Tabellenletzter besucht Young Volleys

Warnende Worte kamen vom Ansbacher Trainer. Wolfgang Hüttinger, der mit dem Tabellenführer vor einer Woche in Neudrossenfeld mit 3:0 triumphierte, hat mit seinem TSV-Team am ersten Spieltag gegen Erlangen gespielt und lobt trotz des eigenen 3:1-Erfolges den Quasi-Nachbarn: „Eine Mannschaft, die nie aufgibt, keinen Ball verloren gibt.“

Ein weiteres Beispiel für den Erlanger Kampfgeist: Im Spiel gegen den TSV Obergünzburg machte die Mannschaft nicht nur einen 0:2-Satzrückstand wett, sondern kam auch im Tiebreak von 7:13 noch auf 14:14 heran, ehe sie sich mit etwas Pech (ein Netzroller) geschlagen geben musste.

Im Vorjahr auf Rang sechs

Elf Siege aus 18 Spielen hatte der TVE am Ende der Vorsaison auf seinem Konto – das war Rang sechs knapp vor Regenstauf und Ansbach. Bereits dabei: Hannah Lubrich, Laura Grell (im Sommer Zweite bei der Bayerischen Meisterschaft im Beachvolleyball) und Mareike Ahns, die für druckvolle Angriffe zuständig sind, sowie Kapitän Carolin Wolf, Zuspielerin Laura Haustein und Abwehrspezialistin Julia Hapke. Erst vor einigen Wochen ist Libera Tina Seibold hinzugekommen; immer öfter eingebaut wird nun auch die erst 15-jährige Jugendspielerin Alina Krugmann.

Erst ein Erfolg ist dem kämpferischen TVE in dieser Saison gelungen – ein 3:1 in Bamberg acht Tage nach der Start-Niederlage gegen Ansbach. Es folgten aber vier Schlappen, bei denen die Erlangerinnen gegen Obergünzburg immerhin einen Zähler behielten. In Marktoffingen – wo die Young Volleys einen ihrer bisher zwei Saisonsiege feierten (3:0) – verloren die Damen von Trainer Patrick Siecke vor einer Woche mit 0:3 (18:25, 17:25, 16:25), wobei sie im letzten Durchgang nach einer 14:11-Führung zehn Punkte in Folge abgegeben hatten.

Des Trainers schlechte Erfahrungen

Zuvor war Erlangen auch gegen das andere „Opfer“ der Young Volleys, TB/ASV Regenstauf, ohne Satzgewinn geblieben. Siecke trainierte übrigens im Vorjahr den VfL Nürnberg II in der Bayernliga. Sein Team verlor gegen die N. H. Young Volleys zweimal 0:3 und stieg ab.

In der Saison zuvor war das Team aus Neudrossenfeld und Hollfeld in der Bayernliga auf den damaligen Regionalliga-Absteiger Erlangen getroffen. In beiden Spielen (jeweils 1:3) war es gegen den späteren Meister chancenlos.

Treffen mit einer Bekannten

Auch in der aktuellen Saisonvorbereitung standen die Oberfränkinnen dem TVE gegenüber. „Wir verloren in Katzwang, nachdem wir den ersten Satz dominiert und den zweiten fast in der Tasche hatten“, erinnert sich Trainer d’Andrea. Er kennt Mittelblockerin Mareike Ahns aus gemeinsamen Zeiten beim Zweitligisten Köln gut; danach spielte die nunmehr 34-Jährige auch für den VfL Nürnberg zweitklassig.

Viertklassig wollen erst einmal die Young Volleys bleiben. Nachdem der Neuling die Partien gegen die drei derzeit dominierenden Mannschaften aus Obergünzburg, Dingolfing und Ansbach hinter sich hat, gilt es nun, in den drei Begegnungen bis zur fünfwöchigen Weihnachtspause den Abstand zu den beiden Abstiegsplätzen – derzeit sind beträgt er nur drei bzw. zwei Zähler – zu vergrößern.

Alternativen zum Außenangriff

Die Leistung gegen den Tabellenführer sorgt für Zuversicht, hatten die Damen aus Neudrossenfeld und Hollfeld doch unter Beweis gestellt, dass sie variabel sind. Wenn die Außenangreiferinnen Sophia Höreth, Nora Anders und Lisa Meisel nicht am gegnerischen Block vorbeikommen, hat man andere Mittel, zum Erfolg zu kommen. Für die ersten sechs Punkte im Ansbach-Spiel sorgten fünf verschiedene Spielerinnen.

„Heute haben wir unter extremem Druck unser volles Potenzial zeigen können“, meinte dann auch Teamkapitän Sophia Höreth. „Wir hatten jede Menge Spaß und immer das Gefühl, dran zu sein. Am Ende reichte es nicht, aber wir sind stolz auf unsere Leistung.“

D’Andrea konnte sich jedenfalls über diverse „geile Ballwechsel“ freuen. Die würden – so sie denn überwiegend erfolgreich zu Ende gehen – auch gegen den TV Erlangen helfen.

Nicht bewertet

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