Streit um Taufe in Magdalenenkapelle

„Mein Mann, mein Schwiegervater, eigentlich alle aus Lehnershof sind dort getauft worden“, sagt Melanie Regn. Auch ihr Sohn Korbinian hat das Sakrament dort empfangen. Im vergangenen Dezember kam Tochter Theresa zur Welt. Auch sie sollte in der Magdalenenkapelle getauft werden.

Kein Taufstein

Melanie Regn ging deshalb zum Pfarramt nach Auerbach. Dort sei ihr gesagt worden: „Das erlaubt Pater Markus auf keinen Fall.“ Zur Erklärung meinte die Sekretärin, dass es in der Magdalenenkapelle keinen Taufstein gibt.

Erst nach etlichen Nachfragen von Melanie Regn habe sich Pater Marek Flasinski dann gemeldet und ihr gesagt, dass in der Kapelle keine Taufen stattfinden. Es gebe nur noch Taufen in der Pfarrkirche. „Meine Argumente lässt er nicht gelten“, sagt Regn. Argumente waren zum Beispiel, dass Korbinian auch dort getauft worden war und die Lehnershofer kostenlos während der Sanierung der Kapelle die Kirchenbänke bei sich untergestellt hatten.

Korbinians Taufe

Bei Korbinians Taufe hatte die Familie eine provisorische Taufschale, damals war Pater Dominik Sobolewski noch Ortspfarrer. Familie Regn hat sich daraufhin ans Erzbistum Bamberg gewandt. Im Antwortschreiben meinte das Ordinariat, dass man Pater Marek nicht übergehen wolle. In der Begründung, warum die Taufe in Ranna nicht stattfinden könne, hieß es, dass beim Konzil in Trient vor 400 Jahren beschlossen worden sei, „dass ein Kind in der Pfarrkirche zu taufen ist, zu der seine Eltern gehören“.

Nicht gegen das Gesetz

Dennoch sei es nicht gegen das Gesetz, in Nebenkirchen wie der Magdalenenkapelle in Ranna zu taufen. „Neben dem Gesetz ist nicht gegen das Gesetz“, so das Bamberger Generalvikariat. Für den Täufling sei es eine Ehre, das Sakrament in seiner Pfarrkirche zu empfangen.

Melanie Regn meint dazu: „Wir gehen doch in die Kirche nach Ranna und nicht nach Auerbach.“ Die Kapelle ist nur einen Kilometer von Lehnershof entfernt. Die Bewohner fühlen sich mit ihr verbunden. Bei der Einweihung des Kreuzwegs war auch Pater Flasinski da. „Aber alle, die rumstanden, haben gemerkt, dass er sich auf keine Diskussion einlässt.“

Die Taufe von Korbinian sei zu Zeiten von Pater Dominik kein Problem gewesen. Es sei so aufgenommen und in die Kirchenbücher eingetragen worden. Laut Melanie Regn hätte Pater Marek Flasinski „keine Minute für die Taufe aufwenden müssen“. Denn Pater Alexander Prosche hätte Theresa das Sakrament gespendet.

Flasinski reagiert unwirsch auf die telefonische Anfrage der Redaktion. Erst wollte er nichts zu dem Thema sagen, dann äußerte er sich doch noch kurz: „Frau Regn hat vom Ordinariat eine Antwort bekommen und sie sollte sich daran halten.“ Die Regelung, die er getroffen habe, dass nur in der Pfarrkirche getauft werden dürfe, beruhe auf katholischem Recht. Er stellt klar: „Die Regelung habe ich getroffen und so bleibt es.“ Auf die Frage, warum die Taufe von Korbinian unter Dominik Sobolewski kein Problem war, meint er: „Das müssen Sie Herrn Sobolewski fragen.“ Theresa wurde vor kurzem in Königstein getauft. Dazu hat es einen Entlassschein vom Auerbacher Pfarramt gebraucht. Innerhalb von drei Tagen war das Schriftstück da.

Nicht bewertet

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Kommentare

Solches Verhalten eines Pfarrers sollte von Bamberg aus sofort unterbunden werden. Es schadet der Kirche und ist absolut nicht tragbar.
Johannes und Jesus haben die Gläubigen in Flüssen getauft. Warum soll das jetzt nicht mal in einer Kapelle funktionieren. Es ist traurig mit anzusehen, wie die katholische Kirche mit ihren "Mitgliedern" umgeht.
Typische Arroganz der katholischen Kirche. Es wundert mich nicht mehr, warum es mittlerweile so viele Kirchenaustritte gibt.
Vielleicht sollte man sich zurückerinnern, wer den Herrschaften ihr Einkommen finanziert.
...und Jesus sprach “Lasset die Kindlein zu mir kommen“ und der Pfarrer sprach “aber net bei mir in meiner Kirche“.
"In der Begründung, warum die Taufe in Ranna nicht stattfinden könne, hieß es, dass beim Konzil in Trient vor 400 Jahren beschlossen worden sei, „dass ein Kind in der Pfarrkirche zu taufen ist, zu der seine Eltern gehören“."
Aber Sohn Korbinian KONNTE dort getauft werden - Aha...
Au wei, au wei, au wei, Pater Marek Flasinski, damit haben Sie der katholischen Kirche und vielen ihrer "Noch-Schäfchen" einen Bärendienst erwiesen. Da bestätigt sich wieder einmal die Verbort und Verkrustetheit seines "Führungspersonals". Zum Glück weiß ich, dass Gott anders denkt!