Stromtrasse gestoppt

Der Antrag auf Bundesfachplanung wäre der erste Schritt im Planverfahren für die Stromautobahn gewesen. Doch schon dieser erste Schritt soll vorerst nicht gemacht werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte Amprion angedeutet, dass der ursprünglich für März geplante Termin für den Antrag auf Bundesfachplanung wahrscheinlich nicht zu halten sei. Wie ein Amprion-Sprecher dem Kurier nun mitteilte, wird die Planung der Trasse "nur im Einvernehmen mit allen Beteiligten" weitergehen.

Am 11. Februar fand im Bundeskanzleramt ein Gespräch statt, bei dem die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mit führenden Vertretern der Bundesregierung, der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern Amprion und 50 Hertz gesprochen hat. In der Runde einigte man sich darauf, dass die geplante Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) sowie der mögliche Ausbau konventioneller Kraftwerkskapazitäten Konsequenzen für den Ausbau des Stromnetzes nach sich ziehen würde. Das heißt: Vor der Planung werden nun Alternativen geprüft. Regierung, Länder und Netzbetreiber wollen nun eine  "Folgenabschätzung über die Auswirkungen der geplanten Gesetzesvorhaben" erstellen, wie das Wirtschaftsministerium mitteilt.

Kurier-Informationen zufolge soll der Plan für die Gleichstrompassage verschoben werden, bis der Netzentwicklungsplan für das laufende Jahr fortgeschrieben wird. Eine endgültige Version des Netzentwicklungsplanes erwartet die Bundesnetzagentur (BNetzA) erst Ende des Jahres. Wie die BNetzA dem Kurier bestätigte, arbeiten die vier Übertragungsnetzbetreiber auch an einer Version des Netzentwicklungsplanes, die die energiepolitischen Entscheidungen des Koalitionsvertrages der Bundesregierung berücksichtigen.

