Streit um Bäckereigeruch

Frischer Duft oder lästiger Gestank - in der bundesweit bekanntgewordenen Auseinandersetzung um den Geruch einer Backstube in Rottach-Egern am Tegernsee hofft das Landratsamt auf eine gütliche Einigung. «Im Sinne der Wahrung des Ortsfriedens ist eine gemeinsame Lösung mit Sicherheit das Beste», sagte der Sprecher des Landratsamtes Miesbach, Birger Nemitz, am Donnerstag. «Dazu sollten beide Seiten aufeinander zugehen.»

Ehepaar lässt Frist verstreichen

Ein aus Norddeutschland in den oberbayerischen Nobelort gezogenes Ehepaar hatte sich über den Geruch beklagt, der frühmorgens aus der benachbarten Bäckerei über seinen Balkon in die Wohnung dringe. Es setzte der Inhaberin eine Frist zur Beseitigung der angeblichen Geruchsbelästigungen, etwa durch den Einbau von Filtern in den Abluftventilatoren.

Eine bereits bis vergangenen Dienstag gesetzte Frist, die Maßnahmen mitzuteilen, ließ das Ehepaar jedoch verstreichen. Ohnedies hatte die Bäckereiinhaberin schon zuvor angekündigt, keinesfalls auf die Forderung ihrer Nachbarn einzugehen.

Regelmäßig ist gesetzlich definiert

Behördensprecher Nemitz verwies auf die gesetzlichen Bestimmungen zu Geruchsbelästigungen. Sollte der Vorgang tatsächlich vom Landratsamt als untere Naturschutzbehörde überprüft werden müssen, würde eine Ortsbegehung angesetzt. Dabei würde geprüft, ob überhaupt eine «erhebliche Beeinträchtigung» vorliegt, die «deutlich bemerkbar und regelmäßig» auftritt.

Regelmäßig bedeute in dem Wohnmischgebiet nach gesetzlicher Definition «mehr als 15 Prozent der Jahresstunden», erläuterte Nemitz. Nur wenn dies der Fall sei, könne das Landratsamt eine Anordnung erlassen, etwa zu einer baulichen Veränderung an der Bäckerei.

Bäckerei bekommt großen Zuspruch

Die Beschwerde der Eheleute hatte eine Flut von Leserbriefen in der Heimatausgabe des «Münchner Merkur» und wütende Proteste in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Fast ausnahmslos stellten sich die Autoren hinter die Bäckereichefin und rieten dem Ehepaar, Rottach-Egern den Rücken zu kehren. Alteingesessene Bewohner des Tegernseer Tales sprechen bei vor allem aus Norddeutschland zugezogenen Bewohnern gerne von «Zuagroasten».

Pikantes Zubrot der Auseinandersetzung: Rechtsanwalt Heino von Hammerstein (BürgerListe), der das Ehepaar vertritt, ist 2. Bürgermeister der Nachbarstadt Tegernsee. Er will sich inzwischen nicht mehr zu dem Vorgang äußern. Am Donnerstagabend sollte auch die Sendung «quer» des BR-Fernsehens der Frage nachgehen, ob frische Semmeln nun duften oder stinken.

dpa

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Kommentare

...was essen diese Personen? Nur noch Tabletten, etc. Vollpfosten!
...Vergessen! Wie gehen die auf Toilette? Mit Tauchermaske oder Wäscheklammer?

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