Strom wird teurer

Hauptgrund für die zu erwartenden Preiserhöhungen sind neben dem bereits bekannten Anstieg der EEG-Umlage von 6,354 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde zur Finanzierung der Energiewende die teils drastischen Steigerungen bei den Netzentgelten, die die Netzbetreiber bereits angekündigt haben – allen voran Tennet. Das Unternehmen mit Deutschlandsitz in Bayreuth hat einen Anstieg um bis zu 80 Prozent für ihren Bereich angekündigt und begründet das vor allem mit den immer höheren Kosten für Eingriffe in die Netzstabilität wegen der ungleichmäßig zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien und dem noch mangelnden Ausbau der Netze.

65 Euro pro Haushalt

Mit Kosten von 65 Euro mehr für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt rein an Netzkosten rechnet Maximilian Zängl, Pressesprecher beim Bayernwerk in Regensburg, betont aber: „Wir reichen dabei die höheren Entgelte von Tennet als unserem vorgelagerten Netzbetreiber quasi nur durch.“ Und den konkreten Strompreis machten am Ende andere.

Stadtwerke kalkulieren derzeit

Die Stadtwerke Bayreuth zum Beispiel. Und da wird derzeit gerechnet, sagte Pressesprecher Jan Koch auf Kurier-Nachfrage. Auch er verwies auf die bereits angekündigten Steigerungen bei EEG-Umlage und Netzkosten, betonte aber, dass noch nicht alle für den Strompreis relevanten Daten bekannt seien. Das werde inklusive Kalkulation wahrscheinlich bis Ende des Monats dauern. „Wir können also wirklich noch nichts Konkretes sagen“, so Koch, der allerdings einräumte, dass die bislang bekannten Parameter sich allesamt eher erhöhen würden.

Die Internetportale Verivox und Check24 hatten aufgrund eigener Recherchen gemeldet, dass die Netzentgelte im neuen Jahr zum Beispiel in Frankfurt um deutlich mehr als 20 Prozent, in Braunschweig und Hannover um mehr als 15 Prozent steigen würden. Auf der anderen Seite gebe es auch Städte und Regionen, in denen die Netzentgelte fallen, zum Beispiel in Köln, Bonn oder Augsburg. Vor allem die Geschäftsgebiete der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50Hertz, die besonders hohe Netzkosten durch die Windenergie zu tragen haben, seien betroffen, hieß es beim Ökostromanbieter Lichtblick.

Strom an der Börse billiger

Es gibt aber auch Entlastungsmöglichkeiten. So kostete Strom im vergangenen Jahr an der Leipziger Strombörse laut Verivox noch 31,62 Euro je Megawattstunde, im ersten Halbjahr 2016 jedoch nur noch 24,98 Euro. Ob und inwieweit die Energieversorger diese Preissenkungen an ihre Kunden weitergeben, hängt unter anderem von der Beschaffungsstruktur jedes einzelnen Versorgers ab. Die staatlichen Bestandteile des Strompreises – Steuern, Abgaben und Umlagen – lagen zuletzt bei 54 Prozent.

Im Schnitt 1,1 Prozent mehr

Verivox hat auf der Grundlage der bislang bekannten Daten eine Steigerung der Verbraucherpreise für Strom um durchschnittlich 1,1 Prozent prognostiziert. Ohne die sinkenden Börsenpreise betrüge der Anstieg vier Prozent. Die Strompreise könnten nach einem leichten Rückgang im Vorjahr somit wieder ein neues Rekordniveau erreichen.

