Taxameter bleiben aus

Die Bayreuther Taxifahrer bewegten sich damals häufig am Rande der Legalität. Nach dem Personenbeförderungsgesetz durften sie eigentlich nur den Betrag einfordern, der vom Taxameter angezeigt wurde. Lediglich bei Hochzeiten, Beerdigungen oder der Beförderung von „Angehörigen des Gesundheitsdienstes“ durfte eine Ausnahme gemacht und das Taxameter ausgeschaltet werden. Demnach konnten nur Hochzeitspaare, Trauergäste und Ärzte in den Bayreuther Taxen unterwegs sein. Denn die Erfahrung zeigte, dass das Taxameter nur in seltenen Fällen eingeschaltet wurde.

Damit riskierten die Taxifahrer zwar eine Ordnungsstrafe, sie zeigten sich in der Begründung für ihr Handeln jedoch alle solidarisch: Die städtische Fahrpreisordnung war bereits 16 Jahre alt und rechnete mit Preisen, die nach der Meinung der Taxifahrer nicht tragbar waren. „Wer sich an die alten städtischen Tarife aus dem Jahr 1952 hält, ist selbst schuld, wenn er Konkurs macht“, so die einhellige Meinung. Die Fahrpreisordnung sah etwa für eine Fahrt vom Bahnhof in die Saas 2,60 Mark vor. In der Realität verlangten die Taxifahrer im Schnitt 4,60 Mark. Einige wollten sogar sechs bis sieben Mark für die Strecke haben. Aufgrund dieser Entwicklung erarbeitete die Stadt schließlich einen neuen Tarif. Er sollte noch im selben Frühjahr in Kraft treten.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier vom Abschluss der Winter-Bundesjugendspiele der Volksschulen. Die Bayreuther Volksschulen hatten rege an den Wettkämpfen teilgenommen: 329 Jungen und Mädchen waren am Stufenbarren, am Sprungkasten, im Bodenturnen und in der Ballgymnastik gegeneinander angetreten. 203 von ihnen erreichten in den Wettkämpfen mehr als 55 Punkte und damit eine Siegerurkunde. Immerhin zehn Schülerinnen erzielten über 70 Punkte, wofür sie eine Ehrenurkunde erhielten.

Des Weiteren berichtete der Kurier von einem Autodieb, der kürzlich von der Polizei hatte gefasst werden können. Wie sich im Verhör herausstellte, gingen noch weitere Straftaten auf sein Konto. Der 20-Jährige hatte nicht nur einen Lieferwagen gestohlen, mit dem er dann auf dem Weg nach Bindlach liegen geblieben war. Ein aufmerksamer Autofahrer hatte die Polizei schließlich auf die Fährte des Autodiebes gebracht. Wie das Verhör ergab, hatte der junge Bayreuther noch einen weiteren Transporter gestohlen, wenig später damit einen Unfall gebaut und den Wagen anschließend liegen gelassen. In Berlin lag außerdem ein Haftbefehl wegen versuchten Einbruchs vor. Der junge Mann wurde ins Gefängnis St. Georgen gebracht. ast

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