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Kommentare

Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wie hieß es auf einigen Veranstaltungen? "Wir sind das Volk!" Jetzt bin ich gespannt, welche Regelungen die Politik treffen wird.Wir dürfen uns jetzt nicht in der falschen Sicherheit wiegen, schon gewonnen zu haben. RWE und ihre Amprion werden nicht aufgeben...
Ich verstehe das nicht. "Wir sind das Volk" hieß es doch schon, als nach Fukoshima alle ganz schnell aus der Kernkraft aussteigen wollten. Und jetzt, wo die Konsequenzen auf dem Tisch liegen, holen sie dieselbe Parole hervor. Wenn wir stundenlange Stromausfälle haben und die Kilowattstunde einen Euro kostet, heißt es dann wieder "Wir sind das Volk! - und wollen billigen Strom rund um die Uhr. Alles gleichzeitig geht halt nicht. Auch wenn das Volk noch so laut schreit.
Ich sehe das ein wenig mit einem lachenden und einem weinenden Auge... Einerseits als Betroffener froh, dass die Masten (vorerst) doch nicht vor der Haustüre stehen, andererseits sind leistungsfähige Trassen für einen (Komplett-)Umstieg auf erneuerbare Energien notwendig, so lange kein geeignetes Speichermedium für "windstille Nächte" gefunden ist. Der Einsatz von Gasturbinen und damit wieder Verbrennung von fossilen Energieträgern kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
@Felsior
Man muss bei der Energiewende um Jahre vorausschauend planen.
Gaskraftwerke werden später Biogas und vorallem aus überschüssigen PV- und Windstrom synthetisch erzeugtes Methangas umweltfreundlich verbrennen.
Jetzt werden sie noch als Brückentechnologie zur Versorgungssicherheit mit Erdgas eingesetzt, später nur noch voll im regenerativen System.
Mit synthetischem Gas lassen sich auch die Speicherprobleme lösen!
Also doch der Weisheit letzter Schluss.
Die Damen und Herren in den einschlägigen Gremien sollten sich einen riesigen Vorrat an Kerzen anlegen, damit sie nicht im Dunkeln weiter diskutieren müssen, wenn die Lichter nach dem Abschalten der AKW endgültig ausgehen. Denn wenn das so weitergeht, dann werden sie in 20 Jahren noch debattieren.
Tja, entweder Atomstrom, Biogasmassenlieferung mit Massengestank, windiger Strom oder Abhängigkeit von Gaslieferanten mit ab und zu Ausfällen: http://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-ukrainischer_Gasstreit
Genau genommen war die Fukushima-Atomwende gegen die damalige Regierung und nur auf Druck der Bevölkerung. Da wird sich auf Druck der Bevölkerung doch vielleicht noch ein bisschen Atomstrom machen lassen?
Oder werden in ein paar Wochen die Wackersdorf-Proteste durch Pegnitz marschieren, dies Mal aber wirklich gegen Wackersdorf und von Wackersdorfern? Wer weiß? Die Spannung steigt. Aans is gwiß, die Wahlen sind gerettet.
>Da wird sich auf Druck der Bevölkerung doch noch ein bisschen Atomstrom machen lassen?<
Nun ja, die handvoll Hardliner können wahrscheinlich im VW-Bus zum Demo-Marsch fahren. Klar wäre es bequem, weiterhin auf diese Weise Strom zu produzieren, nachhaltig ist es sicher nicht! Und auch wenn der Weg zur sauberen Energieerzeugung steinig ist, so ist der Weg richtig. Und nun, Georg58, viel Vergnügen mit Ihrem Grüppchen "Die Radio-Aktiven" :-)
Ich führe keine Radio-Aktive Gruppe. Aber Radio höre ich schon gerne. Strahlt das auch? Muss ich mir da Sorgen machen? Ist mir wurscht. Ich war noch nie in einem Demo-Bus. Ich esse auch krebserregende Pommes, wenn ich Lust drauf hab. Ist ja hipp und vegan und ökologisch :-) Vielleicht mache ich aber noch ne Busfahrt, dann aber nach Pegnitz gegen Wackersdorf :-). Damit warte ich bis August. Ich finde, da sollte eine Abstimmung her, das kostet das, das geht da lang, wird da gebaut,... Das finden so und so viel Prozent gut oder schlecht. Und dann kommt eh nichts raus. Alles zerreden geht auch und vielleicht bleibts beim Atomstrom, das ist halt dann so, aber nicht, weil ich dafür demonstriert habe :-) Wenns beim Atomstrom wegen Pegnitz bleibt, dann fahr ich nach Pegnitz als Wutbürger, weil wir in Heinersreuth müssen mit Biomassenbelieferung zum Wohle der Trocknung von "Bayreuther Scheiße" leben. Wir wurden nicht gefragt. Wir wurden nur verarscht. Uns wurde nicht mal gesagt, dass wir zur großen Biogasanlage die größte vom Landkreis dazu bekommen. So was nennt der CSU-Fraktionsvorsitzende, Herr Kauper, in Heinersreuth bevölkerungsverträglich. Das stinkt zum Himmel. Vielleicht sind fast alle Bayern wunschlos glücklich, aber in Heinersreuth gibt es ernstere Probleme als das bisschen Elektrosmog.
Und die Ramsenthaler haben mit Heinersgrund ein Riesen-Müllkippenproblem. Der Ausbau war ebenso wenig mit der Bevölkerung abgesprochen.
Die Energiewende krankt von Anfang an daran, daß überhastet und unkoordiniert gearbeitet wird. Wir werden garantiert nicht im Dunkeln sitzen, wenn wir noch ein paar Jahre zum Nachdenken und zur Inbetriebnahme "kleinerer" Lösungen verwenden! Sicher sind Gaskraftwerke nicht der Weisheit allerletzter Schluß, aber sie wären eine geeignete Zwischenlösung, bis endgültig klar ist, wo, wann, wieviel Energie erzeugt, verbraucht, und vor allem - eingespart werden kann!
Was die Gleichstrompassage Süd-Ost angeht, so hat sie mit der Energiewende ohnehin nichts zu tun, sie war doch lediglich zum Transport von sächsischen Braunkohlestrom gedacht......