Tafel Pegnitz: Gleiches Recht für alle

Denn: Den Tafeln geht so langsam die Ware aus, in Essen hat das Abweisen von Muslimen für Schlagzeilen gesorgt. In Pegnitz soll genau das Gegenteil der Fall sein: Muslime dürfen bei der Ausgabe als Erste ran, weil sie eben nur bestimmte Dinge essen dürfen (nach Kurier-Informationen). Völligen Unsinn nennt Helga Koch, Vorsitzende der lokalen Tafel, diese Vorwürfe. Denn in Pegnitz existiere ein festes Regelwerk für alle. Ohne Rücksicht auf Abstammung oder Religion.

Vier Farben für vier halbe Stunden

Dieses System basiert auf vier Farben. Farben jener Berechtigungsscheine, die an die Tafel-Kunden ausgegeben werden. Jede Farbe steht für eine halbe Stunde innerhalb der zwei Stunden, während deren der Tafel-Laden am Schlossberg geöffnet ist. So werde ein nicht mehr beherrschbarer Andrang vermieden, so verteile sich die Belastung für die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter auf ein vernünftiges Maß. Ein mit diesen vier Farben hinterlegter Kalender zeige jedem Inhaber eines solchen Scheins an, wann er den Laden aufsuchen darf.

Niemand wird bevorzugt

Worauf Helga Koch Wert legt: Bei der Vergabe dieser Scheine gelte gleiches Recht für alle. Sprich: Sie erfolgt nach dem Zufallsprinzip, nicht nach bestimmten Regeln. Und so könne es nicht einmal theoretisch sein, dass Muslime geballt die erste halbe Stunde eines Ausgabetages nutzen können, um sich mit den Lebensmitteln zu versorgen, die ihren Essgewohnheiten besonders entsprechen.

"Da ist nichts dran"

Nach den Vorkommnissen in Essen und den daraus resultierenden Medienberichten habe sie fast mit solchen Gerüchten gerechnet, sagt Helga Koch. Auch wenn sie hier in eine völlig andere Richtung gehen. Fakt sei jedoch: „Da ist nichts dran.“ Sie hat übrigens Verständnis für das Verhalten der Tafel in Essen, „da stehe ich voll dahinter“. Und es gehe sicher auch anderen Tafeln in Deutschland so. Dort, wo die Zahl von Flüchtlingen nach wie vor zunimmt. Weil irgendwann schlichtweg die Vorräte ausgingen. Die Tafeln seien halt nun mal in erster Linie für die einheimische Bevölkerung da.

Wer bedürftig ist, bekommt etwas

Klar, auch Flüchtlinge hätten ein Recht auf Unterstützung durch die Tafeln. Ob sie nun Muslime sind oder nicht. Was in Pegnitz nicht das große Problem sei. Noch nicht. Haben doch im Schnitt 80 bis 100 Personen einen Berechtigungsschein in der Hand, darunter sind aber nur zehn bis 15 Flüchtlinge beziehungsweise Asylbewerber. Was nicht jeder der deutschen Lebensmittelbezieher begreife, „da gab es schon auch Kritik, warum diese Leute auch etwas bekommen“. Ihre klare Antwort: „Gleiches Recht für alle, wer bedürftig ist, bekommt etwas.“

Wo die Grenzen sind

Aber da gebe es halt Grenzen: „Wenn da ein Ansturm von Flüchtlingen kommt, ist das nicht mehr zu bewältigen.“ Weil man halt nun mal nachvollziehbarerweise erst einmal an seine eigene Klientel vor Ort denken müsse. Ohne jemand brüskieren zu wollen. Aber das sei dann Aufgabe des Bundes, der sich da einfach zu stark aus der Verantwortung ziehe.

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Kommentare

>>> Weil man halt nun mal NACHVOLLZIEHBARERWEISE erst einmal an seine eigene Klientel vor Ort DENKEN MÜSSE. Ohne jemand brüskieren zu wollen <<<

Warum diese vorsichtige, geradezu ängstliche Ausdrucksweise?

