Stechendorf: Schotter statt Prestige

Vor zwei Wochen waren sich noch sechs von sieben Mitglieder des Hollfelder Bauausschusses einig. Darüber, dass es einen Ausbau des Radweges von Hollfeld nach Stechendorf geben soll. Dass die Strecke künftig ein Teil des sogenannten Markgrafenweges werden soll, der von Ansbach über Erlangen bis nach Bayreuth führt. 40.000 Euro hätte das Kosten sollen. Vorausgesetzt, die Regierung und andere Zuschussgeber zahlen 120.000 Euro dazu. Weil sie das große Ganze sehen, weil auch Plankenfels Bereitschaft signalisiert hat, eine Lücke zwischen Wadendorf und Stechendorf zu schließen.

Umdenken trotz zugesagter Zuschüsse

Mündlich habe die Regierung diese Zuschüsse bereits zugesagt, versichert Hollfelds Bürgermeisterin Karin Barwisch (Bürgerforum). Aber noch bevor die schriftliche Zusage das Rathaus erreicht hat, haben es sich die Gemeinderäte anders überlegt. Mit zwölf zu sieben Stimmen lässt der Stadtrat die große Lösung durchfallen. Umentschieden haben sich dabei auch drei Vertreter von CSU und Wahlgemeinschaft Land. Für rund 14.000 Euro soll der Radweg jetzt mit Schotter geflickt werden.

Bedenken wegen hoher Schulden

Warum, das macht der Stechendorfer Gemeinderat Markus Seidler (WG Land) deutlich. Weil es die Haushaltslage der hoch verschuldeten Stadt auch in den nächsten Jahren nicht erlaube, die für einen Ausbau nötigen 40.000 Euro auszugeben. Weil die Stadt zu kämpfen habe, dass ihr das Landratsamt zwei andere Großprojekte, die Erschließung des Weiherer Baugebietes "Hu" und des Gewerbegebietes Nord, erlaube. Und auch der Fraktionsvorsitzende der CSU, Michael Schatz, wirbt für eine schnelle Lösung: Der Weg sei seit 30 Jahren sich selbst überlassen, deshalb in einem desolaten Zustand und gehöre schnell repariert. "Andernfalls brauchen wir bald auch einen neuen Unterbau." Davon lassen sich auch Georg Röhm, Wolfgang Degen (beide CSU) und Christina Hannig (WG Land) überzeugen, die sich vor zwei Wochen im Bauausschuss noch für einen Ausbau des Weges ausgesprochen hatten.

Es gibt schlechtere Straßen

Dass der Weg plötzlich einem desolaten Zustand sei, bezweifelt Thomas Appel (Heimatliste). Er verweist auf weit schlechtere Straßen und Wege im Stadtgebiet, die noch dazu von mehr Bürgern befahren würden. Manfred Neumeister (Grüne) sagt: "Wie erklären wir das den Menschen in der Hofäckerstraße oder denen, die Richtung Höfen unterwegs sind?" Seidler sagt: "Wir wissen, dass es schlechtere Straßen gibt. Deshalb wollen wir auch nur die kleine Lösung."

Nicht bewertet

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Kommentare

Ich finde, man könnte auch, um zu sparen, ein paar Autobahnen und Bundesstraßen schottern. Reicht doch...