht nur für die Mitarbeiter der Seilbahn. Auch Nutzer und Touristiker, die auf die Seilbahn bauen, würden sich zum Beispiel daran gewöhnen müssen, dass die Bahn öfter mal steht, wenn keine Gäste in der Region sind. Dass die Fahrt teurer wird.

Andererseits wird ein Unternehmer Neues und Anderes ausprobieren, wie flexiblere Fahrzeiten: zum Beispiel längere Fahrzeiten abends in einem schneereichen März, damit auch Berufstätige noch Ski fahren können. Oder eine Seilbahnfahrt zum Sonnenaufgang auf dem Ochsenkopf.

Aber egal, ob man eher die Vorteile oder die Nachteile sieht: Nach Lage der Dinge führt an diesem Weg eh nichts vorbei.

Mail schreiben: andreas.gewinner@nordbayerischer-kurier.de

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Kommentare

Privatisierung ist das Allheilmittel?
Wenn die Seilbahn keinen Gewinn abwirft, oder im Laufe der Zeit in die Verlustzone gerät, was wird dann passieren? Die Seilbahn wird geschlossen. Da sie aber der Anker des Ochsenkopftourismus ist, darf das nicht geschehen. Was also wird geschehen? Der Landkreis muss dafür sorgen, dass der Betrieb weitergeht.
Warum kann denn nicht ein Geschäftsführer eingesetzt werden, der mehr Kompetenzen hat als der Betriebsleiter und genau das auch tunt, was ein Privatbetreiber auch tun würde, beispielsweise flexiblere Betriebszeiten?
Ich halte es für naiv anzunehmen, dass ein Privatunternehmen die Seilbahn dauerhaft in die Gewinnzone bringen könnte, vorallem weil sie ach extrem von den Wetterbedingungen abhängig ist. Zudem soll sie ja auch Gewinne erwirtschaften.
Der Landkreis sollte sich überlegen, einen kompetenten Geschäftsführer einzustellen, der Erfahrung aus der Privatwirtschaft mitbringt und genügend Spielraum für unternehmerisches Denken erhält.
Der Fisch stinkt doch vom Kopf her.
Öffentlicher Dienst und Beamte in Bayreuth ist der
Tod der Seilbahn.
Es gäbe schon eine Lösung, nur die Beamten müssten zustimmen
geht aber nicht , weil Sie keine Ahnung haben.
Die Zeit des Skitourismus am Ochsenkopf ist vorbei.
Der menschgemachte Klimawandel führt dazu, dass am Ochsenkopf bald gar kein Schnee mehr liegen wird. Renommierte Klimaexperten befürchten, dass man in zehn Jahren im hohen Fichtelgebirge schon Scheureben wird anbauen können. Angesichts der für heute gemeldeten Höchsttemperaturen von bis zu 26 Grad am Ochsenkopf kein Wunder.
"Angesichts der für heute gemeldeten Höchsttemperaturen von bis zu 26 Grad am Ochsenkopf kein Wunder."

Wo ist denn da das Smilie? Aktuell hat es am Ochsenkopf minus 5 Grad und Schneefall!
Davon abgesehn hat man schon vor 20 Jahren gesagt das in 20 Jahren (also heute) praktisch kein Schnee mehr zum Skifahren da sein wird. Nun heute kann man sagen das es doch noch nicht so weit gekommen ist und (auch) dank der künstlichen Beschneiung am Ochsenkopf sogar in den letzten Wintern an teils über 100 Tagen pro Saison Skibetrieb möglich war!
Und bin mir auch fast sicher das man auch in 20 Jahren dort noch Skifahren wird.

UND DAVON ABGESEHN ist die Seilbahn ja nicht nur für den Skitourismus vorgsehn.......
Sorry, jetzt komm ich da erst mit ;-) Sie meinen im allgemeinen die möglichen Höchsttemperaturen auf dem Ochsenkopf.
Nun da denke ich aber das 26 Grad und auch etwas mehr in der Spitze in knapp über 1000 m Höhe nix ungewöhnliches sind!
Ja ja, jetzt soll der Heilland mit den Millionen kommen der den Karren aus dem
Betriebskostendefizit ins gelobte Ferienland führen wird.

Bin mal gespannt ob das was wird. Größe Brötchen sollten gebacken werden.
Zum Beispiel ( Alpine Coaster wird sich rechnen und alte Rodelbahn abgebaut).

Leider habe ich durch den Bericht erfahren das das Defizit die Schallmauer durch-
brechen wird. Und das, obwohl das mit den Bikern, eine massive Auslastungssteigerung
gebracht hat.

Einen" Global Player" hatten wir schon im Fichtelgebirge (Bäderkönig). Der hat es uns
gezeigt was übrigbleibt wenn man sich mit Leuten einlässt denen man nicht gewachsen
ist.

Viele halten die Verpachtung der Anlagen als einzigen Ausweg die Seilbahn ins nächste
Jahrzehnt zu bekommen. Nur ein Pächter der alle Wünsche der Kunden erfüllt ( Schlitten
transport, Biken 300 Tage, beschneien des Gipfelbereiches, Events, ect.) wird das Defizit
vielleicht senken können .

Ausgleichen nur der" Echte Heilland".