Na ja immerhin,
Frau Koch hat volles Verständnis für die Tafel in Essen und der Vorgehensweise des dortigen Leiters...

Nachtrag:

Frau Koch sollte nicht bedachtsam, sondern Klartext reden.
Sie hat Rückendeckung vom Vorsitzenden der Tafeln in Deutschland.

Dieser spricht deutliche Worte Richtung Merkel:
"Wir lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen, denn die aktuelle Entwicklung ist eine Konsequenz IHRER Politik", sagte Herr Brühl. Er erwarte von EINER Bundeskanzlerin, "sich deutlich vor die Tafeln, ihre Arbeit und die Ehrenamtlichen zu stellen"!

Allerdings,
von einer Angela Merkel kann er das nicht erwarten…

Völlig Richtig, wie das die Macher der Pegnitzer Tafel handhaben. Ich finde es gut, dass sich Frau Koch auch hinter die Entscheidung der Essener Tafel stellt.
Was ich nicht ganz verstehe lieber Herr Brand....Wieso sprechen sie immer von Muslimen, die in Essen für Aufsehen gesorgt haben? Dad ist für mich eine Pauschsalverurteilung einer Glaubensrichtung. Vielmehr müssten Sie von Flüchtlingen oder im allgemeinen von Migranten sprechen.
Der eigentliche Skandal ist ja, dass in diesem "unverschämt reichen" Land mit seinen Rekordüberschüssen Menschen gezwungen sind, sich ihre Lebensmittel bei der Tafel zu holen. Und wir reden hier nicht von faulem Lumpengesindel sondern von Menschen, die trotz Arbeit nicht mehr genug zum Leben verdienen, von Alleinerziehenden, von Rentnern.

Diese Menschen lässt unsere Regierung einen Verdrängungskampf mit den Migranten führen, die sie massenhaft ins Land (und unser Sozialsystem) geholt haben. Ausbaden müssen das neben unseren Polizisten auch die vielen Ehrenamtlichen, wie bei den Tafeln. Weisen diese auf die Missstände hin und ziehen die Notbremse, wie unlängst in Essen, werden sie von linken Spinnern als Nazis beschimpft und von unserer Kanzlerin gerügt.

Auf die eigentliche Problematik geht sie tunlichst nicht ein, will man doch gegen die zunehmende Armut im Lande gar nichts unternehmen. "Halte du sie dumm, ich halte sie arm" sagt der Fürst zum Bischof.

Zu den deutlichen Worten des Tafel-Vorsitzenden in Richtung Merkel gibt es beim Focus einen lesenswerten Artikel: "Lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen": Tafel-Chef weist Kritik von Merkel zurück.

Zu den Vorgängen im Bezug auf die Tafeln findet auch ausgerechnet ein Mann aus Essen mit "deutlich sichtbarem Migrationshintergrund" klare Wort. Es ist interessant, was Serge Menga (z.B. auf Facebook) über die deutsche Politik und das deutsche Gutmenschentum zu sagen hat.
Zunächst einmal Respekt für die Arbeit aller Ehrenamtlichen - und mittlerweile doch recht klare Worte. Es kann und darf nicht sein, dass bedürftige Rentner mit Flüchtlingen um Nahrungsmittel konkurrieren! Da wünsche ich mir statt mehr oder (eher) weniger guter Ratschläge aus Berlin endlich Taten. Sprich, eine ausreichende und menschenwürdige Versorgung! Wenn in Deutschland Migranten aufgenommen werden, dann ist das in einem verkraftbaren Rahmen in Ordnung. Diese Offenheit darf aber nicht zu Lasten ärmerer Bevölkerungsschichten gehen. Sonst könnte die Spaltungs unseres Landes gravierende Ausmaße annehmen.
Völlig richtig argumentiert!!!