Tankstelle weiter auf dem Trockenen

Heike Küffner ist genervt, sie will, dass es endlich weitergeht. Seit über einem Jahr sind nur die Werkstatt und der Shop geöffnet. Das ist zu wenig, viele Kunden sind schon abgesprungen. Das ganze Projekt ist von Anfang an mit Schwierigkeiten belegt.

Rückblick: Anfang April vergangenen Jahres hat Küffner den Vertrag mit Shell nicht mehr verlängert. Der Mineralölkonzern hatte sich zwar bereit erklärt, neue Zapfsäulen und einen weiteren Tank zu installieren, aber nicht, die alten Tanks auszutauschen. Seit dem 4. April sollte das Unternehmen nun Tanks, Leitungen und alte Technik ausbauen und den Untergrund reinigen. Aber nichts passierte. Nur die Säulen und der Preismast wurden abgebaut und der Tankplatz rundherum mit einem Bauzaun abgesperrt. Waschstraße, Werkstatt und Laden sind in Betrieb.

Ende Mai kam etwas Bewegung in die Sache. Die von Shell beauftragte Rückbaufirma Arcadis rückte an und begann den Boden aufzureißen und die Tanks freizulegen. Drei Tanks waren freigelegt, einer hatte sich wegen des Regenwassers in der Baugrube auf einer Seite rund einen Meter angehoben und ein Fundament war angebrochen. Einer drückte gegen das angegrabene Fundament des Tankstellendachs.

Mitte Juli waren die Tanks draußen, ein Bodenaustausch hat stattgefunden, kontaminiertes Erdreich wurde entsorgt und die Baugrube wurde wieder verschlossen und verfestigt. Ende Juli hat Arcadis die Baustelle eingestellt und ein bauliches Schlachtfeld hinterlassen. Die flüssigkeitsdichte Fahrbahn wurde zum großen Teil herausgerissen, die darunterliegende Betontragschicht so beschädigt, dass diese erneuert werden muss. „Der größte Teil der Hoffläche wurde zerstört und muss deshalb noch vollkommen neu erstellt werden“, so Küffner.

Bei den Pflegeplätzen wie dem Staubsaugerplatz hatte Shell eine Baulücke hinterlassen. Der Bauschutzzaun stand weiterhin, da nach dem Befestigten des Geländes die Baustelle stufenartig abfiel. Doch nun passierte wieder nichts. Das Landratsamt und Nachfolger Total forderten von Shell einen Nachweis über die Dekontaminierung. Dieser wurde inzwischen vorgelegt.

Jetzt: Wann die neue Technik installiert wird, weiß Küffner nicht. Sie hat zwar einen Bauzeitenplan bekommen, aber nichts Schriftliches, wann endlich Baubeginn ist. „Ich werde immer wieder von Total vertröstet“, sagt sie. Der Plan weist eine Bauzeit von rund elf Wochen auf. Geplant sind zwei Zapfsäulen mit insgesamt neun Abgabestellen. „Alle Sorten werden im Angebot sein. Benzin, Diesel, E 10, Super 95 und Super Plus“, sagt Küffner. Zwei Tanks werden werden eingebaut.

Alle Genehmigungen – zuletzt die des Bauausschusses Creußen für die neue Außenwerbung – sind da. Aber es geht nicht los. „Das nervt“, sagt Heike Küffner.

Total: „Wir wollen das Projekt gerne möglichst schnell realisieren und hoffen, im Spätsommer mit dem Bau zu beginnen“, sagt Burkhard Reuss von der Total-Pressestelle in Berlin auf Kurier-Nachfrage. Als eine der ersten Baumaßnahmen würde dann die Einlagerung der unterirdischen Tanks realisiert. Ziel sei es, dass die Station noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen kann.

Warum zieht sich alles so in die Länge? „Wir würden uns auch manchmal wünschen, dass solche Projekte schneller gehen“, so Reuss weiter. Aber der Prozess für den Bau von Tankstellen sei eben ein wenig aufwendiger als der Bau eines „normalen“ Geschäfts. „Da sind im Dreieck zwischen Betreiber beziehungsweise Eigentümer, Mineralölunternehmen und den verschiedenen beteiligten Behörden einige Absprachen nötig“, sagt der Pressesprecher. Und das brauche manchmal eben mehr Zeit.

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