Studiengebühren in Bayern vor dem Aus

Damit kommt es nun im Sommer oder Herbst zum Volksentscheid - wenn der Landtag die Studiengebühren nicht doch noch selbst abschafft. Der Volksentscheid dürfte dann das definitive Aus für die Gebühren bedeuten: Umfragen zufolge sind zwei Drittel bis drei Viertel aller Bayern für die Abschaffung.

Nach Auszählung von 88 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte meldete das Statistische Landesamt bereits gut 1,1 Millionen Unterschriften. In der Übersicht fehlte aber noch die Landeshauptstadt München, die bereits am Mittwochabend mehr als 100.000 Unterschriften vermeldet hatte. Damit ist die Hürde sehr deutlich genommen.

Die Quote lag vor Ende der Auszählung bei mehr als 14 Prozent. In Nürnberg trugen sich 14,5 Prozent der Wahlberechtigten in die Unterschriftenlisten ein, in der drittgrößten Stadt Augsburg 13,1 Prozent, in Würzburg 17,6.

Dass der Landtag die Gebühren von 500 Euro pro Semester nun doch von sich aus abschafft, gilt als unwahrscheinlich. Denn zwar will inzwischen auch die CSU die Streichung. Der kleine Regierungspartner FDP lehnt das allerdings strikt ab. Und auf einen Koalitionsbruch dürfte es die CSU im Wahljahr nicht ankommen lassen.

dpa/Foto: pa

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Kommentare

Ich hoffe, dass der Wähler doch noch einmal gefragt wird. Ich kenne doch einige, die an den Gebühren festhalten wollen. Nach Wegfall der Studienbeiträge sind es 200 Mio. € Steuergelder, die dann an anderer Stelle fehlen werden, weil der Ausfall ja dann steuerfinanziert ist. Ich finde nicht die Studiengebühren ungerecht, sondern die kostenlose Hochschulausbildung einiger auf Kosten aller. Wenn die Chancengleichheit propagiert wird, sollte diese bereits im Kindergartenalter umgesetzt werden. Kostenlose Frühförderung wäre sozial gerecht.
Ich bezweifle das die Studiengebühren 1 zu 1 mit Steuergeldern refinanziert werden. Es gab auch keine Steuereinsparungen durch die Gebühr. Einzig und allein der Standard unserer bayerischen Universitäten wird sinken, vielleicht hätte eine Halbierung und Verringerung der Ausnahmen alle glücklicher gemacht. Auch wenn das sicher nur ein Bruchteil ist - einige werden am Wochenende das Ende der Studiengebühren wieder in den Clubs der Stadt feiern. Dort scheint auch für den Studenten die Kosten ja egal zu sein...
Die Universitäten sollten sich während der Semesterferien einmal kurz Gedanken darüber machen, wie sich der Wegfall der Studiengebühren im Uni-Alltag bemerkbar macht.
Dann sollten sie für 1 od. 2 Wochen danach agieren. Kürzere Öffnungszeiten, Hilfskräfte freistellen ... dann sollte jedem klar werden, was die Abschaffung für ein Quatsch ist.
Denn es sind dann ja oft auch die, die froh gewesen sind, einen Minijob an der Uni zu haben - nicht um die Studiengebühren zu bezahlen, sondern um zu studieren.