Das ist aber nur eine Hochrechnung, konkrete Ankündigungen der Versorgungsunternehmen seien in den kommenden Wochen zu erwarten. Wie in Bayreuth. Ende Oktober, Anfang November könnte Klarheit herrschen, sagte Pressesprecher Koch. Bis dahin wird gerechnet.⋌Mit Material von dpa

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Kommentare

Die Goldgräber klopfen sich aufdie Schenkel, wo auf der Welt findet man eine Regierung die
derartigen chaotischen Schwachsinn wie die Energiewende ins Leben ruft.Es haben nur die
Namen der Profiteure gewechselt,früher hat man sich über die großen Energiekonzerne und
ihre Milliardengewinne aufgeregt, heute kassieren die Wind -Sonne- und Biomassegoldgräber
sich die Hucke voll.
Zitat Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen: "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis." - Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Pressemitteilung 231/04, Berlin, 30.07.2004,
In meinem Fall geht die Rechnung so: 4.000 KW/h x 6,88 Ct. = 275,20€ : 12 ~ 23 Kugeln Eis pro Monat.
Plus Netzentgelte, wegen der völlig unvorhersehbaren und überraschenden " immer höheren Kosten für Eingriffe in die Netzstabilität wegen der ungleichmäßig zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien".
Die grünen Spezialisten wussten also vor 12 Jahren genauso wenig wie heute, wie man die hochsubventioniert erzeugten "Erneuerbaren" sinnvoll einsetzt.
Nun wollen die Ökosektierer als neueste Spinnerei ab 2030, in 14 Jahren, also zwei Modellgenerationen, alle Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen PKW verbieten. Der Bundesrat hat's gerade beschlossen.

Wer zum Geier wählt die eigentlich?
Ja, wer wählt die eigentlich ? In der Regel saturierte linke Wohlstandsbürger,gehäuft im höheren öffentlichem Dienst angesiedelt,ohne finanzielle Probleme,mit starkem Umweltbewußtsein und den meisten Flugkilometern.Die Mitbegründer der Partei wie Springmann und Gruhl wurden bald von Übernahmespezialisten mit oft radikal linken Hintergrund ins Abseits gedrängt.Die grüne Masche ist nur das Tarnmäntelchen für geplante und teilweise
schon durchgeführte Änderung der Gesellschaft im Sinne dieser Menschenformer.
Hab ich was nicht mitgekriegt? Die Grünen regieren noch mit? Echt jetzt?
Für den, der es noch nicht mitgekriegt hat: in 11 Bundesländern sitzen die Grünen in den Landesparlamenten in Regierungsverantwortung , also mit Stimme im Bundesrat.
Auch wenn die direkt gewählten Grünen-Bundestagsabgeordneten eine Tagung in einer Telefonzelle abhalten könnten, so wenige, wie die sind, beruhigt der eine oder andere sein grünes Gewissen mit einer Zweitstimme an die Melonenpartei.
Und falls sich mal einer wundert, warum immer so viele Grüne und Linksparteipolitiker in jeder Talgschau und jeder Tagesschau, in den Tages- und Wochenzeitungen, in den Feuilletons zu sehen sind, muss ich sagen: Keine Ahnung, fragen Sie die verantwortlichen Journalisten.
Bei der letzten Bundestagswahl haben 91,6% der Wähler die Grünen nicht gewählt!
Das mit der völlig überzogenen Medienpräsenz muss was Persönliches sein.
"Und falls sich mal einer wundert, warum immer so viele Grüne und Linksparteipolitiker in jeder Talgschau und jeder Tagesschau, in den Tages- und Wochenzeitungen, in den Feuilletons zu sehen sind, muss ich sagen: Keine Ahnung, fragen Sie die verantwortlichen Journalisten."

Bei der Gelegenheit sollten Sie besser fragen, warum ständig so viele AfD-"Politiker" in Talkshows und Interview zu sehen sind.
Die haben (zum Glück für Deutschland!) nirgends Regierungsverantwortung und sitzen auch nicht im Bundestag.
Sind es denn wirklich so viele AfDler in den Talgschauen? Oder versuchte man eher die schrägsten einzuladen und dann vorzuführen?
Vielleicht liegt es aber auch an den 350% mehr Umfragezustimmung innerhalb eines Jahres für die Partei.
"Sind es denn wirklich so viele AfDler in den Talgschauen?"

