Streusalz im Naturschutzgebiet

Am Sonntag war der Weg rund um den Fichtelsee gut besucht. Unter anderem führte hier eine geführte Wanderung im Rahmen des deutschen Winterwandertages („Auf historischen Wegen zum Silberhaus“) vorbei. Ein Besucher berichtet, dass der Weg um den Fichtelsee am Sonntagmittag sehr glatt gewesen sei, viele der häufig älteren Spaziergänger seien absichtlich im tiefen Schnee neben dem Weg gelaufen, um der Glätte auszuweichen. In den Tagen des fünftägigen Winterwandertages sind die Temperaturen am Ochsenkopf mehrfach um den Null-Grad-Punkt gependelt, was leider ideale Voraussetzung für Glatteis ist.

Das Unvermeidliche geschieht

Das scheinbar Unvermeidliche geschieht: Einer der Teilnehmer der geführten Winterwanderung, nach Kurierinformationen ein älterer Mann in den 50ern aus dem Raum Erlangen, stürzt schwer. Er wird mit Verdacht auf Knochenbruch zum Röntgen mit einem Krankenwagen nach Bayreuth gefahren. Doch kurz nach der Abfahrt kehrt der Krankenwagen wieder um, um ein zweites Glatteisopfer in Neubau einzuladen – allerdings nicht vom Fichtelsee. Kurz darauf streut ein Fahrzeug des gemeindlichen Bauhofs den Weg mit Salz.

Bürgermeister Georg Ritter bestätigt den Vorgang auf Nachfrage. Der Bauhof habe, wie in solchen Situationen üblich, kurzfristig entschieden und gehandelt, ohne ihn vorher zu fragen, zumal es ein Sonntag war. Ritter steht voll und ganz hinter der Entscheidung seiner Leute. Er räumt aber auch ein, dass das Streuen mit Salz am Fichtelsee ein Novum war und Ausnahme bleiben soll. „Normalerweise streuen wir in Ausnahmefällen Split, nämlich dann, wenn eine größere Veranstaltung am Fichtelsee und entsprechende Temperaturen aufeinandertreffen.“ Dass es diesmal Salz war, habe daran gelegen, dass der Streuer erst zeitraubend vom Salz entleert und mit Split hätte befüllt werden müssen, und die Zeitfrage war kritisch angesichts der Glätte und der vielen Menschen am Fichtelsee. Überdies sei die geringstmögliche Dosierung am Salzstreuer eingestellt gewesen, so Ritter.

Streusalz ist nicht verboten

Im nördlichen Teil des Fichtelsees führt der Rundweg direkt durch und auf Holzstegen über das geschützte Fichtelseemoor. Im Landratsamt – das auch Sitz der Unteren Naturschutzbehörde ist – sieht man den ausnahmsweisen Salzeinsatz indes nicht kritisch. Die Naturschutzgebietsverordnung enthalte kein explizites Streusalzverbot, überdies habe es sich um einen befahrbaren Weg und konkrete Gefahr für Leib und Leben gehandelt, so Pressesprecher Michael Benz. Außerdem laufe das mit Streusalz versetzte Wasser von der B 303 auch ins Fichtelseemoor.

Stimmt nicht ganz. Vor ein paar Jahren hatte das Staatliche Bauamt Bayreuth eine Drainage für das Wasser von der B 303 angelegt, die das Salzwasser ableitet, letztlich direkt in den Fichtelsee, aber eben nicht ins Moor. Der Forstbetrieb Fichtelberg hatte mit dem Verschluss von alten Entwässerungsgräben eigene Maßnahmen zur Erholung des Fichtelseemoors getroffen.

Der am Fichtelsee Gestürzte, der den ungewöhnlichen Streueinsatz ausgelöst hatte, ist übrigens nach Kurierinformationen ohne gebrochene Knochen davongekommen.

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Kommentare

Wenn morgen ein Bieber am Fichtelsee einen fahren lässt kommt das dann auch in die Zeitung? Überschrift: "Gefährlicher Gasaustritt am Fichtelsee"
Kommt drauf an, wie doll der Furz ist. Wenn er sich entzündet und es zur Gasexplosion kommt, dann auf jeden Fall. ;)
Ansonsten geht es in obigem Artikel ja nicht primär um den gestürzten Mann, sondern um den ungewöhnlichen Vorgang, warum auf einem Waldweg Streusalz ausgebracht wird.

Viele Grüße aus der Onlineredaktion,
Moritz Kircher
Der Sinn des Artikels erschließt sich mir auch nicht ;-) Es war gefährlich glatt, es waren viele Besucher unterwegs und es musste gestreut werden.
Na ja, es ist schon unüblich, Waldwege zu streuen.
Wenn ich das richtig verstanden hab, dann geht es um den gesamten Rundweg um den Fichtelsee. Wenn da in der Zwischenzeit nicht was gebaut wurde – ich war schon lang nicht mehr dort – dann ist auf der Ostseite ein unbefestigter Waldweg.
Üblicher wäre, wenn es zu glatt ist und man nicht das richtige Schuhwerk hat , eben dort nicht zu laufen – ganz einfach.
Herzlichen Glückwunsch an den gestürzten Mann das nichts weiter passiert ist. Aber da haben die zwei Obergurus ( Bürgermeister und Bauhofleiter ) von Fichtelberg entschieden, dass da nichts gescheites rauskommt, dürfte wohl allen klar sein. Splitt wäre das richtige gewesen.
oho -Vox- wo sind denn unsere Beiträge hin ?
Zur Erklärung... Die Löschung war nicht böse gemeint. Aber da im Artikel keine Namen genannt sind, wollen wir auch nicht, dass Namen in den Kommentaren kommen. Das ist bei gewählten Politikern etwas anders. Sie stehen ohnehin in der Öffentlichkeit. Dafür wurden sie ja gewählt. Ganz allgemein ist in Fichtelberg auffällig, dass viele recht Grenzwertige Kommentare auflaufen. Das ist jetzt nicht explizit an Sie beide gerichtet, Vox und heiru, sondern an alle Kommentatoren: Seien Sie in Sachen Fichtelberg vielleicht zurückhaltender, was die persönlichen Attacken und das Streuen (nein, kein Wortspiel) von Gerüchten gegen Verantwortungsträger angeht. Dann müssen wir auch nicht so viel löschen.

Viele Grüße,
Moritz Kircher, Onlineredaktion
Ist aber schon wirklich auffällig, wie schnell der NK Informationen weitergibt, welche negativ gegen Fichtelberg sind :(
Ich sehe nicht, dass wir Fichtelberg anders behandeln als andere Gemeinden.
Ach so Herr Kirchner, ich denke wir beide wissen schon warum die nicht böse gemeinten Löschungen aber leider doch gemacht werden müssen. Zumindest wissen es die Fichtelberger.
Aha. Die Fichtelberger wissen also, warum Kommentare gelöscht werden, was ich, der die Kommentare löscht, nichts weiß. Wirklich stimmig ist diese Aussage nicht. Oder?