Steueroase: Waldenfels auf Bahamas-Liste

Erneut sind vertrauliche Dokumente an die Öffentlichkeit gedrungen, die zeigen, wie Politiker und Superreiche die Karibik als Steueroase nutzen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, taucht auch ein ehemaliger bayerischer Finanzminister auf: Georg von Waldenfels. Der gebürtige Hofer, Chef der Gesellschaft der Freunde Bayreuths, war nach seinem Rückzug aus der Politik  Präsident des Deutschen Tennis-Bundes und Mitglied im Führungsgremium des Welt-Tennisverbands ITF. In dieser Funktion war er einer der Direktoren der 1997 gegründeten Bahamas-Firma ITF Ltd. Der „Süddeutschen“ gegenüber bestätigte von Waldenfels dies.

Die ITF lässt erklären, dass man seinen Sitz verlegt habe, weil man sich vor Klagen habe schützen wollen.

Riesen-Datenpaket

Der „Süddeutschen“ waren 38 Gigabyte Daten aus dem Unternehmensregister der Bahamas zugespielt worden – Daten über rund 175  000 Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen, die seit 1990 auf den Bahamas gegründet wurden. Prominentester Name: Neelie Kroes. Die frühere EU-Kommissarin wird als Direktorin einer Briefkastenfirma auf den Bahamas geführt. Die Firma Mint Holdings Limited, der Kroes vorstand, wurde für ein geplantes Milliardengeschäft mit dem US-Energiekonzern Enron gegründet, erklärte nach Berichten des "Focus" Kroes’ Anwalt. Kroes scheint dabei allerdings Offenlegungspflichten verletzt zu haben.

Erst im April hatten die Panama Papers enthüllt, wie Mafiosi, Stars und Politiker ihr Geld vor dem Staat versteckten.⋌we

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Diese Offenlegungen werden in bestimmten Kreisen als Neidkampagnen verunglimpft. Nein, es geht um die Gerechtigkeit, die ausnahmslos für alle Bürger unseres Landes gilt.
Aber selbstverständlich geht es um Neid! Gegen welches deutsche Recht haben denn beispielsweise Nico Rosberg oder jetzt von Waldenfels verstoßen?
Es wäre doch ein Leichtes, politische Mehrheiten hinter sich zu scharen, um die Gesetze dementsprechend zu ändern.
Wissen Sie überhaupt wer oder was die ITF ist? Da bräuchte es schon SPD-Steinbrücks berüchtigte Kavallerie, ergänzt um eine schlagkräftige Flotte, um Panama oder den Bahamas (und damit den blöden Briten) zu zeigen, was die Deutsche Linke von erfolgreichen, gut verdienenden Menschen hält.
Ich wundere mich über ihre Naivität. Viele Gesetze werden so gemacht, dass bewusst Lücken für die entstehen, die näher an zur Regierungsmacht stehen. Man nennt es auch Lobbyismus.
Was steht denn an oberster Stelle, die Moral oder das Gesetz? Gesetze sind dazu da, um ethisch-moralische Grundsätze in Regeln zu fassen.
@DerekButter
Manche Menschen mögen das tatsächlich beneiden, wenn sie das für sich als Lebenssinn und -ziel definieren:
Dicke Autos, protzige Villen, Luxusurlaub, dekadente Lebensweise, Millionen auf dem Konto usw.

Man kann das aber aus (hoffentlich) nachvollziehbaren Gründen einfach nur falsch finden und eben nicht als Neiddebatte abtun.

Kein Mensch auf der Welt hat es sich VERDIENT, so viel Geld und Eigentum für sich allein zu besitzen, während andernorts Menschen existenzielle Nöte und Sorgen haben. Wir haben leider einen weltweiten Verteilungskonflikt, der eine reelle Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden darstellt.
Tja, was ist die Definition von "verdient"? Haben Rosberg und von Waldenfels ihr Vermögen mit der Pistole am Bankschalter abgeholt oder Steuern hinterzogen?
Und wo fängt ein protziges Auto an? Beim Audi A5 vielleicht? Was ist ein Luxusurlaub? Oberhalb von Zeltplatz, oder eher ab vier Sterne? Was ist ein dekadenter Lebbensstil? Der Besitz eine 700-€-iPhones? Eine protzige Villa nennt man eventuell schon alles über den 30-40 qm-Wohnklos, die die Wohnungsneubauprogramme der urbanen Bevölkerung in Zukunft zugestehen.
Jakob Augstein, Oskar Lafontaine, Josef Fischer und Gerhard Schröder haben auch Millionen auf dem Konto, so wie einst der gute Philip Rosenthal. Was machen Sie dann mit denen?
Ich denke, dass Sie mich einfach nicht verstehen wollen.

