Studenten organisieren Bayreuther Dialoge

Bei Sebastian Zezulka, Anna Schnitker und Tobias Klug laufen in diesem Jahr die Fäden der Organsiation zusammen. Sie studieren Philosophy & Economics in Bayreuth. Zum 12. Male richtet dieser Studiengang 2015 die Bayreuther Dialoge aus. An der Frage, wie junge Menschen erzogen und ausgebildet werden, entzündet sich immer wieder der Streit um verschiedene Nutzenbegriffe. Die Klagen derer, die im Bereich der Bildung eine zunehmende Ökonomisierung zu erkennen meinen, häufen sich. Zwei Punkte stehen in der Kritik: Zum einen wurde der Bildungsprozess mit G8 und der Bologna-Reform beschleunigt. Nur ein Versuch, schneller arbeitsfähige, der Wirtschaft nützliche Menschen heranzuziehen? Zum anderen verlieren Wissenschaften, die der Wirtschaft möglicherwiese weniger nützlich sind, an Bedeutung. Schüler müssen sich entscheiden zwischen Musik und Kunst, zwischen Religion und Philosophie. Mathe, Naturwissenschaften und Sprachen aber sind Pflicht.

Darum geht's:

Die Bayreuther Dialoge sind ein Forum für Ökonomie, Philosophie und Gesellschaft. Mit über 40 Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft wollen die Organisatoren "Lust auf Zukunft" machen. Mit einer breiten Auswahl an Seminaren, Impulsvorträgen und einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Samstag ab 17.30 Uhr im Audimax der Universität wird ein Programm geboten, das Raum für neue Ideen schafft. Die Bayreuther Dialoge werden jedes Jahr von den P&E-Studenten organisiert;  wechselnde Schwerpunktthemen liegen an der Schnittstelle von Philosophie und Ökonomie. Seit der Premiere im Jahr 2004 haben die Veranstalter den Anspruch, ein Forum zu schaffen, in dem Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer und Studenten miteinander auf Augenhöhe diskutieren können – ein Sammelbecken für fruchtbare Impulse und Ideen.

Die Organisatoren:

Studenten des Programms ‚Philosophy & Economics‘ haben für dieses Jahr das Thema ‚Nützlicher Mensch – menschlicher Nutzen‘ gewählt. Zwei Tage lang versammeln sie auf dem Campus Menschen, die neue Perspektiven für eine nützliche Wirtschaft entwickeln wollen. „Bayreuth liegt nicht nur geografisch zwischen Berlin und Zürich. Wir sind eine Brücke zwischen der Startup- und Kreativszene in Berlin und den klassischen Wirtschaftsforen in Davos und St. Gallen“, sagt Sebastian Zezulka. Tobias Klug ergänzt: "Wir wollen nicht nur Wissen aufsaugen, unsere Gäste sollen auch mit einer gewissen Erkenntnis nach Hause gehen."

Die Referenten:

In diesem Jahr sind der Drogerie-Unternehmer Götz Werner, Uwe Lübbermann von Premium-Cola, Vertreter des Bartleby-Zentrums für Karriereverweigerung und viele andere kreative Unternehmer dabei. Mit dem Vorbildpreis 2015 wird Van Bo Le-Mentzel ausgezeichnet. Bekannt wurde der 38-jährige Architekt durch seine Hartz 4-Möbel: Baupläne für Designermöbel, frei zugänglich im Internet. Sebastian Zezulka sagt: "Der Mann hat einen völlig anderen Blick auf die Wirtschaft. Er ist ein richtiger Macher mit kreativen Ideen." Hier gibt's ein Video von Sebastian Zezulka mit Van Bo Le-Mentzel.

Der dunkle Fleck:

Im Oktober 2005 wurde erstmals der „Bayreuther Vorbildpreis“ vergeben: Ausgezeichnet wurde Drogerie-Unternehmer Götz Werner für sein Unternehmenskonzept, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und wirtschaftliche Effizienz und ethische Grundsätze verbindet. 2007 wurde Thomas Middelhoff - damals noch Vorstandsvorsitzender der Arcandor AG - mit dem Vorbildpreis ausgezeichnet. Die Ehrung wurde unter anderem mit Middelhoffs Risikobereitschaft begründet."Es gibt sicher schönere Dinge in unserer Chronik als diese Auszeichnung", sagt Sebastian Zezulka. Offenbar sei das Team damals mit falschen Informationen ausgetrickst worden.

Info: Die Podiumsdiskussion am Samstag ist öffentlich und kann kostenfrei besucht werden. Beginn 17.30 Uhr im Audimax. Es werden dm-Gründer Götz Werner, Prof. Leschke aus Bayreuth, der Bildungsforscher Bernhard Heinzlmaier sowie der Künstler und Internetunternehmer Sören Fenner diskutieren. Um 17 Uhr fährt ein Shuttlebus interessierte Bayreuther kostenfrei vom ZOH zur Universität.

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