Im Vergleich zur Bedeutung dieser Partei? Ja!

Nimmt man dann noch solche Leute wie Roger Köppel oder Thilo Sarrazin dazu, bekommen diese Meinungen aus der rechts-national-konservativen Ecke einfach zuviel Plattform – wobei Sie natürlich genau das Gegenteil behaupten. Und wenn man das alles mit der Menge an Auftritten von Wolfgang Bosbach vergleicht, haben Sie dann sogar Recht ;)

Aber es bleibt eine Tatsache: Die AdF beschwert sich ständig über die Medien und nutzt diese doch sehr gerne. Dass die sich dann dort bei den Auftritten regelmäßig blamieren, ist ausschließlich das Problem der Afd – und nicht der ARD...

P.S. "Talgshow" schreibt man etwas anders. Oder versuchen Sie nur krampfhaft lustig zu sein?
Wenn Sie "Talgschau" nicht lustig finden, dann schauen Sie doch beim Lesen einfach wie der Stegner, wenn er sich freut.

Die meisteingeladenen Talkshow-Gäste 2015
Platz 2014 Person Auftritte 2015 Auftritte 2014
1 1 Wolfgang Bosbach 11 8
2 4 Sahra Wagenknecht 9 6
2 4 Peter Altmaier 9 6
4 23 Katrin Göring-Eckardt 8 4
5 2 Ralf Stegner 7 7
5 12 Armin Laschet 7 5
7 165 Julia Klöckner 6 1
7 12 Norbert Röttgen 6 5
7 36 Markus Söder 6 3
7 23 Katja Kipping 6 4
11 12 Jens Spahn 5 5
11 23 Georg Mascolo 5 4
11 12 Claudia Roth 5 5
11 neu Giorgos Chondros 5 0
11 23 Martin Schulz 5 4
11 36 Andreas Scheuer 5 3
11 36 Frauke Petry 5 3
11 36 Lamya Kaddor 5 3
11 12 Thomas Oppermann 5 5

Recherche und Tabelle: MEEDIA
Ja die Energiewende, muss der kleine Verbraucher bezahlen.
Dabei hätten wir doch den billigen Atom- und Kohlestrom, der nur die wenigen Großunternehmen reicht macht, damit sie wenigsten einen Anteil der Endlagerung und Umweltschäden durch CO2 bezahlen können.
Wenn man die Kosten der EEG auf alle Abnehmer verteilen würde, sähe es schon ganz anders aus. Oder der Staat finanziert diese dezentrale Stromerzeugung mit, so wie er auch die gesamte Atomenergie-Entwicklung mitfinanziert hatte.
Wir haben jetzt übrigens sehr niedrige Preise auf der Strombörse und wir produzieren bereits teilweise mehr Strom durch Wind- und Sonnenkraft. Nur hat halt die Entwicklung zum Speichern der überschüssigen Stroms bisher nicht schrittgehalten, sodass man Stromleitungen braucht, um diesen überschüssigen Strom den Österreichern schenken zu können. Die verkaufen ihn dann wieder teuer als Spitzenstrom zurück nach Deutschland.
Den Energieoligarchen ist es fast perfekt gelungen, die Energiewende ins Absurde zu manövrieren.
Die Entwicklung hat mit der Planwirtschaft nicht mitgehalten. Köstlich!
Kennen Sie die vier Feinde des Sozialismus?
Wie schnell Sie immer wieder zu erheitern sind, oder ist es doch nicht so?
Ich halte eine gute Planung für wichtig. Sie meinen, es wäre Sozialismus, ich meine, dass uns mehr die Bürokratie hindert.
Die Energiewende ist ein noch nie dagewesenes Großprojekt und das bedarf einer ständigen neuen Zielsetzung und deren Erfolgskontrolle. Das ist in der Firmenwelt selbstverständlich, aber im Staatswesen ist das dann Planwirtschaft. Ja wenn man das nicht erfahren hat, kann man da auch irgendwie verzeihen.