Nur so viel: Wer viel arbeitet, wer viel Verantwortung hat (und dieser im Ernstfall auch gerecht wird), der darf und soll auch entsprechend mehr verdienen als der, der weniger an Energie und Zeit in sein berufliches Leben investiert. Nebenbei bemerkt wird es nie die 100%ige Gerechtigkeit geben und ich habe niemals von Illegalität geschrieben. Selbstverständlich kann ich auch nicht den Lebensstandard in einem Industrieland mit dem in einem Entwicklungsland vergleichen.

Aber niemand kann doch ernsthaft behaupten, dass es sich eine einzelne Person verdient haben kann das Zehn-, Hundert- oder Tausendfache eines durchschnittlichen Einkommens zu beziehen. Welche unmenschliche Leistung und welche Opfer müsste man hierfür erbringen?

Und was soll die Aufzählung von "Linksgrünen" Prominenten? Ich schließe niemanden ob seiner Herkunft oder politischen Karriere ein oder aus. Es sind alles Menschen und somit ist niemand ausgenommen.
Doch doch, soweit sind wir nicht auseinander. Nur ist die Frage, wenn ein Vorstandsvorsitzender oder Lenker eines großen Familienunternehmens die Verantwortung für viele Tausend Beschäftigte und Millionensummen an Investitionen hat, ob man den mit 500.000 € abspeisen kann. Es ist, wie bei Profisportlern der Werbegegenwert, einfach auch ein Markt, mit Angebot und Nachfrage. Man kann gerne über die finanzielle Verantwortung der Großverdiener reden, wenn sie sich mal vermiddelhoffen, aber ansonsten gilt: Viel Verantwortung heißt auch viel Geld. Dass es da im Bereich Politik etwas, nun sagen wir unausgewogen zugeht, was die finanzielle Verantwortung betrifft, kann man nicht bestreiten. Ich bin ja Verfechter von bestbezahlten Politikern, die nur eine begrenzte Zeit im Amt verweilen dürfen. Damit der Einstieg in und der Ausstieg aus der Politik leichter fällt. Es gibt hierzulande einfach zu viele Parteikarrieristen aller Couleur, die, völlig ohne Praxis und Lebenserfahrung, lediglich ideologisch agieren. Wählt man die ab, fallen die ins Nichts (oder landen in Brüssel).
Und ob Claus Kleber vom ZDF für das Beweinen von Nachrichten aus aller Welt wirklich seine 600.000 € Jahresverdienst aus Gebührengeldern wert ist, darf hinterfragt werden. Fesch, wie ich ausseh, mach ich das glatt zum halben Preis. Sie auch?
Naja, 500.000€ (ich nehme an Sie meinen Jahresbezug) hat für mich wenig mit "Abspeisen" zu tun. Ich würde mir halt wünschen - und solche Beispiele gehen hin und wieder mal durch die Medien - dass solche Topmanager dann im Ernstfall auch wirklich Verantwortung übernehmen würden. Leider sieht es in den meisten Fällen dann so aus, dass sie z. B. im Falle von verfehlten Managemententscheidungen die Firma verlassen und die vertraglich vereinbarte Abfindung selbstverständlich noch mitnehmen. Wo ist hier die Verantwortung, wo ist hier das Risiko, das diese Leute eigentlich eingehen?
Ich bin übrigens auch ein Befürworter von gut bezahlten Politikern, möchte aber im Gegenzug "Nebenjobs" verhindert wissen.
Und da ich Hr. Kleber den Job nicht neide, womit wir wieder beim Thema wären, würde ich es auch nicht für die Hälfte der Gage machen. Und ob fesches Aussehen als Qualifikation ausreicht, sei mal dahingestellt. Gut schreiben können Sie unbestritten, aber ob Sie auch vor Fernsehpublikum gut reden könnten?? ;-)
Vorstandsmitglieder haften ja persönlich für Fahrlässigkeit und Vorsatz, wenn auch versichert und dann mit einem zwingenden Selbstbehalt in Höhe von "nur" 1,5 Jahresgehältern.
Ein Arbeitnehmer bei grober Fahrlässigkeit i.d.R. bis drei Bruttomonatsgehälter.
Politiker hingegen....mit ihrem guten Namen.

Die rot-rot-grünen Parteigrößen hatte ich übrigens nur angeführt, weil deren Parteien sich so vehement gegen Millionengehälter ins Zeug legen. Und da gab es ja auch noch die ferrari-und porschefahrenden Gewerkschaftsbosse...das wirkt dann alles nicht so recht glaubwürdig.
Zu welcher Diskussion meine anfängliche Bemerkung, ob Neid oder Gerechtigkeit geführt hat.
Ist es denn noch nicht überall angekommen, dass weltweit die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht?
Die Gründe dafür sind eigentlich doch recht einfach zu erkennen.
Warum dann mit speziellen Einzelfällen dagegen anschreiben?
Vielleicht gehört auch ein DerekButter zu den Menschen, die massig Geld für sich und viele Generationen danach angesammelt haben? Dann verstehe ich seine Reaktion.