Taylor Swift siegt im Po-Grapscher-Prozess

Ein Bundesgericht in Denver gab am Montag ihrer Klage wegen sexueller Belästigung statt. Schadenersatzforderungen des Ex-Moderators wegen seiner Entlassung nach dem Übergriff hatte das Gericht zuvor bereits zurückgewiesen. Swift feierte die Entscheidung als Sieg für alle Missbrauchsopfer.

Ein Dollar als Schmerzensgeld

Nach vierstündigen Beratungen gab die aus sechs Frauen und zwei Männern bestehende Jury ihre Entscheidung bekannt. Sie sprach Mueller in dem Zivilprozess der sexuellen Belästigung schuldig. Der Ex-Moderator muss Taylor Swift nun einen symbolischen Dollar als Schmerzensgeld zahlen.

Dieser eine Dollar sei "von unschätzbarem Wert", sagte Swifts Anwalt Doug Baldridge. "Er sagt 'Nein heißt Nein'." Die symbolische Strafe versichere "allen Frauen, dass sie bestimmen, was mit ihrem Körper geschieht".

Job verloren

Swift wirft dem Radio-Moderator vor, ihr im Juni 2013 bei einer Fotosession während eines kurzen Backstage-Besuchs vor einem Konzert unter den Rock gegriffen und ihren Po begrapscht zu haben. Swifts Management hatte den Vorfall Muellers Abeitgeber gemeldet, woraufhin der damals 51-Jährige seinen Job bei dem Lokalsender Kygo in Denver verlor.

Während der Schlussplädoyers brach Swift in Tränen aus. Sie ließ sich von ihrer Mutter Andrea Swift, die ebenfalls Tränen in den Augen hatte, Taschentücher reichen. Muellers Anwalt Gabriel McFarland stellte die Anschuldigungen der Sängerin immer wieder als falsch dar: "Ich weiß nicht, was für eine Person einen Musik-Superstar anfasst oder begrapscht, aber dieser Typ ist es nicht", sagte der Verteidiger vor Gericht.

Tränen, Tränen

Die Jury schenkte McFarlands Ausführungen aber keinen Glauben. Bereits am Freitag hatte das Gericht entschieden, dass eine Verantwortung Swifts und ihres Managements für Muellers Entlassung nicht nachgewiesen werden könne. Bei der Urteilsverkündung am Montag brach Swift erneut in Tränen aus und fiel ihren Anwälten und dann ihrer Mutter in die Arme.

Swifts Management hatte zunächst versucht, die Angelegenheit nicht öffentlich auszutragen. Den Rechtsstreit begann Mueller 2015 mit einer Klage gegen Swift, ihre Mutter und ihren Manager. Er machte die drei für den Verlust seines Jobs verantwortlich und forderte von ihnen drei Millionen Dollar (2,54 Millionen Euro) Schadenersatz. Swift reichte daraufhin Gegenklage ein.

Nach dem Prozess dankte Swift in einer Erklärung dem Gericht und ihren Anwälten, die für sie und für jene gekämpft hätten, "die sich durch einen sexuellen Angriff zum Schweigen gebracht fühlten". Sie wisse, dass sie privilegiert sei, dass sie die "enormen Kosten" eines solchen Prozesses schultern könne.

Etwas Großes ist passiert

"Meine Hoffnung ist es, denen zu helfen, deren Stimmen ebenfalls gehört werden sollten", erklärte die weltweit erfolgreiche Sängerin. Daher werde sie in Kürze an Organisationen spenden, die sich um Opfer sexueller Gewalt kümmern.

Swifts Anwalt Baldridge sagte vor Medienvertretern: "Etwas Großes ist heute passiert. Es brauchte jemanden so Prominenten wie Taylor Swift, um aufzustehen und Nein zu sagen."

afp

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